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Battlefield 4

Schweiz-exklusiver Mega-Test: Mitreissend und wunderschön

Test Benjamin Kratsch getestet auf PlayStation 4

"Battlefield 4" im Mega-Test: Was ein Spiel, was ein Komplettpaket. Mit acht stark designten Karten, auf denen du als Feuerteufel ganze Hotelanlagen abfackeln; als Knasti Gefängistore versperren und als Helikopterpilot Züge jagen kannst. Und einer Kampagne, die sich zwar dramaturgische Schwächen leistet, aber mit stark geschriebenen Charakteren arbeitet und dir die Wahl gibt, WIE du ballern willst. Als einziges schweizer Medium hat Games.ch die Kampagne bereits in Stockholm durchgespielt. Der erwartete Blockbuster oder doch lieber auf "Bad Company 3" warten? "Battlefield 4" - Mega-Review.

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Der Sarg aus Aluminium, Blech und Glas sinkt. Er sinkt immer weiter, Wasser dringt ein und du blickst in das Gesicht von Irish. Er ist ein Elitesoldat, ein harter Hund, doch in dieser Situation siehst du die Angst in seinen Augen. Seine Mundwinkel verengen sich, er beisst sich vor Nervosität auf die Lippen und seine Augen kreisen nervös von Links nach Rechts. Er blickt auf seinen Captain namens Dunn, dem du kurz vorher das Bein abschneiden musstest. Er blutet, der Verband weicht im Wasser durch und du hast keine Ahnung was du tun sollst. „Schiess auf das verdammte Fenster. Rettet euch, ihr geht sonst alle drauf“, schreit Captain Dunn im scharfen Befehlston. Du bist Recker, Soldat einer US-Eliteeinheit und zögerst. Schiesst du, wird Dunn sterben. Feuerst du nicht, wird das gesamte Squad sterben und der USB-Stick mit hochbrisanten Informationen würde zerstört. Dieser enthält Beweise für die Zusammenarbeit zwischen einem korrupten chinesischen General, der mit der russischen Regierung Pläne gegen die USA ausheckt. Du schiesst...

Action und Emotionen wie in Spec Ops: The Line?

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„Battlefield 4“ hat nicht das stärkste Drehbuch: Wenn General Chang die politische Hoffnung Chinas verschwinden lässt und seinen Mord den USA in die Schuhe schiebt um einen Weltkrieg zu provozieren, dann klingt das nach ganz alter Hollywood-Schule. So richtig einfallsreich waren die Autoren nicht, letztlich ist die Geschichte eher Mittel zum Zweck. Was allerdings richtig funktioniert sind die hochemotionalen Charaktere, die sich immer wieder auch dicker Patzer leisten. Das macht sie menschlich und hebt sie von ihren „Call of Duty: Ghosts“-Kollegen ab, die fast schon maschinell töten. Als du beispielsweise mit Pac und Irish einen Fahrstuhl in einem Shanghaier Wolkenkratzer betrittst, wirkt Pac nervös, wischt sich immer wieder den Schweiss von der Stirn und macht einen gravierend Fehler: Er drückt die Taste für das falsche Stockwerk. Die Tür öffnet sich, du willst gerade rausspatzieren, da packt dich Irish heftig am Arm und zieht dich wieder rein. Draussen stehen nämlich gut dreissig verdutzt dreinblickende chinesische Soldaten, die sofort das Feuer eröffnen. Hey, wir haben uns nur im Stockwerk geirrt! Auch wenn sich „Battlefield 4“ im Laufe seiner rund sieben stündigen Geschichte einige Logiklücken und dramaturgische Unreinheiten leistet, sind es genau diese Situationen, die sich in Gedächtnis brennen. Diese kleinen Fehler von Pac oder die Menschlichkeit von Irish, der entgegen aller Befehle zum Tode geweihte Flüchtlinge auf eine streng gesicherte Fregatte der US Navy, die USS Valkyrie bringt. Auch die zahlreichen Diskussionen zwischen Irish und Hannah, einer chinesischen Agentin machen Laune, weil die beiden echte Dickköpfe sind – und Hannah einige Geheimnisse hat, über die wir hier und jetzt aber nicht reden wollen. Ihr wollt ja schliesslich noch selbst spielen, gelle.

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