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EVE Online – EVEsterdam Fanfest - Special

Entwickler und Community Hand in Hand

Artikel Benjamin Braun

Der Community-Gedanke ist inzwischen bei so gut wie jedem Spielepublisher und -entwickler angekommen. Die Beziehung zwischen „EVE Online“-Entwickler CCP und den Spielern seines ultrakomplexen Weltraum-MMOs ist allerdings unvergleichbar, die Community so zentral für den Erfolg wie kaum irgendwo. Auf dem Start der „EVE Online Invasion World Tour“ 2019 in der Grachtenstadt Amsterdam konnten wir uns von dieser intensiven Verbindung selbst überzeugen, und davon, dass selbst die grössten Fans auch ohne gigantische Neuankündigungen zufrieden sein können.

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Bereits einige Zeit vor dem Beginn der EVEsterdam 2019 versammeln sich die Fans vor dem Compagnietheater in der niederländischen Hauptstadt.

Es ist ein frischer Samstagmorgen, als wir auf den Kloveniersburgwal in Amsterdam abbiegen. Vor dem Compagnietheater diskutiert eine grösstenteils männliche Traube von Leuten eifrig darüber, was sie rund zweieinhalb Stunden später an neuen Informationen erwartet. Es geht um die Keynote des Amsterdamer Fanfests zum Weltraum-MMO „EVE Online“, für das sie in die niederländische Hauptstadt gereist sind. EVEsterdam nennen die Initiatoren die Veranstaltung bereits seit ihrem Debüt im Jahr 2013, das damals noch in einem überschaubaren Kreis in einer der vielen Gaststätten der Grachtenstadt stattfand. In diesem Jahr ist das Event allerdings kein reines, von der Community organisiertes Fantreffen mehr. Die EVEsterdam 2019 ist Startschuss und Teil der „EVE Online Invasion World Tour“, die in den kommenden Monaten auch Station in Städten wie Las Vegas, Berlin, Sydney oder als nächstes im russischen Sankt Petersburg machen wird. Wir haben die EVEsterdam vor Ort für euch miterlebt und dabei mit Entwicklern und Besucher über das Spiel, die Bedeutung der Community und die Eindrücke vom Event selbst gesprochen.

Mehr als nur dabei sein

Nur ein Teil der rund 350 Besucher der EVEsterdam stammt aus den Niederlanden. Etliche „EVE Online“-Spieler sind nicht zuletzt aus Deutschland, Frankreich oder dem Vereinigten Königreich angereist – einen Witz zum anstehenden Brexit kann sich EVEsterdam-Chef-Initiator Valentijn Geirnaert bei seiner Begrüssungsrede nicht verkneifen. Manch ein Besucher hat die lange und sicherlich nicht ganz günstige Reise aus den USA oder gar aus Thailand auf sich genommen. Um dabei sein zu können. Um auf andere, engagierte und enthusiastische „EVE“-Spieler zu treffen, und auf die Macher ihres Science-Fiction-MMOs selbst. Hier begegnen sich alle auf Augenhöhe, Entwickler und Fans tragen in grossen Lettern lediglich ihre Spieler-Nicknames auf dem Badge, keine Echtweltnamen. Nur anhand des vorangestellten „CCP“ in den Nicknames der Entwickler, wie bei Community Manager Paul „CCP Falcon“ Elsy oder Game Designer Joshua „CCP Fozzie“ Bayer, könnte ein Aussenstehender einen Unterschied zwischen den Anwesenden erkennen.

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Rund 350 Fans sind gekommen, um dem Auftakt zur sogenannten Invasion World Tour zu „EVE Online“ beizuwohnen.

Teilnehmer, die weniger als 25 Lebensjahre auf dem Buckel haben, können wir sprichwörtlich an einer Hand abzählen. Das liegt vielleicht auch zum Teil an den Kosten, die bei grösseren Anreisewegen die Portokasse eines Schülers, Studenten oder Berufsanfängers schnell sprengen könnten – der Eintritt zur EVEsterdam selbst kostet zudem etwa 85 Dollar, etwas weniger für Frühentschlossene. Es hat aber wohl stärker damit zu tun, dass die Community von „EVE Online“ homogener und älter ist, als bei manch anderen Spielen. Der Altersdurchschnitt auf der EVEsterdam liegt gefühlt irgendwo zwischen 35 und 45 – was auch dem Wohlfühlfaktor des ungefähr so alten Autors dieser Zeilen sehr entgegen kommt. Der Anteil der Männer wiederum entspricht grob den 96 Prozent, auf die man auch in „EVE Online“ selbst trifft – egal ob mit männlichem oder weiblichem Avatar. Doch es ist Zeit, die Tore der EVEsterdam 2019 zu öffnen, sich auf die neuen Schiffe und sonstigen Verbesserungen einzustellen, die Entwickler CCP zum World-Tour-Start ankündigen wird.

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