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Metroid: Other M

Die Vergangenheit der Samus Aran

Test Guest getestet auf Nintendo Wii

Die Entwickler bei Team Ninja sind bis jetzt vor allem mit grossbusigen Strandschönheiten aufgefallen, die sich gegenseitig auf den Deckel gegeben haben und vor allem männliches Publikum sabbernd vor den Bildschirmen sitzen lassen hatten. Genau dieses Team, dass schon die altehrwürdige Serie „Ninja Gaiden“ modernisiert hat, macht sich an einen weiteren Kandidaten – die „Metroid Serie“. Ob ihr Versuch zwischen Moderne und Vergangenheit geglückt ist, lest ihr in diesem Test.

Zu Beginn ist man skeptisch, wenn man sich die Geschichte dieses Entwicklerteams in Erinnerung ruft und mit dem Ruf der traditionsreichen „Metroid“-Reihe verbindet. Gerade Samus, die starke Frau mit mystischer Ausstrahlung mag nicht so recht ins Bild des Studios passen. Aber wir haben uns überraschen lassen.

Etwas kitschiges Epos mit Logiklücken

„Other M“ setzt direkt nach den Geschehnissen von „Super Metroid“, also vor der „Prime“-Trilogie ein. Samus Aran braust mit ihrem Schiff durch’s All und vernimmt einen Hilferuf eines Schiffes namens „Baby’s Cry“. Wie magisch davon angezogen, begibt sich Samus an diesen gar aussergewöhnlichen Ort und findet dort einige Soldaten der Galaktischen Föderationsarmee vor. Samt Adam, ihrem ehemaligen Mentor und – mehr verraten wir an dieser Stelle nicht. Denn hat man in den bisherigen Teilen der Serie selten etwas aus dem Munde von Samus gehört, so weiht sie den geneigten Zuhörer nun in ihre vielschichtige Vergangenheit ein. Das ist stellenweise berührend, geheimnisvoll und spannend, zuweilen aber auch etwas kitschig. Und wie vermutet wurde aus der starken Samus eine perfekte Videospielschönheit ohne Ecken und Kanten, die sich, besonders zu Beginn des Spiels herumkommandieren lässt. Zwar ist Samus eine Kopfgeldjägerin mit unglaublich viel Kampftraining und Erfahrung, lässt sich aber dennoch von Adam instrumentalisieren. Sie befolgt brav seine Befehle und setzt gewisse Waffen, wie Bomben oder Raketen nur dann ein, wenn sie dazu autorisiert wird. Da hätte man von Samus eine etwas „emanzipiertere“ Persönlichkeit erwartet.

Wer sucht, der findet

In „Other M“ wird vorrangig gekämpft. Und zwar aus einer modernisierten Sidescrollerperspektive, die manchmal in eine 3rd-Person-Sicht wechselt. Die Kamera bleibt dabei aber unbeweglich, was meistens gut geht. In gewissen engen Gängen, wo man gerne mal nach hinten schauen würde, kann dies zu unvorhergesehenen Zusammenstössen mit Gegnern führen. Da man aber auch die Anhänger der „Prime“-Trilogie ansprechen wollte, hat Team Ninja auch eine Ego-Perspektive eingebaut, die man einschalten kann, indem man mit der Wii-mote auf den Fernseher zeigt. Damit könnt ihr genau zielen und eine Lock-on-Funktion benutzen, um gewisse Stellen der Gegner aufs Korn zu nehmen. Sonst müsst ihr euch nicht um das Treffen von bösen Spitzbuben kümmern, da dies ein automatisches Zielsystem für euch übernimmt. Das funktioniert meistens, mit kleinen Ausnahmen, erstaunlich gut. Die vorhin genannte Ego-Perspektive wird aber auch noch für andere Dinge genutzt. Nämlich  für einen speziellen Suchmodus, in welchem ihr nichts anderes tun könnt ausser 360 Grad um euch herum abzusuchen. Meist geht es darum eine Kleinigkeit zu entdecken, die euch dann weiterbringt. Dabei braucht ihr aber besonders gute Adleraugen, denn oft steht man einfach nur minutenlang da und glotzt den Bildschirm an, nur um herauszufinden, dass ihr eine klitzekleine Kleinigkeit übersehen habt. Das wirkt manchmal etwas aufgesetzt und mit der Zeit nervt die Sucherei auch ein wenig.
Ihr müsst aber auch jenseits dieses Modus suchen. Denn habt ihr euch durch die Gänge gekämpft ist oft Rätselraten angesagt. Wohin nun? Was tun? Das kann in minutenlanger Verwirrung enden, oder gar im Abstellen der Konsole. Denn diese Stellen können frustig sein. Gerade am Anfang, wo man sich gerade erst mit den Fähigkeiten des Morph-Balls vertraut gemacht hat, übersieht man diese kleine Stellen, Röhren, Löcher, durch die man hindurchrollen und somit Sperren umgehen kann, immer wieder, sodass ihr durch die Levels irrt und erst spät die jeweilige Einstiegsluke findet. Die Ego-Perspektive kann da unter Umständen die Suche erleichtern, aber auch nicht immer. Immerhin könnt ihr mit der Lock-on-Funktion immer wiedermal gewisse Ziele entdecken, die es kaputtzuschiessen gilt, damit gewisse gescriptete Ereignisse eintreten und ihr weitermachen könnt.

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