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Ary and the Secret of Season - Vorschau / Preview

Action-Adventure zwischen Zelda und Pixar

Vorschau Video Benjamin Braun

Vier Jahreszeiten, vier HUB-Levels

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Der erste Spielabschnitt entführt euch nur in einen von vier Weltteilen, die sich stilistisch stark voneinander unterscheiden sollen. Im Auftaktkapitel wirkt die Welt wie eine Mixtur aus fernöstlichen, aber auch europäischen Einflüssen. So gibt es in Arys Elternhaus etwa die typischen japanischen Trennwände namens Shōji. Ihr trefft dort später aber auch auf gotisch anmutende Kirchenbauten. Die späteren, HUB-artig geprägten Areale (eine freie Reise zwischen diesen Weltteilen wird es wohl nicht geben) sollen sich architektonisch stärker etwa an der griechischen Antike orientieren. So oder so gefällt uns das visuelle Design schon jetzt äusserst gut. Charaktere und Welt haben, bis hin zu den hübschen Animationen, viel von Disney- oder Pixar-Filmen und erinnern gleichzeitig stark an japanische Spielereihen wie „The Legend of Zelda“.

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Vielleicht wäre etwa bei den Umgebungstexturen oder der Kollisionsabfrage noch mehr möglich. Aber das Niveau ist im bislang Gesehenen sehr hoch – und von gut 15 Entwicklern eines Indie-Studios kann man auch nicht mehr erwarten als das, was 100 oder mehr Mitarbeiter einer Triple-A-Produktionen oft auch nicht besser hinkriegen. Abseits dessen handelt es sich um eine relativ frühe Version. Die Entwickler wollen zwar noch 2019 fertig werden, schliessen aber nicht aus, dass sie am Ende erst Anfang des kommenden Jahres für den Release bereit sind. Kurz gesagt: „Ary and the Secret of Seasons“ sieht toll aus, hat Charme und nicht zuletzt auch viel Humor. Wenn wir mit Ary vor einem Unterschlupf der Hyänen stehen, die mit „Wonted“-Plakaten vor unserer Heldin warnen (und ja, sie schreiben „Wanted“ auf diversen anderen Plakaten unterschiedlich falsch), dann müssen wir nicht nur schmunzeln, sondern fühlen uns pudelwohl in dieser Welt! 10 bis 15 Spielstunden mag da erst mal fast schon etwas dünn klingen. Aber wir haben dann doch lieber 15 gute Spielstunden, als 40 halbgare!

Fazit

Bei „Trine 4“ konnte man bereits im Vorfeld auf einen potenziellen Indie-Hit hoffen. Mit „Ary and the Secret of Seasons“ aber hat Modus einen weiteren, ziemlich aussichtsreichen Spielekandidaten in Arbeit. Noch wollen sich die Entwickler auf den noch für dieses Jahr geplanten Release auf PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch nicht festnageln lassen. Aber sie sollen sich ruhig die Zeit nehmen, die sie brauchen, um dieses Action-Adventure zu dem zu machen, was wir uns wünschen. Denn grosses Potenzial hat der Titel nicht nur aufgrund seiner ansprechenden Comicgrafik und seiner überaus sympathischen Protagonistin, sondern auch, da der Humor nie zu kurz kommt.

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Bei den Rätseln sieht es nicht anders aus, denn die wirken auf uns gleichsam einfallsreich wie vielfältig. Sie glänzen noch dazu mit gangbaren Alternativen, die den ansonsten wohl eher linearen Verlauf entscheiden aufweichen könnten. Es mag noch nicht jeder Aspekt Triple-A-Niveau erreichen, aber das gleichen die Entwickler mit tonnenweise Herzblut und Kreativität schon jetzt mühelos aus. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf „Ary and the Secret of Seasons“, egal, ob es nun noch dieses oder vielleicht doch erst nächstes Jahr das Licht der Welt erblickt.

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