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Prison Break - The Conspiracy

Serienhit = Spielehit?

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Ich kenne Leute, die schwören auf die Serie und verpassen keine Folge. Für genau die ist wohl auch "Prison Break - The Conspiracy" gedacht, einer alternativen Erzählung der ersten Staffel des US-Serienhits. Wir haben uns hinter die Knastmauern gewagt, um der TV-Versoftung auf den Zahn zu fühlen.

Also um es gleich vorweg zu schicken: Ich bin mit "Prison Break" nie richtig warm geworden, die Serie hat mich einfach nicht angesprochen. Darum mögen mir die zahlreichen Fans da draussen etwaiges Unwissen und fehlende Fachkenntnis bitte verzeihen, es ist nicht böse gemeint.
Das Spiel erzählt die Ereignisse der ersten und erfolgreichsten Staffel noch einmal aus der Sichtweise von Company-Agent Tom Paxton nach. Der wurde undercover ins Gefängnis eingeschleust, um herauszufinden was Michael Scofield und sein Bruder planen. Dumm nur, dass auch Paxtons Vorgesetzter nicht ganz koscher ist, und selbst ein doppeltes Spiel treibt. Noch ehe es sich Paxton versieht wird er selbst zur Zielscheibe, nur gut das der Mann nicht auf den Kopf gefallen ist, und sich zu helfen weiss.

Knastalltag
Kaum sind wir im Gefängnis angekommen, werden wir schon dazu genötigt einen Streit vom Zaun zu brechen. Dabei werden wir mit dem Kampfsystem vertraut gemacht, das mit zwei Angriffsknöpfen und einem zum Blocken recht simpel ausgefallen ist. Drückt man die Blocktaste zum richtigen Zeitpunkt darf man eine Konterattacke starten, die den Gegner zu Boden wirft. Mit A darf man dann nochmals kräftig nachtreten, bis der Gegner wieder oder eben nicht mehr aufsteht. An Sandsäcken und Hantelbänken kann man sich zusätzliche Muckis antrainieren und seine Kampffähigkeiten verbessern. Einer der Häftlinge führt eine Art "Fight Club", wo ihr gegen immer stärker werdende Brocken antreten dürft. Die sind mit der richtigen Technik aber schnell auf die Matte geschickt, und im Gegenzug wandert Bares auf euer Konto. Damit kann man sich dann z.B. Tätowierungen kaufen, die unsere Tarnung noch glaubhafter machen. Zudem sieht unser Charakter mit Hautbemalung auch deutlich cooler aus.

Tom Paxton, der sanfte Riese
Unser Hauptcharakter ist extrem bullig geraten, was in Kombination mit der extrem nahen Schulterperspektive schon beinah zu Sichtproblemen führt. So muskulös und kräftig Paxton äusserlich wirkt, umso sanfter scheint der Typ im Inneren zu sein. Paxton führt ein Audiotagebuch, in dem er seine Gedanken und Hinweise festhält. Dass er dabei schon mal mitten in der Menge steht, während er seine Aufzeichnung einspricht ist aber ein krasser Logikfehler, aber eigentlich ist es schon verwunderlich, wie er das Teil überhaupt durch die Kontrollen schmuggeln konnte. Wie auch immer, Paxton ist sich für nichts zu schade, und so erledigt ihr Aufträge für jeden, der euch danach fragt. Dabei trifft man auf die aus der Serie bekannten Charaktere und erfährt so nach und nach mehr über die Ausbruchspläne. Schliesslich können wir einen der Drahtzieher überzeugen auch in seine Gruppe aufgenommen zu werden, müssen aber vorher einen Verräter entlarven. Hier kommt ein weiteres Spielelement von "Prison Break" zum Tragen, nämlich die Schleich- und Kletter-Missionen. In machen Gebieten, in denen wir keinen Zutritt haben, müssen wir uns in bester Stealth-Manier an Wachen und Kameras vorbeischleichen. Die Spulen ihre gewohnten Routinen ab, also Blick nach links und Blick nach rechts, so dass wir nur im richtigen Moment vorbeihuschen müssen. Auch die Klettereinlagen sind sehr simpel gehalten und wirken etwas aufgesetzt. Mehr wie den Stick in eine Richtung drücken ist in der Regel nicht nötig. Auf der eingeblendeten Minikarte sind zudem jederzeit alle Wachen zu sehen, sodass man sie schön umgehen kann. Zudem sind die KI-Kollegen nicht sonderlich intelligent und laufen auch schon mal an einem vorbei, selbst wenn man nur wenige Zentimeter neben ihnen kauert.

Hey, den kenn ich doch!
Eines muss man dem Spiel lassen, die Charakter sind auf den ersten Blick wiederzuerkennen, und sehen ihren Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Die Animationen hingegen wirken manchmal etwas hölzern und die Frame Rate könnte gewiss auch höher sein. So weit ich das beurteilen kann, wird der Flair der Serie mit Kamerafahrten und passender Musik sehr gut eingefangen. Auch die Originalsprecher verrichten meist einen guten Job, nur einige Charaktere sollten den Mund am besten gar nie aufmachen, so grottig ist die Synchronisation teils geraten. Insgesamt hinterlässt die Präsentation einen zwiespältigen Eindruck, zumal die Technik angestaubt wirkt und ein paar Unsauberheiten ihren Weg ins Spiel gefunden haben. Wenn ich in vollem Spurt durch andere Personen hindurchrennen kann, dann kratzt das an der Glaubwürdigkeit und macht die Illusion selbst in der Serie mitzuspielen, im Nu zu Nichte. Mit etwas mehr Feinschliff , Abwechslung und Liebe zum Detail hätte aus "Prison Break" ein richtig gutes Action-Adventure werden können, dass auch Nicht-Fans der Serie angesprochen hätte. Doch ohne den Serienbonus bleibt nicht mehr viel übrig, was den Titel aus dem Mittelmass herausheben würde.

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