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Vane - Vorschau

Mit Flügelschlägen durch die Wüste

Vorschau Video Michael

Ein kleiner Junge schleppt sich durch eine mythische Welt voller Geheimnisse und Rätsel. Dabei erforscht er ruinöse Tempelanlagen und entdeckt seine besonderen Kräfte. Klingt nach einem Game der Entwickler von "The Last Guardian" und "Ico"? Ist es auch. Zumindest irgendwie. Denn "Vane" ist ein Videospiel, das einer schier endlosen Odyssee entspringt.

Es ist mühsam, schmerzlich und frustrierend über Jahre an etwas zu arbeiten, von dem man nicht sicher sagen kann, dass es jemals das Licht der Welt erblicken wird. Grosse Autoren, Filmemacher und auch Architekten sind an diesen Gefühlen zerbrochen oder gar zu Grunde gegangen. Aber auch manch Videospielentwickler kennt diese Situation nur zu gut. Dazu gehörten auch die Macher von "The Last Guardian", das nach unglaublichen neun Jahren im Dezember 2016 endlich erschien. Technische Hürden, Probleme der Engine, der Wechsel von der Playstation 3 zur Playstation 4 und viele weitere Faktoren verzögerten den Release wieder und wieder. Nicht alle Entwickler mochten oder konnten diese scheinbare Sisyphusarbeit weiter exerzieren. Sie verliessen das zu SCE Japan Studio gehörende Team Ico. Aber nicht um aufzugeben, hinzuschmeissen oder weil sie nicht mehr an "The Last Guardian" glaubten. Sondern um ein eigenes Videospiel zu erschaffen, bei dem sie es selbst in der Hand hätten, ob und wie es erscheinen würde.

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Eben zu diese Aussteigern gehören Rasmus Deguchi, Rui Guerrero und drei weitere Mitglieder des 2014 gegründeten und sowohl in Tokio, Japan und Stockholm, Schweden ansässigen Studio-Start-ups Friend & Foe. "Wir waren's müde für grosse Firmen zu arbeiten", fasst Deguchi die Motivation des derweil auf acht Entwickler angewachsenen Teams zusammen. "Stattdessen setzen wir nun darauf, das Abenteuer zu starten, das wir immer haben wollten." Der erste grosse Abschnitt ist das Videospiel "Vane". Darin wird der Spieler als ein in Lendenschurz und Federschmuck gehüllter Junge in eine grosse Open-World-Wüste geworfen. Ziemlich verloren steht er in einer endlos scheinenden Ebene aus Sand und Fels. Von Horizont zu Horizont spannt sich die epische Leere, die ihn fast zu erdrücken scheint. Die Atmosphäre und Szenerie erinnern dabei verdächtig an Kultklassiker wie "Shadow of the Colossus" von Team-Ico-Gründer Fumito Ueda oder auch "Journey" von That Game Company. "Natürlich waren die auch eine Inspiration", gibt Deguchi ganz freimütig zu. Denn wie diese solle auch "Vane" eine Erfahrung bieten, die ohne grosse Erklärungen daherkommt. Stattdessen soll der Spieler sich alles ganz von alleine erschliessen.

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