Games.ch

Der Pate 2

Innovatives Konzept mit einigen Macken

Test Guest getestet auf Beachlife: Virtual Resort

Silvester auf Kuba im Jahr 1958: Der letzte grosse Pate aus der goldenen Zeit der Mafia, Hymann Roth, hat die Oberhäupter der Familien auf dem Eiland versammelt. Er ist es, der die Familien zusammenhält und verhindert, dass sie sich gegenseitig anfallen. Rosige Zeiten stehen der Familien auf der Sonneninsel bevor, wäre da nicht die sagenumwobene „La Revolucion“, von der die Mafiosi überrascht werden. Auf der Flucht von der Insel wird Hymann Roth von den Guerillas getötet und die Machverhältnisse in den Staaten müssen neu erkämpft werden…

Zurück in New York wird man beauftrag eine neue, starke Ära der Herrschaft der Corleone-Familie zu schaffen. Nach dem Tod von Hymann Roth ist ein Machtvakuum entstanden und die Zeichen stehen auf Krieg.  Es gilt Geschäfte zu übernehmen, Betriebe zum Geldwaschen zu gewinnen und „qualifiziertes Personal“ für die Familie zu rekrutieren. Natürlich geben einem die anderen Mafia-Clans von ihrem Revier nicht widerstandslos einen Teil des Kuchens ab und versuchen gleichzeitig ihr Einflussgebiet zu vergrössern.

Die grosse Neuerung in diesem Spiel ist die so genannte "Don-View". Darin erhält man eine 3-D-Übersicht über die Stadt, sieht auf einen Blick wer welches Geschäft kontrolliert, hat seine Finanzen im Überblick, das Familienmanagment ist dort untergebracht, Wachen für eigene Geschäfte können dort zugewiesen werden, Familienmitglieder mit Aufgaben versehen werden und vieles mehr. Eine wirklich interessante Neuerung, die ich so noch nie auf der Konsole gesehen habe. Das ganze Spiel ist eine Mischung aus taktischen Massnahmen, die in der erwähnten "Don-View" gesteuert werden und der normalen Open-World-Action, die erledigt werden muss. Man ist wird angehalten beide Teile im Spiel zu nutzen, will man nur in der Open-World-Action bestehen und vernachlässigt die taktische Komponente, wird man schnell scheitern. Das selbe gilt auch umgekehrt, wenn man sich nur auf die "Don-View" konzentriert. Beide Möglichkeiten des Spiels müssen optimal genutzt werden, um siegreich zu sein. Das neue Gadget konnte mich jedoch voll und ganz überzeugen. Anfangs ist es zwar ein bisschen unübersichtlich aber mit der Zeit lernt man ziemlich schnell, wie man effektiv in der "Don-View" operiert. Mir hat es wirklich Spass gemacht in einem solchen Spiel auch mal taktisch und logistisch zu arbeiten. Die Controller-Belegung ist typisch für diese Art Games und unterscheidet sich nicht gross von anderen Open-World-Spielen im Stil von "GTA" oder dem "Der Pate"-Vorgänger. Anders als in den meisten Spielen muss man seine Gegner allerdings nicht mehr alleine erledigen. Über die "Don-View" kann man sich Familienmitglieder zur Seite stellen, die einem den Rücken frei halten oder mit ihren verschiedenen Spezialfähigkeiten einen Vorteil im Kampf gegen die anderen Familien schaffen. Man kann sie zudem auch alleine los schicken, um z.B. ein Geschäft zu übernehmen oder eines in eigenem Besitz bei einem gegnerischen Übernahmeversuch zu verteidigen. Leider endet ein selbständiger Übernahmeversucht durch die KI- gesteuerten Familienmitglieder selten erfolgreich. Dagegen sind sie in der Verteidigung sehr stark. Ganz nach dem Motto: "Good offense wins games, good defense wins championship".

Die Kameraführung trägt bei solchen Titeln auch massgeblich zur Spielfreude bei und da gibt es hier nichts zu beklagen. Die KI ist jedoch von vorgestern, Gegner gehen bei Feuergefechten zwar in Deckung, aber das ist schon alles was an Intelligenz gezeigt wird. Meistens rennen sie planlos auf einem los und sind sehr leicht auszuschalten. Ab und zu rufen sie während Schiessereien zwar noch Verstärkung bei, die ist dann aber wieder so einfach aus dem Weg zu räumen, dass es nicht drauf ankommt. Auch die Polizei scheint mehr zur Dekoration da zu sein, denn wenn ein Polizist einen einmal bei was Verbotenem erwischt, ist das Problem mit dem Ausschalten des Gesetzeshüter schon erledigt. Alles in allem ist die KI  für einen solchen Titel und auf einer Next-Generation-Konsole wirklich nur peinlich. Dem schliesst sich leider auch die grafische Umsetzung an, "GTA Vice City" lässt grüssen. Vor fünf Jahren wäre das Gebotene noch ganz ansehnlich gewesen, aber nicht mehr im Jahre 2009. Lieblos gestaltet Städte und hakelige Animationen sind alles andere als zeitgemäss. Die Zwischensequenzen bieten zwar viel Gangsteratmosphäre, aber auch sie wirken grafisch ziemlich angestaubt.

Ebenfalls negativ schlägt sich auch die akustische Untermalung zu buche, von Sound kann nämlich nicht wirklich gesprochen werden. Die Waffensounds ist zwar noch ganz in Ordnung, und die Synchronisation ist einigermassen gelungen. Die restliche Soundcodierung gehört aber im Gegensatz dazu zum Schlechtesten, was ich in letzter Zeit zu hören bekommen habe. Alles ist viel zu leise und in der Qualität wirklich schon fast unterirdisch. Sogar "Tetris" auf dem Ur-Gameboy bietet einem mehr Abwechslung.

Kommentare