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Dragon Age 2

Actiongeladene Drachenzeit

Erster Eindruck Benjamin Kratsch

Bioware fährt hohes Risiko: neue Charaktere, neue Story, mehr Action und blutiges Schlachten wie in 300. Games.ch erklärt, warum das Rollenspiel trotzdem so emotional ist.

BMW oder Audi, Familie oder Karriere, Games.ch oder Games.ch The One and Only. Das Leben ist voller wichtiger Entscheidungen. Das trifft auch auf so ziemlich jedes Rollenspiel zu, welches wir auf der gamescom gesehen haben. Die Meister dieses Wähle-weise-und-mit-Bedacht-Systems sind zweifelsohne Bioware. Wie verhalte ich mich in Gesprächen? Löse ich Konflikte mit purer Gewalt oder doch lieber diplomatisch. Wer „Mass Effect“, „Dragon Age: Origins“ oder vor langer Zeit das gute alte „Baldur’s Gate“ gezockt hat, kann sich an viele Scheidewege des virtuellen Lebens erinnern. Dieses ständige Entweder-Oder hat „Dragon Age: Origins“ zu einem konkurrenzlosen Wechselbad der Gefühle verholfen. Kann der zweite Teil das toppen?

Winke, winke liebgewonnene Helden

Zu Beginn der Präsentation durch Lead Designer Mike Laidlaw gibts erstmal einen kleinen Schock: Alle Helden werden ausgewechselt, das heisst neue Charaktere, Schauplätze, Aufgaben und Storyzweige kennenlernen. Alles dreht sich um die Frage: Wer war der Champion von Kirkwall? Sein Name, so viel wissen wir bereits ist Hawke. Der Mann flüchtete mit seiner Familie vor den dunklen Horden aus Lothian nach Norden in die „Free Marches“, eine Art Stadtstaat, in der die Armee Schutz bietet. „Hawkes Entscheidungen lösten beinahe einen Bürgerkrieg aus“, schürt der Designer die Spannung. Der Knackpunkt: Diesen Hawke spielst du. Du weisst also schon was passieren wird, musst aber herausfinden wie es zu dem ganzen Schlamassel kam. Reichlich verwirrend im ersten Moment, und da unser Held unter Amnesie leidet, müssen ihm andere Charaktere erklären was er so getrieben hat. Menschen wie die süsse Cassandra beispielsweise, die im Namen der Kirche den Champion von Kirkwall sucht. „Dragon Age 2“ ist also zwar ein Sequel, baut aber nicht auf den ersten Teil auf, sondern beginnt parallel und erstreckt sich insgesamt über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das gelingt durch eine verschachtelte Erzählweise, in welcher der Zwerg Varick und die Menschenfrau Cassandra die Ereignisse der Hauptgeschichte nach und nach Revue passieren lassen. Das ist zwar neu, macht aktuell aber einen sehr verzwirbelten Eindruck. Im Grunde wählst du als Hawke wie gehabt aus drei Klassen, schnetzelst blutig durch die Lande, löst Quests und musst durch die Gespräche von Varick und Cassandra herausfinden, was du denn nun eigentlich falsch gemacht hast. Da Bioware allerdings Meister des Storytellings sind machen wir uns hier keine all zu grosen Sorgen.

**Blutig schnetzeln, diplomatisch reden
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Das taktische Echtzeitkampfsystem behält Bioware zwar bei, würzt das Ganze allerdings mit deutlich mehr Action und schnellen Kamerafahrten. „Unser Motto ist Denke wie ein General, schlachte wie ein Spartaner“, schaltet sich Mike Laidlaw ein. Die gewohnte Steuerung von vier Charaktern bleibt erhalten, auch jederzeit Pausieren und Befehle erteilen ist drin – du bewegst dich hierhin, da bitte einen Feuerball reinjagen. Allerdings werden all diese Befehle jetzt schneller ausgeführt. Die Charaktere laufen schneller, denken aktiv mit und springen dem Spieler automatisch zur Seite wenns brenzlig wird. Auch die Animationen wirken deutlich edler, ein Krieger springt seinen Gegner förmlich an, lässt das Schwert in der Hand kreisen und schlägt dann gezielt auf den ungeschützten Hals eines schwer gepanzerten Mutanten der dunklen Brut. Und weil Amerikaner nun mal auf Blut stehen, ist das Ganze in der internationalen Version richtig Brutal – Ohr abschlagen, Bein abtrennen, in der Luft zweiteilen – alles was der Gott des Krieges kann, dürfen jetzt auch Rollenspieler.  „Wir versuchen allen gerecht zu werden. In Deutschland und generell Europa gibt es viele Strategiespieler, denen eine ausgeklügelte Taktik wichtig ist. Sie werden mit entsprechenden Bonuspunkten belohnt.“, erklärt der Leitende Designer. „Amerikaner hingegen denken zwar auch gerne mal taktisch, aber es muss schnell gehen. Aus Fokustests wissen wir dass die wenigsten Minutenlang planen und daran Spass haben. Die können dann wie ein Spartaner die Sau rauslassen“.

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