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Brütal Legend

Heavy Metal oder nur Altmetall?

Erster Eindruck Guest

In einer exklusiven Behind-closed-doors-Präsentation hat uns Entwicklerlegende Tim Schafer ("Day of the Tentacle") einen ersten Blick auf das Heavy-Metal-Abenteuer "Brütal Legend" werfen lassen. Wie unser erster Eindruck war erfahrt ihr hier.

Nach einer Odyssee von Publisher zu Publisher hat "Brütal Legend" nun endlich ein Zuhause bei EA gefunden, die den Titel im Herbst dieses Jahres veröffentlichen wollen. "Brütal Legend" ist eine Hommage an die Heavy-Metal-Kultur verpackt in ein witziges Action-Adventure. Darin verschlägt es den Roadie Eddie Riggs quer durch die Zeit in eine mystische Vergangenheit voll Rock’n’Roll. Einst regierten mächtige Titanen das gelobte Land des Rock und Gitarrenriffs hallten von überall her über das Reich. Bevor Eddie weiss wie im geschieht befindet er sich mitten in einem Krieg zwischen einem unterdrückten Volk und einer bösen Macht. An Eddie liegt es nun eine Armee aufzustellen, diese auszubilden und erfolgreich in die Schlacht zu führen. Als Roadie ist er natürlich für diese Aufgabe prädestiniert, den das Organisieren von Events ist ja quasi sein Job. Uns so macht er sich daran die höllischste Armee aller Zeiten auf zustellen, um das goldene Zeitalter des Metal wieder herbeizuführen.

Schon die Story des Spiel klingt wie aus ein Songtext und auch das Spiel zitiert die Eckpfeiler der Heavy-Metal-Kultur an allen Ecken und Enden. Für die abgefahrenen Levels z.B. haben sich Tim Schafer uns ein Team von CD- und Plattencovers inspirieren lassen. Auch die Charaktere erinnern nicht von ungefähr an bekannte Rockgrössen, und teilweise haben die auch ihren Gastauftritt im Spiel bekommen. So trifft man im Laufe seiner Reise u.a. auf Ozzy Osburne oder Kyle Gas, der zusammen mit Schauspieler Jack Black als Tenacious D". auf der Bühne zu sehen ist. Jack Black wiederum leiht Hauptcharakter Eddie seine Stimme und auch viel von seinem typischen Humor. Das Spiel ist eine wahre Gagorgie uns strotz nur so vor komischen Kommentaren und witzigen Dialogen. Insgesamt ist die englische Synchronisation sehr gut gelungen und wir vermutlich auch bei uns nicht neu vertont, sondern nur mit deutschen Untertiteln versehen. Sehr gut, den es wäre schaden, wenn der Wortwitz und Jack Blacks Performance in einer deutschen Synchronisation verloren gehen würden.

Im uns gezeigten Level, der den Beginn des Spiels markiert, sieht sich Eddie direkt mit dunklen gestalten konfrontiert, die dem Sensenmann nicht unähnlich sehen. Schnell greift sich Eddie also ein Axt, die in der Mitte der riesigen Halle im Boden steckt und macht den Gestalten in bester Hack’n’Slay-Manier den Gar aus. Kurze Zeit darauf findet Eddie eine mysteriöse E-Gitarre, deren Riffs für verheerende Auswirkungen unter den nachrückenden Feinden sorgt. Wie bei "Zelda: Ocarina of Time" könnt ihr auf der E-Gitarre verschieden Riffs spielen, die dann wiederum unterschiedliche Attacken auslösen. Zu Beginn sind die Sequenzen, die man nachspielen muss noch einfach gehalten, im späteren Verlauf muss man dann aber auch schon mal komplexere Tastenkombinationen in das Teil einhämmern. Die Riffs sind sozusagen mit Magie gleich zu setzten und lösen teils effektreiche Spezialattacken, wie ein Erdbeben oder eine Blitzgewitter aus. Zudem kann Eddie sich so Fahrzeuge herbeizaubern, mit denen er in den mehr als weitläufigen Levels schneller vorankommt. Die Fahrsequenzen bieten dann auch wieder eine nette Abwechslung von den Kampfeinlagen, auch wenn es dort nicht weniger Action lastig zur Sache geht. In der Präsentation musste Eddie mit seinem Auto durch ein Getümmel von Feinden, die teils Meterhoch waren, entkommen und schnellstmöglich von der unter ihm einstürzenden Brücke entkommen. Das Ganze wurde äusserst spektakulär in Szene gesetzt und sieht schon in der Vorabversion sehr gut aus.

Dies gilt auch für den Rest des Spiels, das mit seinen gigantischen Levels und vielen Details auftrumpft. Die Animationen sind sehr gut gelungen und unterstreichen den Comiclook des Spiels noch zusätzlich. Alles wirkt wie aus einem Guss und dürfte für Heavy-Metal-Fans der Spieletraum schlechthin werden. Aber auch wenn man mit der härteren Gangart der Musikrichtungen nicht viel anfangen kann, sollte man den Titel im Auge behalten, den mit "Brütal Legend" kommt so wie es aussieht ein spitzenmässiges Action-Adventure auf uns zu. Die Spielmechanik erinnert an Titel wie "Jack & Daxter" oder "Ratchet & Clank" einfach mit einem deutlich erwachsenerem Look. Zudem bietet der Titel auch einen strategischen Part, da man ja wie gesagt eine Armee rekrutieren und diese dann auch mit simplen Befehlen dirigieren kann. Alles soll ja letztendlich auf eine gigantische und epische Schlacht hinauslaufen, so hat es uns Tim Schafer jedenfalls versprochen. "Brütal Legend" bietet zudem einen Mehrspielermodus in dem verschiedene Fraktionen dann jeweils ihrer Armeen aufeinander loslassen dürfen. Ob das Ganze dann mehr als nur schmückendes Beiwerk ist wird sich noch zeigen müssen. Jedenfalls schön zu sehen, dass ein Spiel, dass ja eindeutig als Einzelspielererfahrung konzipiert wurde, auch einen Mehrspielermodus aufweist.

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