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Wallace & Gromit's Grand Adventures: Urlaub unter Tage

Urlaub auf Umwegen

Test Nico getestet auf PC

Von Telltale Games ist man sich die "Inhalt-nach-und-nach-Masche" gewohnt. Neben "Sam & Max" oder etwa "Strong Bad", erhält nun auch "Wallace and Gromit" ein Episodenadventure. Insgesamt vier Abenteuerspiele sollen noch erscheinen. Den Anfang macht "Wallace & Gromit - Urlaub unter Tage". Wir haben uns das Spiel sogleich geschnappt und es ausführlich getestet.

Düstere Aussichten

An der West Wallaby Street herrscht Krisenstimmung. Der Meteorologe hat Dauerregen vorausgesagt. Um diesem zu entkommen, plant vornehmlich Gromit einen Urlaub. Doch ehe die beiden Knetfiguren abreisen können, läuft der Keller der Beiden mit Regenwasser voll. Damit fällt auch der Auslandsaufenthalt vorerst ins Wasser.
Doch Wallace hat den genialen Einfall: Den Urlaub nach Hause holen. Genauer gesagt in den Keller, denn Wasser hat man dort mehr als genug. Was noch fehlt sind nötige Utensilien wie Sand, Sonne und Sonnenschirme. Sobald das Strandparadies fertig ist, plant der kommerziell gesinnte Wallace, den Heimurlaub auch anderen Einwohner zur Verfügung zu stellen. Gesagt getan. Doch schon nach einiger Zeit hagelt es Beschwerden über den jeweils anderen Badegast. Als dann noch einer der Gäste attackiert wird, sehen sich Wallace und Gromit gezwungen den Fall zu lösen.
Und hierbei stossen die beiden auf Probleme, die in Form von Rätseln gelöst werden müssen. Schon zu Beginn ist euer Denkvermögen gefragt, wenn es darum geht das mit Strom geladene Wasser zu entladen oder die Sonne in den Keller zu hieven. Alle Rätsel sind dabei logisch strukturiert und deren Lösungen immer nachvollziehbar. Während man von anderen Adventure-Spielen wie "Geheimakte Tunguska" eher unlogische und weit gesuchte Lösungen gewohnt ist, ist es hier sehr erfrischend auch natürliche Lösungswege vorzufinden. Allerdings werdet ihr hierbei nicht wirklich gefordert, so dass man die fakultativen Hints eigentlich gar nicht braucht. Zu Beginn ist es mir oft passiert, dass ich zu weit für eine Lösung gedacht habe, während Sie sich eigentlich direkt vor einem befindet.

Durch den etwas leichten Schwierigkeitsgrad passiert es auch, dass alles quasi fliessend läuft,  man selten eine Sackgasse vorfindet und den Abspann schon nach gut vier Stunden über den Bildschirm flimmern sieht. Bei einem Preis von etwas mehr als 20 Franken pro Episode, ist das doch recht happig.

Umständlich

Nicht happig aber sehr umständlich ist die Steuerung. Mit den Pfeiltasten steuert ihr jeweils Wallace oder Gromit, während ihr mit der Umschalttaste das Inventar aktiviert und mit der Maus mit Objekten interagiert. Gerade als Rechtshänder ist diese Variante sehr gewöhnungsbedürftig. Immerhin dürft ihr anstelle der Pfeiltasten auch WASD benutzen um euch fortzubewegen, was das Spielen etwas erleichtert.

Warum hast du mich nicht lieb?

Das könnte man sich wirklich fragen. Den Wallace und Gromit interagieren untereinander praktisch gar nicht. Stattdessen beschäftigen sich die beiden - leider auch abwechselnd - mit einem halben Dutzend an Nebenpersonen. Immerhin wissen diese zu überzeugen. Der autoritätssüchtige Wachtmann und der vergessliche Major zählen dabei zu den Highlights. Dies ausschliesslich wegen ihrem Humor. Generell lässt sich sagen, dass der britische Slapstick-Humor ein grosser Pluspunkt ist.  Trotzdem hätte dieser noch besser ausfallen können. Denn durch die fehlende Sprachauswahl, bleibt alles in Deutsch und so verliert das Spiel sicherlich einige englische Gags.

Technisch okay

Grafisch bleibt das Spiel leider im Durschschnitt hängen. Zwar werden sich Fans der Animationsfilme sofort heimisch in der Umgebung fühlen, aber hier und da fehlt es dann doch an scharfen Texturen. Besser ist das Spiel in akustischer Hinsicht. Auch wenn der englische Originalsprecher von Wallace fehlt, bietet das Spiel den deutschen Originalsprecher der seine Sache nicht viel schlechter macht. Überhaupt ist die Sprachausgabe sehr gut gelungen. Die jeweiligen Synchronsprecher haben ihre Sache ordentlich gemacht und passend zum Charakter der Person, die Tonlage hervorragend ausgewählt.

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