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Edge of Nowhere - Vorschau

Horror-Triple-A für Playstation VR und Oculus Rift

Vorschau Benjamin Kratsch

"Edge of Nowhere", das erste Triple-A-Virtual-Reality-Game der "Ratchet & Clank"-Macher beginnt wie ein "Assassin’s Creed" oder "Far Cry Primal" in der Arktis, entwickelt sich aber zum knallharten, nervenaufreibenden Horror-Adventure. Ein guter Grund um in Oculus Rift oder Playstation VR zu investieren? "Edge of Nowhere" im Preview + Exklusivinterview mit Nvidia.

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"Edge of Nowhere" ist eines dieser Spiele, die uns nach den Hands-On-Terminen in San Francisco und Hamburg die Wartezeit auf Playstation VR und Oculus so schwer machen. Es ist ein Titel von Insomniac Games, doch er ist nicht bunt und witzig, durchgeknallt und furios wie "Ratchet & Clank", er ist eher bedrückend und düster. Das kalifornische Team rund um Mastermind und CEO Ted Price arbeitet mit vielen Abstufungen von dunklen Tönen, das Spiel wirkt stellenweise förmlich wie ein Gemälde. Schnee, Stalagtiten, die Wände des Berges sind nicht voll austexturiert, vielmehr bilden sie eine Art Korridor nach draussen. Dort zeigt sich ein Schiff, das im ewigen Eis steckt. Kein moderner Eisbrecher, es wirkt mehr wie eine Galleone, die hier vor vielen, vielen Jahren festfror. Es ist keine Menschenseele zu sehen, auch Geräusche sind selten, umso intensiver wirken sie. Tropft es, wirkt das durch den 3D-Audio-Chip von Oculus Rift als würde dieser Tropfen direkt an euer Ohr plätschern. Ihr werdet euch umdrehen in der virtuellen Realität und nach dem Herkunftsort des Geräuschs suchen. Es ist schwer zu beschreiben, warum die virtuelle Realität hier so gut greift. Es sind weniger einzelne Momente, mehr das Spiel als Gesamtkunstwerk. Es gibt Szenen, da seilt ihr euch über dem Abgrund ab, seht kaum eure Figur aus der Third-Person-Perspektive, sondern nur den flackernden Schein der Fackel. Dadurch werft ihr einen überdimensionalen Schatten, ihr erschreckt euch förmlich vor euch selbst. Ohnehin müssen wir ganz offen zugeben, das wir mitunter ein bisschen Schiss hatten, weil sich VR so absurd real anfühlen kann.

Der Moment, wo ihr euch abseilt, das ist nicht wie in "Rise of the Tomb Raider". Vielmehr müsst ihr euch vorstellen, das ihr das Gefühl habt unter euch würde es 50 und mehr Meter nach unten gehen und ihr bewegt euch langsam immer weiter in den Schlund rein. Die scharfen Kanten der Höhle wirken so wie echtes Gestein, das ist sicherlich auch der brutalen Rechenpower auf einem Nvidia-Event in Hamburg geschuldet. Eine Geforce GTX Titan schlummert in dem passenderweise schneeweissen Ultra-Highend-PC. Die Power muss sein, wie uns der technische Direktor Lars Weinand im Video-Interview erklärt: "Virtual Reality benötigt sieben Mal mehr Rechenleistung als ein klassisches Spielerlebnis." Eine gewisse Einstiegshürde neben dem recht hohen Preis für Oculus, Sony wird die Kosten seiner Playstation-VR-Lösung ebenfalls bald bekannt geben. "Wir brauchen für VR konstante 90 Bilder pro Sekunde, sonst merkt unser Körper das sofort und reagiert mit Übelkeit. Eine Geforce 970 sollte es also minimal sein." Doch es lohnt sich, selten waren Spiele so immersiv. Das lässt sich nicht mit einem Highend-PC, einer Xbox One oder Playstation 4 vergleichen und auch Curved-OLED-Fernseher im Riesenformat können nicht das gleiche leisten. Ihr denkt nach gewisser Zeit ihr wärt wirklich in der Arktis, nicht mehr in eurem heimischen Wohnzimmer. Third-Party-Entwickler und Universitäten arbeiten ja bereits an Zubehör, das die Immersion noch mehr steigern soll. Es gibt beispielsweise bereits ein Spiel, in dem ihr einen Vogel steuert und ein starker Ventilator bläst euch dabei Wind ins Gesicht. Eine Lösung, die auch gut für "Edge of Nowhere" funktionieren würde, insbesondere im Schneegestöber.

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