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Castlevania: Lords of Shadow

Gelingt der Serienneustart?

Erster Eindruck Guest

Bald erscheint der neuste Teil der Kult-Serie rund um den Belmont-Clan. „Lords of the Shadow“ soll den Neustart der Serie markieren und hat nichts mit den vorherigen Teilen zu tun. Die ersten bewegten Bilder haben extrem stark an die „God of War“-Serie erinnert. Kann man darauf tatsächlich einen Serienneustart zementieren? Wir waren bei Koch Media und haben uns als Gabriel Belmont ins Abenteuer gestürzt.

Die Allianz zwischen dem Himmel und den Menschen ist von einer dunklen und bösartigen Kraft bedroht. Die Kraft trägt den Namen „Lords of Shadow“. Diese Ungereimtheiten zwischen Himmel und Hölle haben schwerwiegende Konsequenzen für die Menschen, denn die Himmelspforte wurde einfach so mal kurzerhand geschlossen. Was in Terry Pratchetts Roman „Alles Sense!“ durchaus zu urkomischen Szenen und Untotenselbsthilfegruppen führt, stürzt die an Südeuropa angelehnte Fantasiewelt in düsteres Chaos, denn Tote können die Erde nicht verlassen und werden so zu Monstern, die die Lebenden attackieren. Gabriel Belmont, der der Bruderschaft des Lichts angehört hat deshalb seine Frau Marie verloren, die nun im Limbus, also der Vorhölle, gefangen ist. Es ist nun an Gabriel sie zu befreien und den Vertrag mit dem Himmel wiederherzustellen.

Die Geschichte wird euch von Sir Patrick Stewart höchstpersönlich erzählt. Der aus Star Trek: The Next Generation als Captain Jean-Luc Picard bekannte Schauspieler begegnet euch auch in Form von Gabriels Mentor Zobek.

Wer nun tatsächlich einen absoluten „God of War“-Klon erwartet hat, ist aber schief gewickelt. Klar, das Kampfsystem funktioniert im Prinzip genau gleich und die Waffe von Gabriel erinnert auch an Kratos’ Klingen, aber dennoch fühlt sich „Castlevania: Lords of Shadows“ anders an, als das PS3-exklusive Abenteuer rund um den griechischen Halbgott.
Gleich von Beginn weg fällt auf, dass das Weltendesign völlig anders funktioniert als in „God of War“. Kratos marschiert ja grundsätzlich immer durch griechische Tempel, mal durch die Unterwelt und riesige Gewölbe. Castlevania schickt euch an viel unterschiedlichere Orte. Beim kurzen, etwa zweistündigen Anspielen konnten wir eine Eiswelt besuchen, einen unglaublich schön designten, magischen Dschungel, einen Sumpf, ein mittelalterliches Dorf bei Nacht – und alle haben Eines gemeinsam: Sie wirken enorm detailliert und enorm liebevoll gestaltet. Hin und wieder findet man Schriftstücke von toten Rittern, die Briefe nachhause geschrieben haben und deren trauriges Schicksal ihr erfahrt. Stellenweise erinnert das Abenteuer stimmungsmässig auch an „Demon’s Souls“ für die PS3, was daran liegt, dass auch in „Demon’s Souls“ Westen auf Osten trifft, sprich westliches Setting von Designern aus Japan. Das führt zu einer ganz eigenartigen Atmosphäre, die im Gegensatz zu westlichen Produktionen, nicht durch epische, orchestrale Musik, sondern auch mal einfach durch Stille illustriert wird.

Während in Spielen wie „Dragon Age: Origins“ die Story in ausschweifenden Phrasendreschereien erklärt wird, reichen bei „Castlevania“ nur wenige Worte, wenige Sätze und dafür eine enorme Bildsprache. Die autoritätsschwangere Stimme von Patrick Stewart passt dazu perfekt ins Geschehen und sorgt immer wieder für ehrfürchtige Gänsehaut.
Das Spiel reisst von der ersten Sekunde mit und spielt sich schön flüssig und bietet genügend Abwechslung. Es gibt Spielsituationen wo man minutenlang nicht kämpft, sondern schlichtweg durch die Welt läuft, Storyelemente mitbekommt, hier und da ein Rätsel (von extrem simpel bis ziemlich knifflig)  löst und die Grafik geniesst. So hat „Lords of Shadow“ einen schön flüssigen und extrem natürlichen Charakter.
Der erste Kampf mit einem Schneetitanen hat uns dann aber weniger gefallen, da die Steuerung dort noch ziemlich ungenau funktioniert hat und rund um den Riesen unsichtbare Barrieren vor kreativeren Problemlösungen abgehalten hat. Auch eher kritisch beäugen wir die Framerateprobleme, die uns auf der PS3 immer wieder aufgefallen sind. Da es sich aber laut Publisher-Aussagen dabei noch um eine Previewversion handelte, kann man damit rechnen, dass diese Probleme noch behoben werden.

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