Games.ch

The Void

Abgedrehtes Kunstwerk

Test Guest getestet auf Filme

Dieses Adventure ist wirklich ein absolut einzigartiges Spiel. Weder klickt oder Ballert man sich hier seinen Weg durch die Levels noch braucht man langweilige Magie um sich zu wehren. Nein, hier benutzt man für Interaktionen reines Nerva, was nichts anderes als Farbe bedeutet.

Zunächst einmal begrüsst uns das Spiel mit einem ziemlich herben Anfang. Ohne Intro, ohne Tutorial steht die Spielfigur in der „Leere“, der Welt von Void (was übrigens Leere bedeutet) und ist fast tot. Zumindest erklärt uns das eine sanfte und doch bedrohliche Frauenstimme, welche uns Stück für Stück in ihre Nähe führt. Sie ist eine so genannte "Fürstin."

In einer verkohlten Einöde bewege ich die Spielfigur immer näher an einen grell leuchtenden Baum, in welchem sich eine fast nackte Frau versteckt, eben eine dieser Fürstinnen. Sie erklärt uns, wie wir mit Gegenständen und der Welt interagieren können, nämlich mit unendlich kostbarer Farbe, dem so genannten Nerva. Ausserdem erfährt der Spieler hier, dass die Welt früher von prächtigen Farben dominiert wurde, seit der Spieler jedoch im Koma liege haben „Wächter“, entstellte Figuren welche aus Alpträumen emporgestiegen sind, der Welt die Farbe entrissen und die vor sich hin siechenden Schwestern oder Fürstinnen versklavt, um ihnen weiterhin auch noch den Rest Nerva zu rauben. Kann sich der Spieler also nicht genug Farbe sichern wird die Welt, die "Fürstinnen" wie auch er selbst, sterben. Diesen kostbaren Nektar braucht man jedoch für jede Interaktion und für alle Kämpfe, was einen immer am Rand des Todes wandern lässt. Die fast nackte "Fürstin" rät uns einen Garten anzubauen, auf dass wir beide davon profitieren. Auf einer speziellen organischen Karte kann ich den Weg zeichnen welchen ich nehmen möchte, vorausgesetzt er ist bereits offen. Im Garten angekommen erwartet uns das gleiche trostlose Bild wie in der „Kammer“ der Fürstin. Alles ist tot und leblos, von grauen und schwarzen Tönen dominiert, geradezu ausgebrannt könnte man sagen. Jedoch erklärt uns die Schwester, wir seihen in der Lage Farbe „anzubauen“, einen Baum mit Farbe füttern, so dass er erblüht und Früchte trägt, was in diesem Sinne natürlich Farbe ist. Umso mehr „Nerva“ wir geben, um so mehr Farbe gibt uns der Baum nach einem "Zyklus" zurück. Schnell erstrahlt der Garten in wunderschönen Blau-, Grün- und Goldtönen. Jedoch sollte man nicht zu viel geben, da ansonsten das Herz unserer Spielfigur leer wird und dies den endgültige Tod bedeuten würde. Ich male also einen kleinen Strich auf den Baum, um in den Zeichnenmodus zu gelangen. Dort zeichne ich dann eine Glyphe mit dem Namen „Donner“. Male ich sie falsch oder ungenau ist der kostbare Lebenssaft für immer verloren, ansonsten erblüht der Baum in strahlender Farbe und ich darf mich auf die reiche Ernte freuen. Lange ich jedoch daneben oder verschütte Farbe, entstehen daraus Widersacher. Alles mögliche hässliche Getier bewegt sich anschliessend in der Welt. Diese alienartigen Wesen lassen sich ebenfalls mit Farbe bekämpfen, dabei ist es egal ob ich einfach plump drauf los zeichne oder komplizierte Runen auf den Bildschirm male, meist bleibt nach kurzer Zeit nur noch ein zappelndes Etwas übrig. Jedoch lassen sich ganz ausgefeilte Runen gegen die Biester einsetzen, wie z.B ein Golem, oder man malt sich einen Schild, welcher einem je nach eingesetzter Farbe schlechter oder besser schützt.
Auch gegen die „Wächter“ muss der Spieler antreten. Diese lassen sich aber natürlich nicht so leicht besiegen und wenn gewollt, kann ich mich nach längerer Zeit sogar gut mit ihnen stellen und ähnlich Aufträge ausführen wie für die Fürstinnen. Diese Aufträge sind meist direkt und brutal. So gilt es einmal Farbe aus den Minen abzubauen, oder sogar eine der Fürstinnen ihres Herzens zu berauben. Dies geht aber absolut ohne Brutalität von statten, wie auch der Rest des Spiels, obwohl immer eine subtile Horror-Stimmung vorherrscht. Wächter sind entstellte Versionen von Menschen und sind willkürlich aus verschiedenen Gegenständen und Körperteilen zusammengesetzt. Natürlich können sie niemals mit der Schönheit einer Fürstin mithalten, trotzdem aber strahlen auch sie in gewisser Weise Macht und Autorität aus, die einen nicht kalt lässt. Man könnte sie beinahe sympathisch nennen.

Der Spieler ist in der Lage mehrere Herzen in sich zu tragen, um schneller Nerva zu wertvoller Farbe umzuwandeln. Ausserdem gibt mir jede Farbe zusätzliche Fähigkeiten, wie effektiver zu kämpfen oder sich in der Welt schneller zu bewegen. Zudem kann ich mit der Farbe Gold die Fürstinnen schneller beeindrucken, womit sie mir eher den Weg in Minen und Gärten öffnen. Speichern lässt sich "The Void" immer auf der Karte und wenn mal was schief geht ist schnell geladen, um es nächstes mal besser zu machen. Somit besteht eigentlich niemals die Gefahr des endgültigen Todes, ausser man geht über mehrere Stunde sehr verschwenderisch mit Farbe um. Dies sollte aber eigentlich nicht eintreffen da man notfalls kämpfen einfach ausweicht und den nächsten "Zyklus" abwartet um wieder Farbe zu ernten.

Kommentare