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Battlefield V: Der letzte Tiger - Interview

Schweizer Schauspieler Urs Remond: Mit Herzblut dabei

Artikel Video Steffen Haubner

Wer ab und zu mal den Fernseher anmacht, hat das Gesicht mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal gesehen. Der 1964 geborene Schweizer Schauspieler Urs Remond wirkte in zahlreichen TV-Produktionen wie „Alarm für Kobra 11“ und „Medicopter 117“ mit. Für die Single-Player-Episode „Der letzte Tiger“ in „Battlefield V“ schlüpfte er in die Rolle eines deutschen Panzergenerals – selbst für einen erfahrenen Schauspieler wie ihn eine eindrucksvolle Erfahrung, über die wir mit ihm sprechen durften. Beeindruckt zeigte sich unser Interviewpartner vor allem von der hohen Professionalität und der bei DICE und Electronic Arts gepflegten engen Verbindung zur Gamer-Community.

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Herr Remond, wie sind Sie zu der Rolle des Panzerkommandanten Peter Müller gekommen?

In London fand ein grosses Casting statt, zu dem ich eingeladen wurde. Am Anfang stand jedoch der intensive Austausch zwischen DICE / EA und den Battlefield-Fans. Es war schon länger ein grosser Wunsch der Gamer-Community, dass Deutsche in einem Kriegsspiel ausnahmsweise mal nicht als gesichtslose Feindfiguren dargestellt werden würden. Natürlich war allen Beteiligten klar, dass man sich damit auf extrem dünnes Eis begibt, gerade angesichts des derzeitigen politischen Klimas. Die Gratwanderung besteht darin, sich vom Klischee des entmenschten, um sich schiessenden SS-Monsters zu entfernen und stattdessen glaubwürdige Figuren zu schaffen. Es gilt zu zeigen, dass Wehrmachtssoldaten selbstverständlich auch Menschen waren, sie als Einzelschicksale darzustellen, ohne sie dabei zu verklären oder gar zu heroisieren.

Wie lässt sich eine solche Vorgabe umsetzen?

Steven Hall, der Chefautor der Episode „Der letzte Tiger“, hat sich diese Aufgabe nicht leicht gemacht. Im Dialog mit dem Entwicklungsstudio DICE stand früh fest, den „Tiger“ ins Zentrum des Geschehens zu rücken. Kaum etwas steht so für die technologische Durchschlagskraft und zugleich für den Terror der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wie dieser legendäre Panzer. Die Geschichte spielt in den letzten Tagen des Krieges und handelt von der vierköpfigen Besatzung. Mit dem Kommandanten Peter Müller und seinem Weggefährten, dem Fahrer und Mechaniker Kertz besteht sie aus zwei Veteranen, die von zwei jugendlichen Soldaten begleitet werden. Gegen Kriegsende wurden ja immer mehr extrem junge Männer, zum Teil fast noch Kinder, an die Front berufen, im Zuge des Deutschen Volkssturms. Müller ist für diese beiden eine Art Vaterfigur und steht zugleich für einen militärischen Wertekodex, den er ihnen vermittelt. Hält Müller anfangs noch an der vom Naziregime und der Heeresleitung vorgegebenen Linie fest, entfernt er sich nach und nach immer mehr davon.

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