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Dead Nation

Gammelfleischskandal

Erster Eindruck Guest

Die Untotenbrut ist zurück: Zombies erleben derzeit ein Revival, wie es sich gewisse Film- oder Popstars nur erträumen können. Zombiefiktion hat momentan ähnlich viel Erfolg wie damals in den Siebzigern, als George A. Romero begonnen hatte, sich einen Namen zu machen. Seit einigen Jahren fanden die postapokalyptischen Untotenstories wieder zurück in den Mainstream, so gibt es doch eine „Zombie Survival Guide“, den Fiction-Oral-History-Roman „World War Z“ und ab Halloween die Serienumsetzung des Comics „The Walking Dead“.

„Dead Rising“ ist eigentlich die einzige Serie, die sich mit der Zombiethematik im momentanen Zeitgeist beschäftigt. Klar, Untote gab es zwar schon in „Resident Evil“, aber die momentane Begeisterung legt den Fokus klar auf das Überleben in einer postapokalyptischen Welt. Eine Art „Zombie RPG“ oder ein Open World Survival Spiel fehlt noch gänzlich auf dem Markt. Browserbasierte Games („The Last Stand“) und einen Indie-Game Ansatz („Fort Zombie“) gab es zwar schon, aber diese Dinge waren halt keine „richtigen“ Spiele.

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis die Videospielbranche diesen äusserst vielversprechenden Ansatz erkennt. Bis es soweit ist konnten wir uns bisher neben obengenannten auch mit „Zombie Apocalypse“ beschäftigen – und bald „Dead Nation“.

Das kenn’ ich doch?

Grundsätzlich erinnert „Dead Nation“ tatsächlich an „Zombie Apocalypse“. Es gibt dieselbe isometrische Ansicht und eigentlich tut man dasselbe: Zombies töten.
Das geschieht mit einer grossen Varietät an Waffen, halt so alles, was sich der geneigte Zombiejäger so wünscht. Neben den üblichen Schiessprügeln wie ein SMG oder ein Gewehr, kann man auch mit der Umwelt agieren. So können Schüsse auf Autos Alarmanlagen auslösen, die wiederum Zombies anlocken. Die Untoten werden anschliessend so lange auf das Auto einprügeln, bis dieses explodiert und die Glieder umherfliegen.
Das Spielprinzip ist also einfach: Überleben durch Ballern und Rennen durch lineare Levels. Hin und wieder gibt es Checkpoints, wo ihr eure Ruhe habt und in einem Waffenladen (woher diese Läden auch immer kommen mögen) eure Waffen und Ausrüstung mit gewonnenen Punkten aufrüsten oder gleich neu kaufen könnt.

Gar nicht so leicht

Schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad (es gibt übrigens auch noch die Grade hirntot, fies, morbid und untot, wobei normal der Zweiteinfachste ist) rücken euch die Zombies gefährlich auf die Pelle. Ohne die richtigen Schiesseisen habt ihr keine Chance. Gegen viele Zombies bedarf es entweder Handgranaten oder vollautomatischen Waffen, während Einzelzombies mit einem Gewehr und kleine Grüppchen beispielsweise mit der Shotgun erledigt werden können. Da besonders zu Beginn die Munition schnell einmal ausgeht ist geschicktes Taktieren angesagt, sonst ist man sehr schnell Hackfleisch.

Innovation?

Klar macht das hirntote Zombiegeballer mit gelegentlichem strategischem Metzeln durchaus Spass, besonders im Coop-Modus. Aber kann man den Spieler im fertigen Spiel dann tatsächlich längerfristig an den Bildschirm fesseln? Es fehlt dem Titel bisher an originellen Ideen, die das Spiel wirklich zu einem sehr guten Spiel machen. Bisher ist das lediglich „okay für zwischendurch mal“, sowie für solche, die von dieser Art Ballerei nicht schnell gelangweilt sind.

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