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Virtua Tennis 4

Spiel, Satz und Sieg für Playstation Move

Erster Eindruck Benjamin Kratsch

Rafael Nadal versus Roger Federer: Der Weltranglistenerste gegen seinen hartnäckigen Verfolger. Und der wohl agilste Tennisstar der Welt gegen den Mann, der einen Ball auf 214 km/h beschleunigen kann. Gleich zu Beginn unseres Besuchs im Hauptquartier von Sega, geht’s gleich richtig zur Sache. Und dank grossartiger Playstation Move-Unterstützung fühlen wir uns sogleich auf einen echten Court gebeamt. Leset und staunet

Bereits im zweiten Satz wird das Match immer schneller wuchtige Topspins wechseln sich mit eleganten Rückhandschlägen und fiesen Lobs ab. Federer schlägt zu, als müsse seine Filzkugel den Geschwindigkeitsrekord brechen. Doch wir spielen Nadal, der sich mit seinen 75 Kilo flink wie ein Hase anfühlt. Wir treiben Federer weit nach hinten, dann nach vorn und wieder nach hinten. Doch der 1,90-Meter-Hüne retourniert gekonnt, setzt auf kraftvolle, gut platzierte Schläge. Die Stars unterscheiden sich deutlich, sehr schön. Für eine Sekunde sind wir unaufmerksam, können die Ecke gerade so erahnen – vermasseln aber das Timing und landen bäuchlings im Sand des ehrwürdigen Roland Garros in Paris. Kann uns mal einer kneifen? Ist das hier wirklich noch "Virtua Tennis 4" oder hat zufällig jemand einen Tennisschläger kreiert, der so aussieht wie der Playstation Move-Knubbel?

Bleibt eigentlich nur eines zu sagen: Danke Sega! Danke dass wir nicht mehr zur grottigen Wii-Version greifen müssen, um den Tennis zu fühlen. "Virtua Tennis 3" war auf Wii ungefähr so spannend wie Seniorensport im Altersheim. Doch jetzt wird alles anders, denn hier marschiert mit stolz geschwellter Brust nach „"Heavy Rain" und "Killzone 3" der grösste Grund herein, warum ihr euch Playstation Move kaufen solltet. Couch-Potatoes müssen zwar aufstehen, können aber die gesamte Beinarbeit dem System überlassen. Dann reicht es vollkommen einen Schritt nach links zu machen und eine Rückhand zu imitieren – schon springt Nadal wie ein Känguru über die Courts der Australian Open. Entscheidend ist hierbei dann nur wie viel Druck ihr in den Schläger legt.  Sportler hingegen gehen aktiv in den Ball rein und erlaufen sich das Filz mit kurzen, kleinen Schritten. Praktisch: Kommt dass Filz zu nah, schaltet die Kameraperspektive automatisch von Third-Person auf Ego-Perspektive um. Genau so muss das sein. Schliesslich will der geneigte Gamer auch ein bissl Fitness in  seinen Zockeralltag integrieren um auf der nächsten Gamescom die Blicke der schönen Messebabes auf sich zu ziehen.

Sportiver Workout-Spass

Wobei Tennis eigentlich der Sport der Gentleman ist – wenn wir mal von Boris Beckers Aufschlag in der Besenkammer absehen. Das Grundprinzip von "Virtua Tennis 4" ist ähnlich simpel gehalten wie im dritten Teil. Es gibt vier Schlagvarianten, die entweder per Stickbewegung mit dem Controller oder eine abgeflachte Haltung des Move-Knubbels in Spezialschläge umgewandelt werden. An Standardschlägen hätten wir zum einen den Aufschlag, dann den Lob, also einen hohen, langen Ball mit dem ihr den Gegner nach hinten drängt. Die dritte und vierte Schlagvariante ist der Vorhand- respektive Rückhandslice. Hier wird die die Filzkugel in einer Abwärtsbewegung mit dem Schläger gestriffen, also leicht angeschnitten. Dadurch wird die Flugbahn sehr flach und gestreckt. Das verschafft Zeit um zum Netz vorzurücken. Je nachdem ob ihr einen Vor- oder Rückhand-Slice spielen wollt, bewegt ihr die Hand nach rechts oder links und krümmt den Controller nach innen. Und genau das ist eigentlich der grosse Fortschritt gegenüber Wii. Der Move-Controller erkennt nämlich sehr genau, wie stark wir unsere Hand krümmen. So gelingen mit etwas Übung auch Schnittbälle, die während des Flugs ihre Richtung drehen und für den Gegner daher schwer einzuschätzen sind. Im Grunde vergleichbar mit dem Effet beim Fussball.

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