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Open-World-Action vom Feinsten

Test Guest getestet auf Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2

Endlich ist der PS3-Exklusivtitel da, der für frischen Wind im Open-World-Sektor sorgen möchte. In ausgiebigen Spielsessions haben wir uns das düstere Abenteuer rund um den Helden Cole mal vorgenommen und sind durchaus angetan.

Schon in der spielbaren Eröffnungssequenz wird klar, hier wird ganz grosses Kino geboten. Nach einer gewaltigen Explosion liegt halb Empire City in Schutt und Asche. Die Verwüstung ist flächendeckend und wir sind mitten drin. Mehr tot als lebendig schleppt sich Cole durch die eingestürzte Häuserblöcke, überall fallen Gebäudeteile herunter und ganze Hausteile fallen in sich zusammen. Als wir an einem elektrischen Verteilerkasten vorbeilaufen wird Cole plötzlich von heftigen Blitzen durchfahren. Doch wo jeder andere sicher den Löffel abgegeben hätte, fängt Cole sich wieder an besser zu fühlen. Er selbst weiss nicht wie ihm geschieht, doch offenbar kann er an jeder elektrischen Quelle Energie abzapfen, was unter anderem seine Heilung vorantreibt. Doch was hat es mit all dem auf sich? Diese Frage bildet das Grundgerüst für ein spektakuläres aber nicht minder düsteres Abenteuer, in das wir uns nun stürzen dürfen.
Nach dem beeindruckenden Prolog beginnt das eigentliche Spiel nun ein paar Tage nach der Katastrophe. Cole hat sich mittlerweile erholt und bemerkt, dass er ungeahnte Kräfte entwickelt. So kann er sich nun von Häusern stürzen, ohne sich sämtliche Knochen zu brechen. Zudem kann er abzapfen Energie diese wieder frei setzen, und zwar in Form von Energiestössen, die jeden Gegner zur Strecke bringen. Und Gegner hat es massenweise in Empire City, denn wie Cole hatte die mysteriöse Explosion auch Auswirkungen auf andere Bürger der Stadt. Der Einfluss der Explosion hat aus den Kriminellen sozusagen Superschurken gemacht, die sich in verschiedene Gangs aufteilen. Am Anfang trifft man noch auf relativ harmlose Zeitgenossen, die vor allem durch ihre Überzahl zum Problem werden, im Verlauf des Spiels wird man aber mit immer resistenteren Brocken konfrontiert, die zudem auch spezielle Kräfte entwickelt haben. Zudem gibt es in jedem Abschnitt einen Oberboss, der dann nochmals eine besondere Herausforderung darstellt.

Maximum Power!
Bis man aber auf einen Endgegner trifft gilt es jede Menge Aufträge zu erledigen (allein 100 Nebenmissionen) und nicht zu letzt dafür zu sorgen, dass die Stadt wieder mit Energie versorgt wird. In jeder Zone findet man einen Zugang zum Untergrundsystem der Stadt. Hier muss sich Cole in gewagter Jump’n’Run-Manier seinen Weg bis zum Hauptverteiler bahnen um diesen dann mit ein paar Ladungen wieder zum Laufen zu bringen. Im Untergrund schaltet man zudem neue Fähigkeiten frei, die einem das Leben in Empire City doch sehr erleichtern. Während Cole zu Beginn nur Energieladungen verschiessen kann, lernt er den Strom, der durch ihn fliesst, auf immer neue Weise einzusetzen. So lernt er im Laufe des Spiels mächtige Blitze zu schleudern, eine Art Energiegranate zu werfen, Feinde in der Entfernung mit einer Art Snipermodus aufs Korn zu nehmen oder über Schienen und Kabel zu Grinden. Kombiniert man dies mit der später erhältlichen Fähigkeit eine gewisse Zeit zu schweben, kann man sich in Windeseile über die Stadt hinweg bewegen.**

Flink wie ein Wiesel**
Wer dachte, das Altair aus "Assassin’s Creed" ein begnadeter Kletterer war, der sollte sich die Freeclimbing-Akrobatik von Cole mal anschauen. Der Mann bekommt auch jeden noch so kleinen Vorsprung zu greifen und erklimmt in Rekordzeit die höchsten Gebäude. Man merkt, dass die Programmierer der bekannten "Sly Racoon"-Serie am Werk waren, den die Sprung- und Klettereinlagen erinnern vom Handling her stark an die Manöver des diebischen Waschbärs. Man muss sich schon sehr ungeschickt anstellen um herunterzufallen, denn Cole reagiert beinah magnetisch auf alles was er greifen kann. Teilweise gestaltet es sich sogar als schwierig, wenn man irgendwo bewusst herunterfallen möchte, da der Kerl einfach immer wieder an einer Stelle Halt findet. Trotzdem gibt es, vornehmlich in den Untergrundabschnitten, durchaus knifflige Sprungpassagen, die einiges Geschick und präzises Timing verlangen. Da in der Kanalisation bekanntlich auch Wasser zu finden ist, sollte man hier einen Absturz tunlichst vermeiden, den Wasser ist praktisch das Kryptonit, von Cole. Aber spätestens, wenn man die Flugfähigkeit freigeschalten hat, sollten die Sprungeinlagen kein grösseres Problem mehr darstellen. Insgesamt ist die Steuerung sehr gut gelungen und bietet eine gelungene Mischung aus Anspruch und guter Handhabung. Im Kampf kommt sogar noch eine Prise "God of War" dazu, da Cole ähnlich wie Kratos auf eine Mischung aus Angriff und Ausweichen setzt. Ganz so dynamisch wie der Spartaner ist er aber dann doch nicht. Trotzdem macht es Spass sich mit Cole einer Überzahl von Feinden entgegenzustellen um diese dann mit den verschiedenen Fähigkeiten in die Mangel zu nehmen.

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