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Sleeping Dogs: Definitive Edition - Test

GTA 5 trifft auf Mafia 3 und „Der Pate“ im Lande der Triaden

Test Benjamin Kratsch getestet auf

Im November erscheint „GTA 5“ für die PS4, doch kann „Sleeping Dogs“ Rockstar vielleicht sogar in seiner eigenen NextGen-Version Paroli bieten? Square Enix hat ein Team aus „Need for Speed“-Veteranen, Martial-Arts-Profis und exzellenten Autoren angeheuert um ein Open-World-Abenteuer zu schaffen, das sich so ganz anders spielt und anfühlt als „GTA“. Viel mehr auf knackige Karate-Action getrimmt und mit deutlich stärkeren kulturellen Einflüssen. Wo „GTA“ sich als Parodie versteht, ist das hier fast schon so eine Art „Der Pate“, nur mit den Triaden. Die allerdings nicht weniger brutal, gnadenlos, gewieft und intrigant sind als die Corleones. Wir haben uns die „Sleeping Dogs: Definitive Edition“ mehrere Tage lang zur Brust genommen, sagen euch ob die Technik stimmt, was die Geschichte kann und wie sich das Rollenspiel-artige Auflevel-System anfühlt. „Sleeping Dogs: Definitive Edition“ im Mega-Test.

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Wow. Kennt hier irgendjemand das Studio hinter „Sleeping Dogs: Definitive Edition“ namens United Front Games? Die liefern hier nämlich den aktuell einzigen Konkurrenten für „GTA 5“ auf der Playstation 4 und Xbox One. Und wie schlagen sie sich dabei? Verdammt gut, denn das Team kombiniert die Fähigkeit Martial-Arts-Kämpfe wuchtig, brutal, aber erstaunlich gut kontrollierbar einzufangen und mit einer Geschichte zu kombinieren, die deutlich kultureller verwurzelt ist und mitunter sogar Charaktere hat, die unserer Meinung nach besser geschrieben sind als im aktuell meist verkauften Spiel der jüngeren Zeit von Rockstar Games. Im Mittelpunkt steht Elitecop Wei, der sich bei den Triaden einschleusen, einen Namen machen und dem Polizeichef Hong Kongs letztlich den Kopf des Drachens, des Bosses, zu liefern. Und gerade in der inszenierten Brutalität, dem Gehabe, aber auch den Ritualen der Triaden wird United Front Games mit wirklich sehr gut geschriebenen Dialogen immer gerecht.

Die Triaden-Version des Klassikers "Der Pate"?

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Stellenweise hatten wir das Gefühl in einer Art chinesischen Version von „Der Pate“ gelandet zu sein, denn Square Enixs Entwickler nutzen viele Techniken, für die die Trilogie so berühmt wurde. Ihr erinnert euch sicherlich beispielsweise an jene Szene, in der Michael und Don Sollozo Spaghetti essen und Wein trinken. Sie sprechen italienisch mit sizilianischem Slang, als Zuschauer versteht ihr nicht, was sie sagen. Doch ihr wisst es, weil die Mimik und Gestik für sich spricht. Und weil die Kamera und Inszenierung die Situation perfekt unterstreicht. Als Michael eine Tomate auf seine Gabel aufspiesst, sieht er Sollozo tief in die Augen und macht klar, dass er das gleiche mit ihm machen wird, wenn er sich nicht aus dem Geschäft zurückzieht. So ähnlich arbeitet auch „Sleeping Dogs“, nur noch mal eine ganze Spur brutaler und kaltblütiger.

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