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Grand Slam Tennis

Besser als "Wii Sports Tennis"

Test Guest getestet auf Black & White: Insel der Kreaturen

Die Kontrollmöglichkeiten auf der Wii schreien ja förmlich nach einer Tennissimulation. Die Sportart gehört bei "Wii Sports" definitiv zu den Highlights, doch von einer Simulation ist das Minispiel weit entfernt. Hier setzt der neue EA-Titel an und verspricht dank "Wii Motion Plus" echtes Tennis-Feeling.

"Grand Slam Tennis" vereint nicht nur die besten aktuellen und ehemaligen Spieler sondern erstmals auch alle grossen Tennisturniere in einem Spiel. Sämtliche Spieler präsentieren sich in einem stilisierten Comiclook und ihren typischen Gestiken. Das sieht ganz nett aus aber ist wohl auch ein Tribut, den es an die limitierte Power der Wii zu zollen gab. Die Comicversionen von Federer, Becker und Co. sind manchmal zwar erst auf den zweiten Blick zu erkennen, doch dank gelungener Animationen weht zumindest ein Hauch von Realismus über den Center Court. Bevor man sich in sein erstes Match stürzt, sollte man dem Trainingsplatz noch einen Besuch abstatten. Hier wird man nämlich mit der verfeinerten Steuerung und den Eigenheiten des "Wii Motion Plus"-Aufsatzes vertraut gemacht. Der soll dafür sorgen, dass die ausgeführten Bewegungen 1:1 auf den Spieler übertragen werden. Neben geraden Schlägen lassen sich so auch Slices und Top Spins spielen. Zudem hat man mehr Einfluss auf die Richtung, in die der Ball gespielt werden soll, sowie die Härte des Schlags. Soweit so gut in der Theorie, doch wie sieht die Praxis aus?

Die Feinheiten
Gleich im ersten Match treffe ich auf den Titan, den Tennisgott, the man himself: Roger Federer. Ich habe mich für das 80er-Jahre-Tennisidol Boris Becker entschieden, der in der Übersicht mit guten Werten glänzt. Aufgeschlagen wird wie in "Wii Sports Tennis". Man ahmt mit der Wiimote das Hochwerfen des Balls nach und macht dann im richtigen Moment eine Aufschlagbewegung. Mit dem Steuerkreuz kann man dem Ball noch etwas Drall nach links oder rechts geben. Das Funktioniert gut, kennt man so aber eben auch schon von der Konkurrenz. Da ich mich zu Beginn für die Steuerungsvariante nur mit Wiimote entschieden  habe, läuft meine Spielfigur selbstständig zum Ball, ich muss nur noch zuschlagen. Wobei "nur" etwas untertrieben ist, den das sich "Gran Slam Tennis" als Simulation versteht, müssen Timing und Schlägerhaltung exakt stimmen, sonst trifft man entweder gar nicht, oder so wie man es eigentlich nicht wollte. Aufgrund des "Wii Motion Plus"-Aufsatzes, der dem Spiel übrigens beiliegt, muss man darauf achten, den Controller korrekt zu halten, da die Spielfigur immer versucht diese Haltung nachzuahmen. Das klappt zwar ganz gut, von einer 1:1-Übertragung kann aber keinesfalls die Rede sein. Im Vergleich zum Pendant aus "Wii Sports" reagiert der Spieler hier zwar sensibler und genauer, doch irgendwie sieht das alles noch nicht so aus, wie man sich dies aufgrund der Controller-Erweiterung vielleicht erhofft hätte. Lobenswert ist, dass man während des Spiels jederzeit das Nunchuck an- und ausstöpseln kann. Mit dem Nunchuck kann man seinen Spieler dann selbst über den Platz lotsen, was den Schwierigkeitsgrad dann aber gleich mal gewaltig anhebt. Doch so hat man mehr Kontrolle darüber, wie sich die Spielfigur zum Ball stellt und auch über die Schläge an sich. In meinen ersten Matches sah ich aber alt aus, was vermutlich auch dran lag, dass ich gegen den bester Spieler aller Zeiten antreten musste.

Mit etwas Verspätung
Soweit so gut, die Schlagerkennung ist also exakter und genauer geworden und das Gameplay geht durchaus als Simulation durch. Doch jetzt kommt der grossen Haken an der Sache, nämlich eine leichte Verzögerung zwischen ausgeführter Bewegung mit der Wiimote und er Ausführung auf dem Bildschirm. Dieses Delay führt dazu, dass man anfangs häufig zu spät zuschlägt, weil es einen kurzen Moment dauert, bis ein Schlag auch tatsächlich ausgeführt wird. Schon in der Präsentation ist mir dies aufgefallen, doch dass sich dieses Manko nun in die finale Version geschummelt hat, ist natürlich sehr unglücklich. So geht das an sich gelungene Spielgefühl wieder den Bach runter, zumindest bis man sich daran gewöhnt und den Dreh mit dem richtigen Timing raus hat.

Spiele für alle
Neben den Turnieren und Einzelspieler-Matches, darf man natürlich auch mit bis zu drei weiteren Freunden den Tennissport zelebrieren. Gerade im Mehrspielermodus kommt richtig Laune auf. Dabei hat sich im Test herausgestellt, dass Spieler mit einem "Wii Motion Plus"-Aufsatz nicht wirklich einen Vorteil haben, nur mit Wiimote spielt es sich beinah genauso gut. Neben den normalen Tennismatches warten auch noch Partyspiele oder man darf sich einen eigenen Spieler kreieren und in Matches langsam aufleveln.
Als Freund elektronischer Musik hat mir auch der Soundtrack des Spiels gut gefallen, der mit vielen Club tauglichen Tracks und groovigen Beats überrascht. Auch der Sprecher, der hier ausnahmslos in reinstem British English kommentiert, verrichtet einen guten Job. Das Publikum ist mal wieder unter aller Kanone und auch sonst hätte man sich beim Drumherum mehr Mühe geben können.

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