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Spyborgs

Kybernetisches Dauergeknüppel

Test Guest getestet auf Black & White: Insel der Kreaturen

Auf diesen Titel setzt Capcom grosse Hoffnungen und auf den ersten Blick vermag der 3D-Brawler optisch auch zu überzeugen. Die Wii kann ein gutes Actionspiel immer gebrauchen, doch ob "Spyborgs" hier Abhilfe schafft bleibt abzuwarten. Wir haben uns die Prügel-Action mal genauer angeschaut…

Ich gebe zu, ich habe mich wirklich auf das Spiel gefreut. Auch wenn die Story um ein kybernetisch verbessertes Heldenteam, die Spyborgs, nicht wirklich originell klingt. Der stachelhaarige Söldner Stinger, der Roboter Bouncer und die Cyber-Ninjabraut Clandestine wurden verraten und sind nur knapp dem Tod entkommen. Jetzt heisst es natürlich Rache schwören und ihre abtrünnigen Kameraden aufzuhalten, bevor mal wieder die Weltherrschaft auf dem Spiel steht.

Ihr merkt schon, den "Oscar für Originalität" wird "Spyborgs" in diesem Jahr nicht gewinnen. Doch wie sieht es aus mit dem Gameplay? Bevor es los geht, darf man sich zwei Team-Mitglieder auswählen, da immer zwei der Recken eine Mission bestreiten. Der zweite Charakter darf auch jederzeit von einem weiteren Mitspieler übernommen werden, was auch sehr ratsam ist. Wird das Team-Mitglied nämlich vom Computer gesteuert, dann meint dieser es etwas zu gut. Er nimmt euch quasi die ganze Arbeit ab und schnappt sich die Gegner schneller als man selbst dazu kommen würde. Ausserdem steht er ständig im Weg rum, was den Einsatz der Schusswaffe kaum möglich macht. Neben einer Mischung aus Hand- und Fussschlägen können die Spyborgs nämlich noch auf einen Sekundärangriff zurückgreifen. Im Fall von Stinger wären das z.B. ein paar Salven aus seinem Maschinengewehrarm. Zudem lassen sich die Angriffe zu mächtigen Kombos verbinden, die dann in einer kurzen Quicktime-Sequenz gipfeln, in denen Wiimote und Nunchuck in gewisse Richtungen geschwungen werden müssen. Sonst wird aber auf den Einsatz der Bewegungserkennung grösstenteils verzichtet. Nur um unsichtbare Objekte und Schalter sichtbar zu machen, muss man mit der Wiimote auf den Fernseher zeigen.

Das Problem an der Sache ist, dass sich das Gameplay schon nach kurzer Zeit abnützt, da man im Grunde genommen nichts anders macht als nicht enden wollende Wellen von Gegner zu Metallschrott zu verarbeiten. Da das Kampfsystem eher einfach gehalten wurde, sprich Button Mashing, und es eigentlich keinen grossen Unterschied macht, welchen der Helden man gerade steuert, bleibt die Langzeitmotivation ziemlich auf der Strecken. Abwechslung bringen da nur die wirklich bombastisch inszenierten Bosskämpfe. Auch die Optik vermag einen bei der Stange zu halten und gehört auf der Wii zu den durchaus hübschesten Titeln. Zwar wirken die gerenderten Zwischensequenzen teils etwa grob, doch die In-Game-Grafik weiss mit gelungenen Effekten zu überzeugen. Auch die Animationen wirken flüssig, auch wenn die Figuren sich etwa behäbig bewegen. Irgendwie hat mich das Gameplay an das Handling in den "Transformers"-Spielen erinnert, wo ja auch schwere Maschinen am Werk waren. Der Sound kann mit der Optik leider nicht ganz mithalten, doch mit einer guten Surround-Anlage wummert und scheppert es schon ganz ordentlich.

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