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Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain

Kindersoldaten, Behinderung & Folter: Kojimas Tabu-Epos?

Vorschau Benjamin Kratsch

„Metal Gear Solid 5“ im grossen Preview. Wir sagen euch, wie die Geschichten von „Metal Gear Solid: Ground Zeroes und „The Phantom Pain“ ineinander fliessen, warum Big Boss seine Söldnerarmee verliert und die Diamond Dogs aufbauen muss. Ausserdem: Folter und Kindersoldaten im Fokus, die Tabubrüche des Hideo Kojima. Ausserdem: offene Welt, fast schon ein „Red Dead Redemption 2“ mit Stealth? Wir sagen euch, wie das Gameplay funktionier, was Kiefer Sutherland beiträgt und was wir vom Kojima-Epos erwarten können. „Metal Gear Solid 5“ – Mega-Vorschau.

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Eine Hütte irgendwo in der Wüste Afghanistans. Es ist Nacht in „Metal Gear Solid 5“, nur eine kleine Lampe beleuchtet spärlich den Raum. Und dann sind da diese Funken: Zwei Elektrostäbe schlagen aneinander, der Folterknecht beugt sich zu seinem winselnden Opfer und malträtiert es. Der Körper zittert, der Kopf schlägt hin und her. Harter Tobak. „Ich möchte mit diesem Spiel Grenzen durchbrechen“, erklärt Kojima mehrmals in Interviews. „Im Notfall verzichte ich auch auf exzellente Verkaufszahlen, die Kreativität ist mir wichtiger“. Wer Hideo Kojima kennt, der weiss das dieser Mensch seine Absichten sehr ernst nimmt. „Mit Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots“ wollte er auf die Gefahren der völligen Vernetzung hinweisen. Interessanterweise nutze das US-Militär und die CIA genau diese Vernetzung mit Drohnen, also ferngesteuerten Militäreinheiten, nur wenige Jahre später um den Irak zu „befrieden“. Befrieden im Sinne von: Wir töten alle Anführer der Taliban. Schlagt der Hydra die Köpfe ab, wird der damalige CIA-Chef zitiert.

„Metal Gear Solid 5“: Das Tabu-Epos

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Die ersten Szenen von „Metal Gear Solid 5“ zeigen dann auch, was Kojima mit Tabubrüchen meint. George W. Bush, ehemaliger Präsident der USA bemächtigte nach den verheerenden Terroranschlägen am 11. September Geheimdienste und Militär Foltermethoden gegen Al-Quaida-Häftlinge zu nutzen. In erster Linie wurde Waterboarding eingesetzt, eine Technik bei der dem Opfer ein Tuch über den Mund gestülpt und kontinuierlich Wasser in den Rachen gespült wird. Das Opfer hat das Gefühl zu ertrinken, eine Foltermethode, die Revolver Ocelot und Big Boss selbst anwenden. Das bringt eine besondere Brisanz ins Spiel, denn so wie wir Kojima kennen, wird er sicher eine Grauzone finden. Also nicht einfach nur mit dem Zeigefinger auf solche „bösen“ Taten zeigen, sondern zumindest erklären, warum es möglicherweise notwendig sein könnte. So ähnlich funktioniert die US-Serie „24“, bei der Jack Bauer als Bundesagent ständig foltern muss, weil ihm nur wenig Zeit bleibt um Anschläge zu verhindern. Und wer spielt Jack Bauer? Kiefer Sutherland. Und wer spielt Big Boss in sowohl „Metal Gear Solid: Ground Zeroes“ als auch „Metal Gear Solid: The Phantom Pain“? Kiefer Sutherland. Doch wie hängt das alles zusammen? Wir klären auf. 


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