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Dark Sector

Wieder nur eine billige Portierung von Konsole zu PC?

Test Guest getestet auf Filme

Viele PC-Nutzer kennen das Problem von Umsetzungen aus der Konsolenregion für den PC. Oft sind Steuerung und Grafik auf unterem Niveau, ebenso die Spielbarkeit. Unser Test zeigt auf, ob "Dark Sector" unter den selben Krankheiten leidet oder sich die Anschaffung lohnt.

Vor einem Jahr ist das Spiel bereits auf der XBOX 360 und PS3 erschienen, wurde damals aber in Deutschland indiziert und nie zum Verkauf freigegeben. Uns Schweizer interessierte dies wenig und wir kämpften uns bereits 2008 auf Konsolen durch das Abenteuer. Nun ist die PC-Version mit fettem "Keine-Jugendfreigabe"-Sticker auch in Deutschland erschienen. Das Science Fiction orientierte Spiel, bedient sich bei allerlei anderen bereits erschienenen Titeln und versucht diese im Spiel zu vereinen. Mit einem gewissen Erfolg, wie man zugeben muss. So erinnert die Spielmechanik stark an den Actionkracher "Gears of War". Dieser Eindruck wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass man dem Helden aus einer, für PC-Shootern unüblichen, Third-Person-Perspektive steuert. Das Spiel beginnt mit einer Rückblende, in der unser Held noch als normaler Geheimagent tätig ist. Ständig beschwert sich Hayden während des Einsatzes über Kopfschmerzen und es ist die Rede von irgendwelchen Infizierten. Schnell wird klar, hier geht es um einen Virus.

Der erste Auftrag dient dabei als spielbares Tutorial und vermittelt dem Spieler die wichtigsten Funktionen. Wir schiessen uns durch die mit Gasmasken bestückten Gegner, um wie befohlen unsere Sprengladungen zu platzieren. Doch dann wird Hayden von einem fremdartigen Wesen angefallen und verletzt. Erst hier beginnt das Spiel wirklich, da sich unser Held von nun an zu verändern beginnt. Sein Arm wird grau und trägt das gleiche Aussehen wie die Haut der Ausserirdischen oder Infizierten, mit dem Unterschied, dass wir im Vergleich zu den anderen unseren Verstand behalten. Wir bekommen eine sichelförmige Waffe, die im Spiel "Glaive" genannt wird. Dabei handelt es sich um ein Gerät mit drei Klingen, welches auf die Gegner geworfen wird. Diese Waffe benutzt Hayden fast das ganze Spiel über.

Wie erwähnt geht es also um einen Alienvirus, welcher sich verbreitet und Menschen in willenlose Zombies oder hammerharte Kampfmaschinen verwandelt. Die Aufgabe des Spielers ist es zu verhindern, dass dieser sich weiter verbreitet. Die Story wird dem Spieler in kleinen, recht gut geratenen Zwischensequenzen erzählt. Die deutschen Synchronsprecher sind dafür optimal gewählt, sprechen professionell und passen zu den Figuren. Leider bewegen sich die Lippen asynchron zu den Stimmen, was den guten Gesamteindruck dann doch schmälert.
Alles in allem ist die Geschichte nicht schlechter als bei anderen Genrekollegen, die Zwischensequenzen sind solide und treiben die Geschichte gekonnt voran.

Der eigentliche Trumpf von "Dark Sector" ist die Nonstop-Action. Die Elemente aus anderen Spielen welche hier vereint werden, sorgen für eine gute solide Spielbarkeit. Ausserdem wird das Ganze nie anspruchslos, da jede Szene wieder mit Überraschungen aufwarten kann. Teilweise sind fast etwas zu viele Gegner auf dem Bildschirm, die man dann kaum bewältigen kann. Durch gut gesetzte Speicherpunkte wird jedoch Frust vermieden. Auch Bossgegner, die wirklich bombastisch in Szene gesetzt wurden, sind mit ein bisschen Köpfchen immer gut und fair zu besiegen. "Dark Sector" setzt hier die Messlatte hoch an und steckt in diesem Punkt einige Genre-Kollegen locker in die Tasche. Die Entwickler versuchen die Spieler mit einem simplen Trick dazu zu bringen, taktisch vorzugehen. Die Waffen der menschlichen Gegner haben einen Sensor, der sie für Infizierte nach wenigen Sekunden unbrauchbar macht. Da Hayden selbst auch ein Infizierter ist, kann er nur kurz mit diesen Waffen schiessen. Dadurch ist der Spieler gezwungen seine "Glaive"  einzusetzen, und mit taktischem Geschick seine Gegner zu bezwingen. Hayden rollt auf Knopfdruck in Deckung oder spurtet über eine Gerade um dann hinter eine Mauer zu hechten. Die Steuerung funktioniert nicht immer  perfekt, lässt aber schon ein kalkuliertes Vorgehen zu. Mit stumpfen drauf los schiessen überlebt hier niemand lange. Mit Fortschreiten im Spiel eignet sich Hayden nach und nach diverse Fähigkeiten an. So kann unser mutierter Freund zum Beispiel für kurze Zeit einen Schutzschild errichten, der Schüsse abprallen lässt. Ein weiteres wichtiges Feature ist die bereits erwähnte "Glaive". Diese Multifunktionswaffe wird für viele Rätsel benötigt, und lässt sich z.B. auch mit Feuer oder Elektrizität aufladen, um dann gegen Türen oder Alienorganismen geworfen zu werden, die den Weg versperren. Sehr interessant ist die Möglichkeit, die Klinge in Zeitlupe selbst zu steuern. So lassen sich auch Schalter aktivieren, die sich hinter einem Hindernis befinden. Dies hat den Entwicklern natürlich weiteren Spielraum für Rätsel ermöglicht, den sie auch rege ausgenutzt haben.

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