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Blu-ray: Mission Impossible

Agenten mit Problemen

Artikel Benjamin Kratsch

"Mission Impossible" will gar kein "James Bond: Skyfall" sein, kein knallharter Action-Thriller mit unnahbaren Charakteren, sondern zeigt Agenten mit Problemen, mit einer Vergangenheit und setzt mehr auf Freundschaft, Mut und einige abgefahrene Gadgets als grosse Explosionen und Kugelhagel. Ein Film, der Tom Cruise bei den unmöglichsten Stunts in 600 Metern Höhe zeigt - irgendwo in Dubai, irgendwann vor einem Sandsturm. Film ab - "Mission Impossible: Phantom Protocol".

Screenshot Mission Impossible: Phantom Protocol

"Mission Impossible" ist im Grunde "Call of Duty" mit einem Hauptdarsteller, der sich selbst nicht so ernst nimmt. Ethan Hunt ist zwar Elitesoldat, Spezialagent und der Mann für die Schmutzwäsche der NSA, genauer gesagt einer Unterabteilung die ihren Namen verdient: IMF – Impossible Mission Force. "Ratatouille"-Regisseur Brad Bird und Producer J.J. Abrams schaffen die perfekte Balance zwischen Action und Gags. „Mission Impossible“ will dabei kein "James Bond" sein, indem Daniel Craig einfach nur seinen Job macht, dabei über Leichen geht und die ganze Zeit nicht einmal die Miene verzieht. Viel mehr ist es fast schon eine Parodie wenn Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Technikexperte Benji Dunn (Simon Pegg) in den Kreml einbrechen und direkt vor den Augen eines Wachmanns einen Schild hochfahren, der den Raum spiegelt. Dabei geht natürlich einiges schief, der leicht schläfrige Wachmann bemerkt nichts. Pegg spielt seine Rolle als die Comey-Variante von Q wirklich hervorragend, tritt in jedes Fettnäpfchen und macht immer wieder klar dass das hier sein erster Einsatz als Field Agent ist (da darf man schon mal versehentlich den Alarm auslösen oder im Kreml laut und in der eigenen Landessprache darüber diskutieren wie man denn am besten  in den Kreml einbrechen könnte).Screenshot

Wenn der Präsident dich nicht mehr kennt

Eigentlich wollte Hunt nur Beweise für das Verschwinden russischer Atomabschusscodes im Kreml sammeln, doch dann wird der russische Regierungspalast in die Luft gejagt, Ethan als Terrorist festgenommen und der US-Präsident verleumdet jede Verwicklung. Er aktiviert das namensgebende Phantom Protokoll, löscht alle Daten und Verbindungen der IMF-Agenten und das Team ist fortan ohne Unterstützung auf sich allein gestellt. Die Drehbuchautoren André Nemec und Josh Appelbaum installieren dabei immer mal wieder hier und da neue Charaktere, die so ganz anders sind als sie vorgeben. Und sie lassen ihr Agenten auch mal scheitern, zeigen menschliche Abgründe auf, zeichnen Agent Hunt nicht als blutrünstige Killermaschine wie etwa Daniel Craig in "A Quantum of Solace / Ein Quantum Trost" sondern als Mensch mit Fehlern, mit einer Vergangenheit und als eine Person, die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt.

Steile Action, gekonnte Stunts Marke Tom Cruise

Was "Phantom Protocol" auszeichnet ist das es die Action nicht rein über Explosionen und CGI-Effektgewitter aufbaut.  Zwar gibt es Szenen, in denen sich ein Auto dreht, die Zeit quasi einfriert und sich die Kugel eines Scharfschützen ins Hirn eines Bodyguards des IMF-Chefs presst – Szenen, wie wir sie fast genau so auch in "Call of Duty: Black Ops 2“ erleben, doch viele Stunts ergeben sich fast schon aus einer gewissen Situationskomik heraus. Etwa wenn Ethan die verglaste Hotelfassade des Burj Khalifa in Dubai hochklettern will und plötzlich sein kleiner elektronischer Helfer versagt. Sein Techniker antwortet daraufhin: "Keine Sorge, solange der andere nicht rot blinkt ist alles gut". Cruise wendet seinen Blick auf den Handschuh. Er blinkt...Rot.

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