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Interview mit dem Gründer von GameRights.CH

Interview Roger

Wir hatten kürzlich die Gelegenheit mit Thomas, einem der beiden Gründer von GameRights.CH zu sprechen. Nachfolgend findet ihr das geführte Interview.

Zuerst einmal herzlichen Dank, dass Du Dich für ein paar Fragen zur Verfügung stellst.
Gern geschehen, vielen Dank an Euch für die Gelegenheit!

Was oder wer steckt hinter GameRights?
Primär sehen wir GameRights als Gemeinschaft von erwachsenen Gamern für ebensolche. Dario und meine Wenigkeit sind die Gründer und übernehmen die Administration, im Endeffekt ist es uns aber wichtig, die ganze Community in Entscheidungen und Aktionen miteinzubeziehen. Somit kann man sagen, dass hinter unserer Bewegung bisher knapp hundert volljährige Schweizer Gamer stehen, um zusammen eine Stimme zu formen - und es werden täglich mehr.

Für wen ist die Community gedacht?
Die Kriterien sind, dass man den Hauptwohnsitz in der Schweiz haben muss, der deutschen Sprache mächtig ist, volljährig und mündig ist und Gaming - egal ob auf der Konsole oder am PC - zu seinen Hobbies zählt. Hardcore-Zocker sind genauso willkommen wie Casual-Gamer, so lange sie unser Ziel teilen. Natürlich sollten Members auch ein gewisses Mass an Engagement und "Sinn für die Sache" mitbringen, denn nur so kommen wir weiter. Aber wir freuen uns über jeden neuen Member - ich versuche immer noch, jeden Neuzugang per PM persönlich zu begrüssen...
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Du sagtest, dass der Hauptwohnsitz in der Schweiz liegen muss - was ist mit den Gamern aus Deutschland und Österreich, oder solche aus den französischen, italienischen und rätoromanischen Teilen der Schweiz?**
Das Thema haben wir lange diskutiert, zum Teil auch in der Community. Das Übersetzen der Seite wäre wohl an sich nicht das Problem, jedoch wäre es kompliziert und sehr zeitraubend, jeden einzelnen Artikel in drei andere Sprachen zu übersetzen. Ausserdem wird die Diskussion momentan in der Deutschschweiz am vehementesten geführt. Die Idee ist aber nicht vom Tisch; wenn wir viel Zuwachs erhalten und die Nachfrage aus den anderssprachigen Teilen der Schweiz signifikant anwächst, werden wir die Möglichkeit ernsthaft in Betracht ziehen. Eine Ausbreitung der Community auf Deutschland oder Österreich ist zur Zeit kein Thema, da wir die Probleme der Fehlinformation durch die Medien erst mal hierzulande auf- und angreifen wollen. Partnerschaften mit ähnlichen Bewegungen in diesen Ländern wären in Zukunft aber bestimmt möglich.

Was wollt ihr mit eurer Aktion erreichen?
Zunächst versuchen wir, innerhalb der Schweizer Gaming-Szene einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen und möglichst viele engagierte Leute für uns zu gewinnen. Im Endeffekt ist unser Ziel, ein Gegengewicht zum Trend des "Game-Bashing" zu setzen. Bei mittlerweile jeder massiven Gewalttat, welche durch einen jungen Menschen mithilfe von Schusswaffen verübt wird, liest man als erstes am nächsten Tag, dass der Täter zuvor an "Killerspielen" wie Counter-Strike seine Tat "geübt" und "vorbereitet" hätte, beziehungsweise dass ein solches Spiel ihn zu dem Wahnsinn bewogen hat, und ähnliche Fehldarstellungen. Im Beispiel von Winnenden reichte gewissen Zeitungen ja schon der Fakt, dass Tim Kretschmer Counter-Strike einfach nur installiert hatte, um dem Spiel die Schuld unterzuschieben. Politiker in der Schweiz versuchen, Gewalt darstellende Spiele komplett zu verbieten, worin wir eine klare Bevormundung mündiger Bürger sehen. Jeder erwachsene Mensch in diesem Land hat das Recht, jegliche Medien zu konsumieren die er oder sie will, solange in den Darstellungen keine realen Lebewesen gequält, gefoltert, hingerichtet oder sonstwie misshandelt werden. Und dieses Recht möchten wir behalten. Ein Hauptziel ist die korrekte Aufklärung der Bevölkerungsteile, welche nicht mit Games in Berührung kommen und somit durch die Gamegegner sehr leicht manipulierbar sind - Games sind ja schon seit Jahren ein beliebter Sündenbock. Für diesen Zweck prüfen wir verschiedene Möglichkeiten. Ausserdem setzen wir uns für die Erlassung eines Gesetzes ein, welches Verkäufer von Computer- und Videogames rechtlich an die USK- und PEGI-Ratings bindet - Verkauf und Weitergabe solcher Spiele an Minderjährige soll unter Strafe stehen.
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Hattet Ihr schon Kontakt mit Spieleproduzenten, wenn ja wie haben diese reagiert?**
Bislang haben wir uns darauf beschränkt, Beziehungen und Partnerschaften mit den grösseren Game-Webseiten in der Schweiz aufzubauen. Aktuell führen wir mit Games.ch, GBase.ch sowie TheGNet.ch Bannerpartnerschaften. Mit dem Spieleshop "World of Games" ist eine solche Partnerschaft in Planung. Mit Spieleproduzenten hatten wir bislang konkret keinen Kontakt, in der Schweiz sind diese ja, verglichen mit Deutschland zum Beispiel, nicht wirklich stark aktiv. Wir erwägen jedoch momentan Partnerschaftsanfragen an die Swiss Interactive Entertainment Association (SIEA).

Sind spezielle Aktionen oder Events eurerseits geplant?
Im Gespräch ist momentan die Gründung eines Vereins, welcher aus ein paar ausgewählten GameRights-Members bestehen soll und als Steuerorgan für die Community dienen soll. Die Community an sich bleibt jedoch bestehen, und niemand wird gezwungen, dem Verein beizutreten. So hätten wir auch in der Öffentlichkeit eine bessere Stellung, da Vereine als juristische Person anerkannt werden und einfach eine akzeptierte Form der Gesellschaftsbildung sind. Wir gehen davon aus, so ein breiteres Publikum erreichen zu können und uns als seriöse Gemeinschaft zu etablieren. Ausserdem werden wir Flyer verteilen, um weiter auf uns aufmerksam zu machen, dies an öffentlichen Orten sowie Game-Veranstaltungen wie LAN-Parties.

Habt Ihr schon Feedback von offizieller (staatlicher) Seite erhalten?
lächelt Uns gibt es noch nicht lange, und wir sind noch recht klein, also blieben Rückmeldungen von staatlicher Seite bislang leider aus. Wir sehen uns ja auch als simple Vereinigung ohne Zugehörigkeit zu politischen Parteien oder Religionen. Aber sollte effektiv ein Verein gegründet werden, wäre das Ganze natürlich offizieller und staatlich anerkannt. Konkrete Gesetzvorschläge oder Ähnliches haben wir noch nicht eingereicht.

Wir danken Dir für das Interview und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

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