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Splinter Cell: Blacklist

Viel Sam "Stealth" Fisher, wenig Jack "Shootout" Bauer

Test Benjamin Kratsch getestet auf Xbox 360

Ubisoft Toronto gibt Gas in Sachen Spielspass, allerdings nicht indem sie in "Splinter Cell: Blacklist" den Shooter-Motor anwerfen, sondern viel mehr mit Hirn, Taktik und gerne auch mal Vernunft schalten und walten. Das hier ist ein waschechtes "Splinter Cell", durchdacht bis in den letzten Pixel und mit vielen grossartigen Koop-sowie Mutiplayer-Ideen. "Splinter Cell: Blacklist" - der grosse Test.

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Blut läuft die Scheibe herunter. Das Glas ist gesprungen, das Licht gedämpft. Der Terrorist vor uns versucht ein Stück zu finden, was noch nicht gebrochen ist. Er zieht sich den Scheitel nach und scheint sich nicht dafür zu interessieren, was hinter ihm passiert. Es ist die typische Action-Film-Szene: Ein Mensch wird brutal gefoltert, die Funken sprühen aus ihm. Er schreit, doch der Boss der Folterknechte verzieht keine Mine. Er bleibt ganz cool, will die Macht über sein Opfer auskosten. Sein Plan hätte aufgehen können, doch hinter dem gebrochenen Sicherheitsglas geht bereits sein Mörder in Stellung: Sam Fisher. Ein rotes Dreieck taucht auf seinem Kopf auf, zwei weitere Knopfdrucke später sind auch seine Folter-Schergen markiert. Wir drücken die Y-Taste länger durch und aktivieren so das Schutzschild-Feature. In einem Schwung zertrümmern wir das Glas, greifen uns den Kerl und drücken ihn uns vor die Brust. Der erste Takedown ist geschafft, "Markieren & Ausschalten" wird aktiviert. Sam Fisher ist zurück: Tödlicher, präziser, mit mehr Hightech-Waffen und einer mobilen Kommandobasis.

Geist, Panther oder Elitesoldat?

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Doch kann Mister Fisher mehr als Action? Kann er auch völlig unbemerkt in Hochsicherheitslabore einbrechen? Kann er an Scharfschützen vorbei schleichen und sie hinterrücks ausknocken? Oh ja, er kann. 'Splinter Cell: Blacklist' bietet euch drei verschiedene Ansätze, um die Kasse klingeln zu lassen und die Dollar-Scheine auf euer Konto zu spülen. Hierzu ein simples Beispiel: Ihr steht in Benghazi vor einer Wäscheleine, an der ihr hochspringen und runterrutschen könnt. Am anderen Ende patrouilliert ein libyscher Freiheitskämpfer. Der Soldat packt jetzt sein Sturmgewehr Vector 45 ACP mit Schalldämpfer aus, tötet den Kerl, gleitet hinab und geht wieder in Deckung. Für den Kopfschuss gibt es 250 US-Dollar. Alternativ könnten wir warten bis sich der Terrorist umdreht, dann am Seil runterrutschen und ihm per "Tod von Oben"-Move im richtigen Moment im Flug das Genick brechen. Das wäre die "Panther"-Option. Und wer es ganz klammheimlich machen will, der rutscht in dem Moment los wo sich die Wache umdreht, bleibt dann am Seil hängen, wartet kurz und springt ab, wenn der Araber wieder auf seine Ursprungsposition zurückkehrt. Niemand hat ihn bemerkt, keiner musste sterben – gut gemacht, du bekommst jetzt deine ersten Dollars als Geist.


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