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Life Is Strange

Machs einfach noch mal Max!

Test Ulrich Wimmeroth getestet auf Xbox One

Hippe Pop-Musik, zwei sympathische Teenager und eine gruselige Geschichte um übernatürliche Fähigkeiten und mysteriöse Vorkommnisse. Nach dem wenig erfolgreichen „Remember Me“, schicken die französischen Dontnod Entertainment erneut eine Heldin mit besonderen Kräften ins Rennen. Inszenieren den spielbaren Thriller aber in Episodenform und mit sehr viel Entscheidungsfreiheit.

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Ach, hätte ich doch den kleinen Vogel gerettet, der gegen die geschlossene Fensterscheibe geflogen ist. Hätte ich doch meiner Zimmerpflanze Wasser gegeben. Oder hätte ich doch meine Mitschülerin vor einem fiesen Wachmann beschützt. Hätte, hätte, hätte. Hilft aber alles nichts, ich habe mich im Verlauf der ersten Episode von „Life Is Strange“ eben anders entschieden. Jetzt kann ich es nicht mehr rückgängig machen und werde wohl die nächsten Monate darauf warten, welche weitreichenden Konsequenzen mein Handeln möglicherweise auslösen wird. Entscheidungen treffen als Spielprinzip, dazu die Fähigkeit die Zeit zu manipulieren: Klingt spannend, ist es auch. Und dazu mit cleveren cineastischen Mitteln in einen Third-Person-Adventure verpackt, das mich am Ende an einen spielbaren Independentfilm erinnert hat. Aber drehen wir die Zeit zurück und starten am Anfang meines Abenteuers.

Der Mord an meiner Freundin

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Maxine Caulfield, oder einfach nur Max, ist die Hauptperson, in deren Rolle ich schlüpfe. Ein gerade 18. jähriges Mädchen, das nach einigen Jahren in Seattle zurück in ihre kleine Heimatstadt Arcadia Bay kehrt. Dort besucht sie an der Blackwell Academy einen Studiengang für Fotografie und versucht langsam wieder in der alten Heimat Fuss zu fassen. Alles ganz normal und ein klein bisschen provinziell, wenn da nicht mein fataler Besuch auf der Schultoilette gewesen wäre. Ich hänge dort einfach ein bisschen ab, als zwei Personen den Ort betreten. Ein junger Mann und ein blauhaariges Mädchen. Er ist Sohn reicher Eltern, verzogen, kriminell. Sie eine selbstbewusste junge Frau, die ihn wegen Drogengeschäften zu Rede stellt und ihm unmissverständlich mit einer Anzeige droht. Dass es sich bei dem Mädchen um Chloe, meine beste Freundin aus Jugendtagen handelt, erfahre ich erst später. Während ich verängstigt dem Streit lausche, ertönt ein Schuss. Das Mädchen stirbt. Der Schock löst offenbar übersinnliche Kräfte in mir aus, denn kurz darauf manipuliere ich die Realität. Wie bei dem schnellen Rücklauf eines Videorekorders laufen die Szenen ab und ich sitze wieder im Klassenraum. Die Tat ist noch nicht begangen, aber ich weiss, dass sie gleich geschehen wird.

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