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Death’s Gambit - Special

Anspruchsvolle Action in edler Pixeloptik

Artikel Video Ulrich Wimmeroth

Irgendwie ist es ja mittlerweile ein Ritterschlag für ein Actionspiel, wenn man ein nonchalantes „Das erinnert an Dark Souls“ in die Runde wirft. Das ist wie „googlen“ als Synonym für Informationssuche im Internet. Weitgehend anerkannt und jeder weiss halt sofort, was gemeint ist, ohne lange Erklärungen abzusondern. Und es hilft ungemein, bei der Flut an qualitativ extrem hochwertigen Indie-Spielen, vorab die Spreu vom Weizen zu trennen.

Wenn ihr euch für satte Mittelalter-Fantasy-Action mit einem fordernden Kampfsystem und echten Herausforderungen interessiert, solltet ihr Death`s Gambit des kalifornischen Studios White Rabbit unbedingt auf der Prioritätenliste ganz oben ansiedeln. Denn für das düstere Gemetzel standen eben nicht nur der Coregamer-Klassiker "Dark Souls", sondern auch spielerische Meisterwerke wie "Shadow of the Colossus" oder "Castlevania" Pate. Euch hat "Salt and Sanctuary" in diesem Jahr gefallen? Dann geht wohl kein Weg mehr an "Death’s Gambit" vorbei.

Zur Story: Auf Leydia, einem Alienplaneten mit schweren Ritterzeitanleihen, tummeln sich massig Monster. So weit, so unspektakulär. Aber die Entwickler bringen einen spannenden Twist in das gewohnte Durchschnittssetting. Ihr findet euch in der Rolle eines Kriegers wieder, der sich zu Beginn des Spiels auf dem Sterbebett befindet und mit seinem Leben eigentlich schon abgeschlossen hat. Allerdings kommt Gevatter Tod höchstpersönlich an eure Tür und macht euch ein Angebot, dass ihr einfach nicht ablehnen könnt. Dem grimmen Schnitter gefällt es nämlich gar nicht, dass der Planet von einer ganzen Armee an Unsterblichen bevölkert wird.

Das ist sozusagen kontraproduktiv für seinen Job. Also sollt ihr euch aufmachen und den Götterschlächter spielen, damit die Unterwelt wieder mehr zu tun bekommt. Als Lohn gibt es dann für euch das ewige Leben. Da lasst ihr euch natürlich nicht lange bitten, legt die Rüstung an, schnappt euch Schild, Schwert, Bogen und eine handvoll magischer Fähigkeiten und macht euch ans blutige Werk. Klingt leichter, als es sich spielt. Denn die Mannen von White Rabbit verstehen ihr Handwerk und stellen euch einen Endboss nach dem anderen in den Weg.

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Das Kanonenfutter, dass euch auf eurem sidescrollenden Weg von links nach rechts begegnet, erlegt ihr zügig. Ausgerüstet mit zwei Waffen für Fern- und Nahkampf, beispielsweise Schwert, Pistole oder Armbrust, drei Fähigkeiten und einem Heilgegenstand, seid ihr gut gerüstet für das Fussvolk. Die Herausforderung beginnt, wenn ihr auf die Unsterblichen trefft. Diese sind von der Optik, den Angriffstechniken und vor allem der Grösse immer unterschiedlich und können mit wildem Buttonmashing nicht bezwungen werden.

Ihr müsst strategisch vorgehen, die Schwachstellen finden, die Bewegungen der Gegner genau studieren. Sonst endet ihr als Götterfutter und könnt euch mühsam wieder den Weg zur nächsten Konfrontation bahnen. So viel zu dem anfangs erwähnten Vergleich mit der beinharten "Dark Souls"-Serie. Ich denke, ihr versteht das System. Bei den gigantischen Gegnern, die auch aus einer 2D-Variante der "God of War"-Reihe stammen könnten, nutzt ihr einen Greifhaken, um an den Unsterblichen hoch zu klettern und dort mit euren Waffen Unheil anzurichten. Jeder Boss ist anders, jeder Boss ist eine komplexe Herausforderung, die ihr bestehen müsst.

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Aber wie das nun mal so mit Unsterblichen ist, bleiben die Monster einfach nicht liegen. Ihr könnt sie zwar effektvoll bezwingen, indem ihr brutale Kombos ausführt und euch mit neuen Waffen ausrüstet, aber sterben werden sie nicht. Das scheint zwar nicht wirklich mit der Storys zu harmonieren, aber seis drum. Ihr müsst aber zumindest nicht zwangsweise noch mal antreten, aber die bislang von den Bossen bewachten Areale stehen euch zur Erkundung zur Verfügung. Wenn ihr neue Gegenstände und rare Waffen haben wollt, lohnt es sich allerdings, ein weiteres Mal das Duell anzugehen. Ausserdem bringen euch die Kämpfe Erfahrungspunkte, hier Hope, Hoffnung, genannt, die euch stärker machen.

Ein Wort der Warnung noch, bevor ihr euch in das Abenteuer stürzt. Die abwechslungsreiche Pixelwelt ist wunderschön gezeichnet, kann non-linear erkundet werden und bietet eine unglaubliche Atmosphäre. Aber die Entwickler haben den Kampfplaneten auch mit extrem vielen tödlichen Fallen versehen. Nicht nur die Titanen können euch blitzschnell in den virtuellen Himmel (oder kommt ihr hier in die Hölle?) befördern, ihr könnt auch in Abgründe stürzen, von Pfeilen aufgespiesst werden oder bei einem neugierigen Blick hinter eine Mauer einfach mal ganz unerwartet ein Schwert in den Leib bekommen. Aber "Death`s Gambit" ist nie unfair, nur eben gnadenlos.

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