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Prototype

Heftige One Man Show

Test Guest getestet auf Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2

Nach langer Entwicklungszeit ist das mit Spannung erwartete Abenteuer um Hauptfigur Alex Mercer endlich da. Für Deutschland war der Titel zu hart und eine Freigabe wurde verweigert. Warum das so ist und weshalb man den Titel trotzdem gespielt haben sollte, erfahrt ihr hier.

Alex Mercer hat es nicht leicht: Zuerst wacht er ohne Erinnerungen mitten in New York auf, dann wird er vom Militär gejagt und erschossen nur um daraufhin festzustellen, dass er offenbar kugelsicher und ein Mutant geworden ist. Helden mit Gedächtnislücken haben derzeit Hochkonjunktur und so macht sich auch Alex auf, die Verantwortlichen für seine Misere zu finden und Licht in die dunklen Machenschaften eines wissenschaftlichen Konzerns namens «Gentek» zu bringen. Die Geschichte wird dabei nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt, sondern macht mal ein Sprung nach vorne, dann wieder nach hinten und so setzt sich aus den Erinnerungsfetzen von Alex langsam eine düstere Geschichte zusammen. Man spielt quasi zu Beginn den Schluss der Geschichte, die Alex voll ausgestattet mit all seinen Mutantenfähigkeiten in Aktion zeigt. Dieser Level dient als Tutorial, in dem man auch mit der komplexen Steuerung vertraut gemacht wird. Neben Schlag- und Trittkombos hat Alex auch beachtliche akrobatische Fähigkeiten entwickelt. Diese erlauben ihm nicht nur Meter hoch zu springen, im Affenzahn durch Häuserschluchten zu rennen und sämtlichen Hindernisse mit stylischen Saltos auszuweichen, sondern bei  Bedarf kann er auch senkrecht die Wände hochsprinten und einige Sekunden lang durch die Luft gleiten. Kombiniert man alle Fähigkeiten erhält man eine Ein-Mann-Kampfmaschine die es mit einer ganzen Armee aufnehmen kann. Neben dem Militär bekommt es Alex aber auch mit anderen Mutanten zu tun, denn offenbar hat sich bereits die halbe Stadt in grausame Monster verwandelt, die sich auf alles und jeden Stürzen was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Ständig wird man so in den Kampf zwischen Militärs und Mutanten hineingezogen. Wer des Laufens einmal Müde sein sollte, der kapert einfach einen Panzer oder schnappt sich im Flug einen Helikopter.

Im Verlauf des Spiels schaltet Alex immer neue Fähigkeiten frei, die ihm im Krieg mitten in New York helfen zu überleben. Darunter sind auch Spezialattacken, die sämtlichen Feinden auf dem Bildschirm mit einem Mal den Gar ausmachen. Die Gewaltdarstellung ist dabei mehr als explizit und man fragt sich schon, ob es jetzt sein muss das hier ein Körper gespalten oder da jemand zerquetscht wird. Die Entwickler haben zwar betont, dass sie ein völlig überzogenes Actionspiel machen wollten, was ihnen auch gelungen ist, bei der USK in Deutschland sah man das jedoch anders. Den Titel zu verbieten halte ich für falsch, aber in die Hände Minderjähriger darf diese Spiel auf keinen Fall geraten.

Lässt man den Gewaltaspekt einmal bei Seite, dann bekommt man ein düsteres und spannendes Abenteuer serviert, das dem Spieler viel Freiheit lässt und einen aufgrund der gelungenen Erzählweise und der Mischung aus Action- und Stealth-Elementen schnell in seinen Bann zu ziehen vermag. Da die Actionschraube aber von Beginn auf oberstem Niveau ist gibt es im Laufe des Spiels kaum mehr eine Steigerung. Wenn man den 50. Helikopter vom Himmel gefegt hat, bleibt er Aha-Effekt irgendwann aus. Ebenfalls hätte man sich etwas mehr Gegnertypen gewünscht, dafür agieren diese nicht nur als Kanonenfutter, sondern stellen euch teilweise auf eine harte Probe.

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