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Scorpion: Disfigured

Wenn schon klauen, dann wenigstens gut!

Test Guest getestet auf Filme

Die Ankündigung des Shooters "Scorpion Disifigured" klang erst Mal sehr viel versprechend: Spezialanzug, Psi- und erweiterbare Charakterfähigkeiten und dazu die tollen Vorabbeurteilungen. Die Spannung war gross und um so grösser ist die Enttäuschung über den wirklichen Zustand des Spiels.

Die Ankündigung des Shooters "Scorpion Disifigured" klang erst Mal sehr viel versprechend: Spezialanzug, Psi- und erweiterbare Charakterfähigkeiten und dazu die tollen Vorabbeurteilungen. Die Spannung war gross und um so grösser ist die Enttäuschung über den wirklichen Zustand des Spiels.

Der Spieler verkörpert die Figur "Scorpion", und der hat eine Mission: In ein Labor einsteigen, einen Virus bergen, dabei haufenweise Mutanten und Militär aus dem Weg räumen und nebenbei einer uninteressanten Story folgen. Zur Hilfe hat man dafür einen Spezialanzug, mit welchem man Fähigkeiten wie Telekinese oder Gedankenkontrolle einsetzen kann. Guter Ansatz, schlechte Umsetzung! Die Spezialfähigkeiten sind viel zu teuer und die Anschaffung lohnt sich erst im spätern Spielverlauf. Der Schiessprügel ist zudem immer die bessere Wahl, da es viel zu lange dauert, bis die Fähigkeiten einsatzbereit sind. So ballert man sich relativ stupide durch die wenig interessanten Levels und die mehr oder weniger belanglose Story.

An einigen Stellen fordert der Shooter dann doch ein wenig Geschick vom Spieler und der Ansatz mit den ausbaubaren Charakterfähigkeiten ist durchaus spannend, wird aber durch üble Designschnitzer wieder zunichte gemacht. Vor allem im späteren Spielverlauf sind die Levels so verwirrend aufgebaut, dass man den Ausgang trotz 3D-Karte kaum finden kann. Desweiteren zerren allerlei kleine Dinge stark an den Nerven. Ebenfalls sehr fragwürdig ist das schlechte Zielsystem. Für gewöhnlich treffe ich einen Gegenstand wenn ich mich 2 Meter davor befinde., hier jedoch schiesst der Held einfach ständig daneben, obwohl das Fadenkreuz sich optimal über dem Ziel befindet. Natürlich kann man die Fertigkeit des Zielens mittels Charakterverbesserungen optimieren, es ist aber trotzdem fragwürdig, ob so etwas in einem Shooter überhaupt gewünscht ist. Ein ebenfalls starker Spasskiller sind fehlende Animationen bei Gegnern, wenn diese getroffen werden. Mit Bestimmtheit tot ist der Widersacher erst wen er zu Boden geht und sich nicht mehr bewegt. Wenn dies nach mehren Magazinen endlich eintrifft, kann man den Guten nach Munition und Energie für Anzug und Psi-Kräfte durchsuchen. Die Steuerung ist leider viel zu fummelig und umständlich geraten, was sich besonders beim Einsatz der Psi-Kräfte bemerkbar macht.

Die Optik erinnert stark an "Bioshock", erreicht aber zu keinem Zeitpunkt dessen Grafikpracht. Der Zeitlupenmodus wiederum weckt Erinnerungen an "F.E.A.R.", erreicht aber auch dort nicht die Qualität des Originals. Ansonsten herrscht das immer gleiche graue Farbenspiel in Verbindung mit übertriebenen Unschärfeeffekten. Atmosphärisch reicht "Scorpion Disfigured" nicht im entferntesten an eines der Spiele heran, aus denen es sich so grosszügig an Designideen bedient hat. Der Sound und die Lokalisierung, so fern vorhanden, sind unterste Schublade, und die deutschen Synchronsprecher leifern mit die schlimmste Arbeit ab, die es in der Videospielgeschichte bisher zu hören gab. Teils fehlt die Sounduntermalung sogar komplett und das Gequake aus den Lautsprechern ist kaum zu ertragen. Letztes Manko: Ein Mehrspieler Modus fehlt komplett, was angesichts der mangelnden Qualität des Hauptspiels vielleicht aber auch besser ist.

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