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Dark Souls 2

Nachschub für nimmersatte Seelensammler

Vorschau Beat Küttel

Ich gebe es zu, ich bin ein Weichei. Zwar waren beim von Namco Bandai organisierten "Dark Souls II"-Event im deutschen Mainz auch aus den Mündern der anderen Teilnehmer peinvolle Schreie zu hören, doch letzten Endes fühlt sich jeder selber wie ein Anfänger. Dass dies am unerbittlichen Schwierigkeitsgrad, dem fordernden Kampfsystem und der nervenzerfetzenden Jagd nach soeben verlorenen Seelen liegt, dürfte sich auch unter Nichtkennern der Serie inzwischen herumgesprochen haben. Weshalb "Dark Souls II" auf dem besten Weg ist, trotz gewisser vereinfachter Elemente genauso fordernd, schweisstreibend und frustrierend zu werden, wie die Fans das wollen, werden wir euch im folgenden Artikel zu vermitteln versuchen. Viel Spass beim Lesen unserer Vorschau, sie hat viel Schweiss,Tränen und Nerven gekostet.

Nur um dies noch einmal klarzustellen: Ich bin zwar ein passionierter, jahrzehntelanger Gamer, aber hatte erst sehr wenig Erfahrung mit der "Souls"-Serie. Das erste "Dark Souls" hatte ich gar nie gespielt und lediglich mit dem Quasi-Vorgänger "Demon's Souls" einige (wenige) Stunden verbracht. Zu hakelig war mir damals das Kampfsystem, zu nervtötend die Tatsache, dass man oftmals 20 Minuten spielte, nur um dann in einen Abgrund zu fallen und wieder ganz an den Anfang des Levels zurückversetzt zu werden. Und wenn man es dann nicht wieder soweit schaffte, um seine verlorenen Seelen wieder einzusammeln, hatte man neben ein paar Heilkräutern oder den Sachen, die man mit etwas Glück noch rechtzeitig bei einem Händler erworben hatte nichts mehr. Zwar konnte ich durchaus anerkennen, dass das Kampfsystem sehr tiefgründig war in jenem Spiel, dennoch bewegte mich ein Blick auf meinen bereits damals riesigen Backlog an Spielen dazu, mich nicht länger selber zu quälen. Und so stürzte ich mich also fast noch jungfräulich in dieses Abenteuer, welches in einem extra für uns hergerichteten Kellerverlies in der Mainzer Altstadt stattfand.Screenshot

Die guten News gleich vorneweg: Ich wurde nicht vom ersten Gegner, der mir über den Weg lief, getötet. Die schlechten News: Ich schaffte es nicht ohne Bildschirmtod bis zum zweiten Gegner, weil ich davor schon in eine Schlucht stürzte und entsprechend wieder zum ersten Lagerfeuer dieses im Beta-Stadium befindlichen Levels zurückversetzt wurde. Doch lasst mich für all diejenigen unter euch, die der Serie nicht folgen, doch einmal kurz den allgemeinen Spielablauf zusammenfassen, damit auch alle meinen leidvollen Erzählungen folgen können. Der theoretische Spielablauf ist stark vereinfacht gesagt wie folgt: Ihr startet einen der weitläufigen Level und kämpft euch dabei durch Horden von Untoten und sonstigen Monstern. Wenn ihr einen Widersacher erledigt, lässt dieser eine bestimmte Anzahl an Seelen (sowie ab und zu ein nützliches Item) fallen. Diese Seelen sind einer der wichtigsten Bestandteile des Spiels. Denn einerseits werden diese verwendet um an Lagerfeuern euren Helden aufzuleveln, andererseits verliert ihr auf einen Schlag alle Seelen, die ihr nicht bereits in Upgrades investiert habt, sobald ihr den Bildschirmtod erleidet (was sehr, sehr häufig der Fall sein wird). Doch dahinter steckt eine teuflische Spielmechanik. Denn wenn ihr es schafft, in eurem nächsten Anlauf an dieselbe Stelle zurückzukehren, könnt ihr eure Seelen wieder einsammeln. Sterbt ihr allerdings erneut, bevor ihr die besagte Stelle erreicht, sind diese hart erkämpften Seelen unwiederbringlich verloren. Dadurch ergibt sich eine ganz eigene Dynamik im Spiel. Soll man an einem mächtigen Gegner einfach versuchen vorbeizuspurten, wissend, dass dies bei einem nächsten Anlauf vielleicht nicht mehr gelingt und man es nicht zurück zu seinen Seelen schafft? Oder kann man es sich leisten, mit einer stattlichen Anzahl an Seelen zum letzten Lagerfeuer zurückzukehren und diese dort in Upgrades zu investieren, auch wenn dies dafür sorgt, dass sämtliche Gegner, die man schon geplättet hat, wieder respawnen? Oder soll man sich diese Respawns sogar versuchen zunutze zu machen, um so in einem vermeintlich leichteren Abschnitt nach und nach Seelen anzuhäufen und Upgrades freizuschalten? Dies abzuwägen ist nicht einfach, und das Spiel speichert zwischendurch automatisch, so dass man nicht einfach mal eben einen früheren Save neu laden kann, wenn man merkt, dass man sich in Teufels Küche begeben hat.Screenshot

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