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Ear Force Stealth 420X (Turtle Beach) - Test

Kabelloser Hammer-Klang für die Xbox

Hardware: Test Ulrich Wimmeroth

"Powering On" schnarrt mir eine weibliche Computerstimme beim Einschalten in die Ohren. Von Zeit zu Zeit, beispielsweise wenn ich das Mikrofon stumm schalte oder an den Audio-Voreinstellungen fummle, bekomme ich meine Aktionen von der kühl klingenden Computerstimme quittiert. Eine nette Funktion, die mit einer sanfteren, menschlicheren, Stimme noch mehr Eindruck bei mir hinterlassen hätte. Aber halten wir uns nicht mit Kleinigkeiten auf, sondern testen einmal wie sich die Installation gestaltet. Wie der Tragekomfort und die Verarbeitung zu bewerten sind, und natürlich vor allem was der Klang des mit gut 200 CHF zu Buche schlagenden Headsets zu bieten hat.

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Alles drin, alles dran

Wie gewohnt von dem amerikanischen Audio-Spezialisten Turtle Beach, kommt die kompakte Box des 420X angenehm aufgeräumt rüber. Hier findet ihr das Headset, das in schwarz mit den passenden, dezenten, Xbox-grünen Applikationen daherkommt. Das abnehmbare Mikrofon, der USB-Dongle für die Xbox, der wahres kabelloses Zocken erlaubt, eine kaum benötigte Kurzanleitung und zwei Kabel befinden sich ebenfalls in der Verpackung. Wozu Kabel bei einem kabellosen Headset? Eines um die Akkus der Hörer zu laden – löblicherweise ein Standard USB/microUSB-Ladekabel, wie es auch den gängigen Smartphones beiliegt – und ein Klinkenstecker, damit ihr das 420X auch als Kopfhörer an Stereoanlage, Smartphone, Tablet oder sonstigen Klangabgebern betreiben könnt. Das ist auch gleich mit einer Fernbedienung in der Kabelmitte ausgerüstet, mit denen ihr rudimentäre Funktionen, zum Beispiel Start/Stop und Vor/Zurück ausführen könnt. Da ist alles dabei, da fehlt nichts. Klasse.

Plastik so weit das Auge blickt

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Ein kurzer Augenblick der Ernüchterung folgt bei der ersten haptischen Begegnung mit dem Headset. Hier findet sich, eigentlich für die Preisklasse ungewöhnlich, keinerlei Metall zur optischen Aufwertung. Stabilitätsprobleme sind aber nicht zu befürchten, das verwendete Hartplastik kann man zwar wirklich nicht als Handschmeichler bezeichnen, sorgt aber für die nötige Festigkeit, auch wenn man den Hörer mit Gewalt gegeneinander verdreht. Die Befürchtung, dass unter dem verwendeten Kunstmaterial der Tragekomfort leidet, bestätigt sich auch nach einigen Stunden Dauereinsatz glücklicherweise nicht. Die samtweiche Polsterung der Ohrmuscheln und des Bügels mit gestanztem synthetischem Leder, lassen auch nach einem „Destiny“-Marathon keine unangenehmen Druckgefühle zurück. Lediglich die Verstellung der Grösse über den Kopfbügel wirkt mit harten Ratschgeräuschen und recht grossen Abständen wenig wertig. Schade für ein Produkt, auf dessen Verpackung das Wort „Premium“ mehrfach zu finden ist. Da hätte ich mir eine feinere Einstellungsmöglichkeit gewünscht. Die Installation erweist sich dann erfreulicherweise als reinstes Kinderspiel: Xbox anschalten, Profil anmelden, den Dongle in die USB-Buchse, Mikrofon in das Headset stecken und dann den Kopfhörer einschalten. Keine langwierigen Einstellungen, kein Gefummel, es läuft direkt. Sender und Empfänger sind ab Werk aufeinander abgestimmt und lassen keine Fehlbedienung zu. So soll es sein.

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