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Super Mario 3D Land

Rohrbruch in der dritten Dimension?

Test Nico getestet auf Nintendo 3DS

Nicht einmal ein Jahr ist es her: Im März dieses Jahres erschien die neue Wunderkiste von Nintendo, der 3DS. Mit ihm sollte die Wiedergabe von 3D-Grafiken auf dem Bildschirm ermöglicht werden - ganz ohne lästige Kinobrille. Und ja, es ist verdammt ruhig geworden um den türkisfarbenen Handheld. Mal abgesehen von "Zelda: Ocarina of time" gab es für die meisten noch keinen Kracher zu melden. Wer könnte diese Flaute besser beenden, als Nintendos Aushängeschild Mario?

Der italienische Klempner lädt in den kalten Wintertagen dazu ein, den 3DS nochmals zu entstauben und in ihn die Mini-Diskette "Super Mario 3D Land" zu legen. Nintendo setzt also voll auf die begehrten Qualitäten von Mario: Jump'n'Runs![Screenshot](/img/5462-super-mario-3d-land.800.240.Lyd.0.jpg)

Wer Mario zusammen mit Handheldspielen assoziiert, wird vermutlich direkt an die "New Super Mario Bros."-Reihe denken. Ich auch. Deswegen war er für mich anfangs völlig ungewohnt, der Übergang von 2D zu 3D. Anstatt von links nach rechts hüpfen und laufen, könnt ihr euch nun auch in die Tiefe bewegen. Nintendo lässt euch aber nicht ganz an der freien Leine spazieren, wie etwa in "Super Mario 64". Stattdessen ähnelt der neuste Streich von der Struktur her eher einem "Super Mario Galaxy": Ihr könnt euch zwar schon ein wenig breiter austoben (mal hier auf einen Baum klettern, mal nach hinten wandern), die Spielwelt bleibt aber linear. In den meisten Fällen wird also nur ein Weg nach Rom führen. Und trotzdem schafft Nintendo es, diese Bevormundung des Spielers ideal zu kaschieren. Auch wenn ihr in der Wahrheit wirklich eingeschränkt seid, wird es euch so vorkommen, als stünde euch die gesamte Spielwelt offen, ähnlich also wie in den Spielen von Naughty Dogs "Uncharted"-Reihe.

Mario in seinen besten Tagen

Der gesamte Spielablauf ist natürlich, man muss es schon fast nicht mehr erwähnen, in gewohnter Vorzeigequalität gehalten. Besonders gefallen hat mir dieses Mal erstaunlicherweise vor allem das Leveldesign. Um es vorweg zu nehmen, ganz perfekt sind die Levels nicht. Selbst für die späteren Levels werdet ihr selten mehr als zweieinhalb Minuten (!) brauchen, um sie abzuschliessen. Wohlverstanden ohne zu hetzen. Des Weiteren gestaltet sich die Hüpferei zu einfach. Nicht einmal die zahlreichen Bosskämpfe forderten von mir bisher ein Game Over. Dennoch - eben wegen des genialen Leveldesigns - kann man Nintendo diese Fehler verzeihen. Kein einziger Level ähnelt optisch dem nächsten. Mal befindet ihr euch in einer prächtigen Schneelandschaft, ein andermal auf einem Würfelkomplex und dann natürlich auch die klassischen grünen Landschaften. Die Abschnitte sind mit vielen Details versehen. Besonders die Kleinigkeiten fallen hier auf, etwa die Schneeschicht auf einem dünnen Ästchen. Die Texturen sind knackig und gerade mit aktiviertem 3D-Effekt wirken die Farben nochmals einen Tick kräftiger. Überhaupt ist es unbedingt zu empfehlen, dass ihr den 3D-Regler voll aufdreht. Nintendo drückt euch wiederum keine "Ich bin so cool - schau mich an“-Bilder auf, stattdessen nutzen sie die neuen Möglichkeiten schlicht, aber gekonnt. Gerade beim Abschätzen von Distanzen zeigt sich der spielerische Mehrwert enorm. Sprünge in hintere Bildschirmbereiche fallen nun deutlich leichter als in anderen Spielen.Screenshot

Doch nicht nur optisch sind die einzelnen Levels ein Genuss. Auch spielerisch kann Nintendo Ass um Ass aus dem Ärmel schütteln. Fangen wir am besten bei den Power-Ups an. Nintendo hat anders als etwa in "Super Mario Galaxy" verzichtet, ein breites Arsenal an Items für den Klempner ins Spiel zu integrieren. Stattdessen gibt es "nur" drei Items, die Mario besondere Qualitäten verleihen: Die Propeller-Box (mit der ihr beim Sprung zusätzliche Höhe gewinnt), den Bumerang (mit dem ihr Gegner aus der Ferne töten könnt) und das Tanuki-Kostüm (mit welchem ihr weiter springen könnt). Alle Power-Ups sind weise in den einzelnen Levels verteilt und generieren den erhoffen spielerischen Mehrwert.
Ein weiteres Qualitätsmerkmal sind auch die verschiedensten Hindernisse, denen ihr auf der obligaten Suche nach Peach begegnet. Um nur einige zu nennen: Rotierende Würfel, schwebende und drehende Plattformen oder auch sich auflösende Pfade. Nur sehr selten wird ein Objekt zweimal in zwei verschiedenen Levels verwendet. Nintendo gestaltet den Spielverlauf aber nicht zuletzt auch dank den vielen anderen Level-Inhalten (Geister, Flammen etc.) sehr abwechslungsreich.

Die Steuerung geht dabei sehr gut von der Hand. Der Digi-Schieber wird hervorragend genutzt, während eine andere neue Möglichkeit des 3DS etwas aufgesetzt wird. Bei einzelnen Levels habt ihr die Möglichkeit durch ein Fernrohr die restlichen Abschnitte zu betrachten. Dies tut ihr indem ihr den 3DS durch den Raum bewegt um quasi das Winden und Drehen des Fernrohrs zu imitieren. Glücklicherweise kann man dies problemlos umgehen.

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