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Call of Cthulhu (Switch) - Test/Review

Betretet den Wahnsinn!

Test Video Nico getestet auf Nintendo Switch

Während die meisten Konsolenbesitzer bereits im Vorjahr das Horror-Adventure "Call of Cthulhu" spielen durften, mussten Nutzer der Nintendo Switch - wie so oft - länger warten. Wir haben uns die nun erschienene Switch-Fassung angeguckt und verraten euch in unserem Review, ob sich der digitale Ausflug in die Werke von H. P. Lovecraft lohnt.

Ein unheimlicher Fall

Dieser ist es nämlich, der eines der wohl bedeutendsten literarischen Werke im Horrorgenre verfasst hat. Sein Mysterium um die fremden, angsteinflössenden Wesen aus der Anderswelt liess kaum einen Freund der Sparte kalt.

Nun sucht die Geschichte Edward Pierce auf. Dieser ist ein wenig erfolgreicher Privatdetektiv, der an den Nachwehen des Ersten Weltkriegs leidet und einen ausgeprägten Hang zu Alkohol hat. Nicht verwunderlich also, dass kaum ein Kunde sein Büro besucht, bis das Schicksal ihn mit einem besorgten Vater konfrontiert, der den Ruf seiner Tochter wiederherstellen will. Dessen Bitte, den rätselhaften Brand, der unter anderem zum Tod seines Enkels geführt hat, genauer zu untersuchen, kann der bärtige Detektiv jedenfalls nicht ausschlagen.

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Doch schon bald wird Edward von paranormalen Ereignissen aufgesucht und entdeckt nach gut zwölf Stunden Spielzeit schliesslich die Wahrheit um den mysteriösen Fall. Die Geschichte, so komplex und diffus sie auch wirken kann, ist es, die uns auch auf der Nintendo Switch am meisten überzeugt hat. Sie bietet mehrere Plot-Twists und alternative Enden, ist aber trotzdem nicht frei von Schwächen. Diese sind allerdings dem spielerischen Korsett geschuldet, auf das wir nun eingehen werden.

Unspektakuläre Detektivarbeit

Wie es sich für einen guten Detektiv gehört, baut auch die Arbeit von Edward Pierce auf Investigation auf. Sie nimmt einen dominanten Anteil der Spielzeit ein, ist aber leider in diesem Titel sehr monoton ausgefallen. In bester Walking-Simulator-Manier bewegen wir uns aus der Ego-Perspektive durch Areale und interagieren mit Hotspots. Dies sind einerseits Items, die ihr zur Lösung der wenigen Rätsel benötigt, andererseits liefern euch gewisse Gegenstände wie Wanzen oder Briefe Hintergrundinformationen zur Geschichte. Welche Informationen euch zugänglich sind, ist in der Praxis auch abhängig von euren Fähigkeiten. So könnt ihr fortlaufend Erfahrungspunkte auf verschiedene Skills verteilen, darunter Okkultwissen und Erkundungstalent. So sind etwa einige Objekte nur dann auffindbar, wenn ihr einen entsprechenden Skill genügend verbessert habt. Spielerisch ist ein Unterschied jedoch nur selten auffällig. Im Gros der Situationen spielt es schlicht keine Rolle, wie ihr eure Fähigkeiten verteilt.

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Am ehesten Einfluss haben Skills auf zahlreiche Dialoge. Diese bestimmt ihr grundsätzlich nach Telltale-Vorbild selbst. Aus mehreren Optionen wählt ihr eine Aussage aus. Gewisse Möglichkeiten stehen euch hier nur dann zur Verfügung, wenn ihr entsprechende Fähigkeiten habt. So gelingt es uns dank unserer psychologischen Fähigkeiten etwa, einen Hauswart davon abzuhalten, mit dem Messer auf uns einzustechen. Im Prinzip haben eure Entscheidungen jedoch nur selten einen Einfluss auf die Geschichte. Ebenfalls schade ist es, dass die Dialoge zum Teil nur schwer nachvollziehbar sind. So wurde uns mehrmals nicht richtig klar, wie eine von uns gewählte Option und der effektive Wortlaut von Edward Pierce zusammenhängen.

Komplettiert wird die Investigation mit leider langweiligen Rekonstruktionsphasen. Dank Edwards Gabe könnt ihr an vordefinierten Stellen einen Vorfall rekonstruieren. Im Grunde wandert ihr aber auch hier durch den Raum und sucht die entsprechenden Hotspots auf. Die Kombination erledigt die künstliche Intelligenz für euch. Das kürzlich erschienene "Astral Chain" zeigt, wie solche Spielelemente besser umgesetzt werden können.

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