Games.ch

The Wheelman

Actiontraum für Fahranfänger

Test Guest getestet auf Beachlife: Virtual Resort

Es scheint, als hätte Schauspieler Vin Diesel Videogames nun endgültig als Plattform für sich entdeckt. Bis der mit Spannung erwartete "Riddick"-Nachfolger am Start ist, dürfen Hobbyganoven und Autobahn-Rambos derweil mit dem "Wheelman" in Barcelona auf den Putz hauen.

Eigentlich hätte das Spiel ja schon längst erscheinen sollen, wurde aber immer wieder verschoben, was oftmals kein gutes Zeichen ist. Vor etwa einem halben Jahr konnte ich das Spiel schon mal in einer Vorabversion begutachten, die natürlich noch einige Macken aufwiese. Das vollmundige Versprechen des Publisher, dass bis zum Erscheinungstermin noch weiter am Spiel geschraubt würde, hat mich aber zuversichtlich gestimmt. Jetzt ist der ursprüngliche Publisher Midway pleite, Ubisoft hat den Vertrieb übernommen und das Spiel ist auf einmal da. Immer noch in der Hoffnung, man hat die letzten Monate weise genutzt, werde ich schon kurz nach Spielstart eines besseren belehrt, denn eigentlich sieht alles noch so aus wie vor einem halben Jahr. Doch fangen wir doch vorne an…

Vin Diesel, der mit seiner Produktionsfirma, massgeblich an der Entwicklung des Games beteiligt war, hat enormen Wert auf eine kinoreife Inszenierung gelegt. So wird man gleich zu Beginn mit Film-typischen Kamerafahrten durch ganz Barcelona direkt ins Auto zu einem glatzköpfigen Sonnenbrillenträger katapultiert. Auftritt von Milo aka. Vin Diesel, der hier als undurchsichtiger Wheelman versucht in der zweit grössten spanischen Stadt ein Verbrechersyndikat zu unterwandern.  Den vorbeifahrenden Polizisten scheint der im Auto wartende Muskelberg suspekt zu sein, doch sie fahren weiter. Plötzlich ertönen Sirenen, eine Frau flüchtet übereilt aus einem Gebäude und hechtet zu uns ins Auto. Dies bildet den Auftakt zu einer spektakulären Flucht, die auch gleichzeitig das spielbare Tutorial darstellt und in einer grandiosen Fahrt durch den ersten Stock eines Bürogebäudes gipfelt.

Hüpfspiele
Im grossen und Ganzen steuert sich alles so, wie man es aus einem Dutzend anderer Aracde-Racer kennt. Doch wo bei den meisten Spielen der rechte Stick dem Umsehen dient, startet der Wheelman bei einer Bewegung nach rechts, links oder vorn eine verheerende Rammattacke mit seinem Gefährt. So kann man seine Verfolger so lange bearbeiten, bis sich ihr fahrbarer Untersatz in seine Einzelteile auflöst, was nicht selten mit einer kleinen Kamerafahrt in Szene gesetzt wird. Natürlich üben sich Gegner nicht in Zurückhaltung, sondern legen alles daran, auch euch in die virtuelle Streckenbegrenzung zu schicken. So kommt es zu Adrenalin-fördernden Hochgeschwindigkeitskämpfe in der Innenstadt, die ein wenig an die Reibereien aus "Burnout" erinnern. Auch in Sachen Geschwindigkeitsgefühl hat "The Wheelman" durchaus seine Momente, das entsprechende Fahrzeug vorausgesetzt. So weit ich das als Laie beurteilen kann, sind alle Autos und Motorräder im Spiel lizensiert. Die Spanier scheinen dabei vor allem auf Opel abzufahren, da jedes zweite Auto nämlich einen Blitz im Logo trägt. Dass es sich dabei auch noch immer um die selbe Karre handelt, macht es nicht gerade authentischer. Natürlich darf Milo, er nennt sich im Spiel übrigens nur Wheelman, jederzeit das Fahrzeug wechseln und im "GTA"-Stil jedes Fahrzeug kapern. Im Vergleich zu Nico Belic und Co. hat Milo aber einen Trick drauf, der seines Gleichen sucht. Wer bei voller Fahrt im richtigen Timing den B-Knopf drückt, erlebt wie der Wheelman die Fahrertür öffnet, aufs Dach steigt, auf das angepeilte Fahrzeug springt und den Fahrer mit ein paar Schläge höflich aber bestimmt aus dem Fahrzeugraum bewegt. Klingt abgefahren? Ist es auch, doch längst nicht der einzige Trick, den unser Fahrer drauf hat. Wer Objekte zerstört und ausgiebigen Gebrauch von der Handbremse macht, lädt eine kleine Leiste auf, die wenn sie voll ist, zusätzliche Möglichkeiten offeriert. So darf entweder eine Turbo gezündet oder in Zeitlupe bestimmte Stellen an gegnerischen Fahrzeugen beschossen werden. Richtig cool ist aber erst das "Cyclone"-Feature. Ist die Leiste gefüllt und man drück auf dem Digikreuz nach unten, dann macht das Fahrzeug eine 180-Grad-Drehung und man darf in Zeitlupe aus dem Fahrzeugraum heraus die Gegner mit Blei füttern. In solche Augenblicken kommt man sich dann natürlich wie der Hirsch am Platz persönlich vor, und kann verstehen, weshalb unser Charakter im Spiel so ein grosses Ego hat. Leider kommt es sowohl beim Air-Jacking als auch bei den Zeitlupenfeatures immer wieder zu kleinen Verzögerungen, wenn das Spiel wieder in den normalen Ablauf zurückschaltet. Hier hätte man sich gewünscht, dass das Ganze etwas flüssiger zwischen den verschieden Spielsituation hin und her wechselt.

Kommentare