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Fantoche

GameCulture-Day

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Gestern fand im Rahmen des internationalen Animationsfilmfestivals Fantoche der GameCulture-Day statt. GameCulture ist ein Projekt der Pro Helvetia, dem Bundesamt für Kultur und der SUISA Stiftung für Musik. Das Ziel des Programms ist die kulturelle Förderung der Computerspiele. Der GameCulture-Day war der Kick-off-Event für die nächsten zwei Jahre. Teil davon ist auch „Call for Project: Swiss Games“, ein Wettbewerb für unabhängige Spielentwickler.

Immerhin 300'000 Franken stehen zur Verfügung, um die Entwicklung von Schweizer Games zu fördern, die auch einen gewissen künstlerischen Anspruch besitzen. Der Wettbewerb „Call for Project: Swiss Games“ ruft junge und unahängige Spieleentwickler auf den Plan. Denn ihre Aufgabe ist es, ein Game zu programmieren, das vor der Jury bestehen kann.
Davon ausgeschlossen sind e-Learning-Projekte und gewaltverherrlichende Spiele.

Die interessantersten und ambitioniertesten Projekte werden von GamesCulture mitfinanziert.
Der höchste Beitrag liegt dabei bei 50'000 Franken. Mehr als die Hälfte des Projektes werden aber nicht bezahlt. Ebenfalls soll darauf geachtet werden, dass die Entwicklung insgesamt nicht mehr als eine Viertelmillion kostet. Die SUISA Stiftung für Musik vergibt übrigens einen Preis von 15'000 Franken für die beste Vertonung eines Spieles.
Wer Interese hat und sich genauer informieren will, kann das hier tun.

Im Anschluss an diese Wettbewerbs-Orientierung wurde fand noch die Performance-Präsentation von NotsoNoisy des Künstlers Guillaume Reymond statt. Es wurden Human-Tetris, Human-Pong und das neuste Projekt, Human-Pac-Man gezeigt. Die Performances können hier angesehen werden.

Das Ziel des Projektes ist die kulturelle Förderung der Videospielindustrie und auf gewisse Weise die gesellschaftliche Akzeptanz von Games als Kunstform. Über dieses Thema haben wir auch bereits berichtet.
An einer Podiumsdiskussion haben sich ausserdem mit dem Thema „Gameentwicklung in der Schweiz“ nahmafte Leute wie Nicolas Bideau vom Bundesamt für Kultur, der Concept Artist Christian Scheurer und Professor für Gamedesign an der ZhdK Ulrich Götz beteiligt. Dabei konnten zwar nicht unbedingt gleiche Ansichten erzielt werden, dennoch war es wichtig, dass dieser GameCulture-Day stattgefunden hat. Alle waren sich einig, dass dies ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Games in der Schweiz gewesen war. Es gelte nun, dieses Projekt durchzuführen und das Beste zu geben.
Ob Games als Kunstform oder Wirtschaftsprodukt angesehen werden soll, wurde nicht geklärt, ebensowenig die Frage, ob Gamedesign wirklich in der Schweiz stattfinden muss.
Hinsichtlich dieser Punkte dürfte es klar sein, dass noch einiges an solidarischer Arbeit geleistet werden muss, bis Politik, Kulturschaffende und Wirschaft hinter den Games stehen werden können.

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