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Apple TV (2015) - Review

All-in-One-Box mit Ecken und Kanten

Hardware: Test Beat Küttel

Was lange währt, wird endlich gut. So zumindest die Hoffnung von Apple und der loyalen Fanbasis. Deutlich über 3 Jahre ist es her, seit 2012 die dritte Generation der Apple TV Set-Top-Box erschienen ist. Entsprechend gespannt durfte man dann auch sein, ob dem Konzern aus Cupertino nach so langer Zeit eine Revolution gelingen würde, oder ob sich der Apple TV der vierten Generation eher unauffällig in die Reihen anderer ähnlicher Gadgets einreihen würde. Wir haben das Gerät getestet und verraten euch, für wen sich die Anschaffung der nicht ganz kostengünstigen Box lohnt.

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Das Wichtigste gleich vorneweg: Wir hatten durchaus Spass mit der 2015er-Ausgabe des Apple TV. Die schwarze Box hat einiges auf dem Kasten, ist hardwaremässig ziemlich gut ausgestattet und hat durchaus das Potential, zum Mittelpunkt eures Fernseh-Lebens zu werden. Doch der Rest der Tech-Welt schläft nicht. Viele der wichtigsten Apps, auf die Apple mit dem neuen Gerät ganz besonderen Wert legt, sind inzwischen auf jedem halbwegs aktuellen Smart-TV in Hülle und Fülle ebenfalls zu haben, und auch andere Endgeräte wie die aktuellen Spielekonsolen oder Google Chromecast und Konsorten bieten vielen Benutzern bereits vermeintlich alles, was sie brauchen. Dass es noch keine Netflix-App für euren Toaster gibt, ist beinahe das Einzige, was noch fehlt. Wie also will Apple die Konkurrenz ausstechen?

Apps, Touch, aber (noch) keine Siri

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Die Antwort auf diese Frage lautet: Durch vielschichtige, leicht zugängliche Features und eine deutlich umfangreichere Einbindung in die iOS-Familie als bisher. Apps spielen nun eine zentrale Rolle. Ob Fitness, Games, Filme, Social Media sowie so ziemlich jeder andere Bereich, alles soll nun auch auf dem grossen Bildschirm durch Apps abgedeckt werden, wie wir es ja bereits von iPhones und iPads gewohnt sind. Damit auch die Bedienung gewohnt komfortabel von der Hand geht, hat Apple eine von Grund auf neue Fernbedienung entwickelt. Herzstück sind dabei neben einigen Buttons die Touchoberfläche sowie das integrierte Mikrofon. Zwar ist die neue Steuerung dadurch ungewohnt, jeder der aber weiss, wie man ein Smartphone bedient, sollte sich auch innert kürzester Zeit mit der Touch-Steuerung in der Apple-TV-Benutzeroberfläche zurechtfinden. Unterschiedlich schnelles Wischen von Seite zu Seite, oder der Swipe von oben nach unten, der einem Optionen zum gerade angezeigten Inhalt bietet, die Bedienung fällt leicht. Die Touch-Oberfläche ist auch klickbar (um eure Auswahl zu bestätigen), so dass ihr die gesamte Steuerung mit dem Daumen erledigen könnt.

Das andere grosse Feature, nämlich die Sprachsteuerung, hätten wir auch gerne ausprobiert, doch leider ist sie in der Schweiz zum Start nicht verfügbar. Dies ist umso unverständlicher, weil man in Deutschland sehr wohl mittels Siri sein Apple TV steuern kann. Technisch sollte es also durchaus möglich sein, zumal Siri ja auf iPhones in der Schweiz längst vorhanden ist. Das ist auch deshalb besonders schlimm, weil sich etwa in Apple Music oder bei Netflix so Begriffe nur mittels mühsamer Texteingabe suchen lassen, statt diese einfach auszusprechen. Schade, denn zum Beispiel in der Movie-App liessen sich so wunderbar kombinierte Suchanfragen zusammensetzen. Etwa “Actionfilme mit Arnold Schwarzenegger aus den 90ern”. Innert einer Sekunde könnt ihr so mittels Sprachbefehlen ziemlich genau filtern, wonach ihr sucht. In Deutschland würdet ihr auf die oben genannte Suchanfrage etwa “Terminator 2” als Ergebnis erhalten, in der Schweiz bleibt euch derzeit nichts anderes übrig, als rumzusuchen oder mühsam via Onscreen-Tastatur zu tippen. Wann die Sprachsteuerung nachgereicht wird, war leider noch nicht in Erfahrung zu bringen.

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