Games.ch

inFamous 2

Blitzkrieg Reloaded

Vorschau Benjamin Kratsch

Bei Fortsetzungen von Actiontiteln zeigen sich die wenigsten Entwickler wirklich kreativ: Du hast Amnesie, all deine Kräfte verloren und musst sie zurückerlangen. Wahnsinn, ich kann nicht mehr. Das dachten sich auch die „inFamous 2“-Macher von Sucker Punch und lassen den zweiten Teil da beginnen, wo der erste endet: Superheld Cole McGrath hat sich durch unzählige verstrahlte Orte gekämpft und das Böse aus der fiktiven Stadt Empire City (quasi New York, genau wie in "Mafia 2") vertrieben.

Statt nun allerdings alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen, sprich einfach ein paar neue Gegnertypen in die Welt zu werfen, baut das Sony-Studio alte Gameplay-Elemente aus. Das Charismasystem beispielsweise war zwar im ersten Teil enthalten, wirkte aber unfertig. Der neue Ansatz: ein Entscheidungssystem wie in „Dragon Age 2“. Entscheidungen scheinen überhaupt der Verkaufsgarant schlechthin zu sein, auf der gamescom hörte man das quasi in jeder Präsentation – egal ob Rollenspiel, Strategietitel oder Shooter. Gut oder Böse? Und was ist überhaupt gut und was böse? Wenn ich Agenten helfe, einen Untergrundkämpfer zu schnappen, dann helfe ich dem Staat. Aber ist der nicht vielleicht korrumpiert und die Revolutionäre tun das einzig Richtige? Verschiedene Betrachtungsweisen je nach Fraktion sollen die Handlung dominieren und starke Charaktere zeichnen. Erste Anzeichen dafür sind da, so wirkt Cole deutlich sympathischer, hat einen richtig guten Synchronsprecher spendiert bekommen und arbeitet mehr mit Mimik und Gestik.

Big Apple trifft auf New Orleans

Sucker Punch will deutlich mehr Abwechslung schaffen. So betreten wir im zweiten Teil der Präsentation die Armenviertel von New Marais, einer Abbildung von New Orleans. Genau wie im grössten Bundesstaat von Louisiana beherrschen hier Sümpfe und Slums das Bild. Von den eher engen Häuserschluchten New Yo… pardon, Empire Bays geht’s also in weitere Aussenbereiche, die zum munteren Springen und surfen über Stromleitungen einladen. Spielerisch experimentieren die Amis weiterhin mit Physikelementen. „Kinetic Pulse“ beispielsweise, lässt Cole Parkbänke, Laternen oder herumstehende Fahrzeuge durch die Gegend schleudern. Damit gewinnen sie zwar keinen Innovationspreis, unterstreichen aber die rassige Action mit cleveren Gameplay-Elementen. Ausserdem wissen wir ja alle: Helikopter sind fiese Gegner. So ein Blitzeinschlag lässt aber gerne mal die Elektronik ausfallen.

Technische Expertise der „Uncharted 2“-Macher

„Uncharted 2“ ist noch immer das schönste Spiel auf der PlayStation 3. Entsprechend nutzen die US-Boys ihre Sony-Partnerschaft und holen sich die Designgötter von Naughty Doy an Bord. Die ersten Früchte dieser Ernte konnten wir bereits bestaunen: Blitze, die immer wieder über die Erde zucken, langsam eine Einheit bilden und sich dann in einer Art Gewitter entladen. Laut Sucker Punch Boss Bruce Oberg soll sich ferner keine Gasse der nächsten ähneln. Hmm, können wir das glauben?

Kommentare