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Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers - Kino-Special

Unser erstes Fazit

Artikel Video Steffen Haubner

Am Ende bleibt eine ganze Reihe von Erkenntnissen: "Nichts ist unmöglich.", "Nicht die Abstammung bestimmt, wer du bist." Und vor allem: "Unterschätze niemals einen Droiden." Gut, viel tiefsinniger wird es nicht, aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet, oder? Nachdem der Widerstand zuletzt viele Federn lassen musste und bei der Schlacht um die verlassene Basis auf Crait nur mit knapper Not und Unterstützung von Luke Skywalker seine endgültige Auslöschung verhindern werden konnte, soll es ihm nun endgültig an den Kragen gehen. Das jedenfalls ist der Plan von Kylo Ren (Adam Driver), der sich auf den Spuren seines Grossvaters auf die Suche nach der Quelle der dunklen Seite der Macht begibt. Die findet er auf einem geheimen Sith-Planeten in der Gestalt des Imperators Palpatine (Ian McDiarmid) höchstselbst.

Da es einen unbekannten Spion in den Reihen der Ersten Ordnung gibt, erfahren Rey (Daisy Ridley), Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaac) von den Machenschaften des abtrünnigen Sohns von Prinzessin Leia und Han Solo und machen sich ihrerseits auf die Suche. Die galaktische Schnitzeljagd beginnt auf dem Wüstenplaneten Pasana und ruft weitere alte Bekannte auf den Plan - sowohl in Gestalt aus vorigen Teilen bekannter Figuren wie auch typischer "Star Wars"-Trademarks. Der nach dem Rauswurf von Colin Trevorrow zur Rettung herbeigeeilte J. J. Abrams hat hier nichts dem Zufall überlassen und für jeden etwas ins Päckchen gelegt: Viel Bumm und Krach für Action-Fans, Anspielungen auf ältere Teile für Kenner, putzige Wüstenbewohner für die Jüngeren und, in Person von Rey, eine charismatische Jedi-Kriegerin, die nicht nur das weibliche Publikum auf ihre Seite zieht. Klar, dass nun manch einer wieder unken wird, das alles sei viel zu viel des Guten und Mr. Abrams sei ein bisschen zu sehr auf Nummer sicher gegangen.

Eine kaum zu lösende Aufgabe

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Tatsächlich stand Abrams vor einer kaum zu lösenden Aufgabe. Die Ur-Trilogie - namentlich die Episoden IV, V und VI - sind für viele Fans so etwas wie der Heilige Gral, während die Prequels - also die Episoden I, II und III - wohl als bei Fans wie Kritikern komplett durchgefallen gelten können und es allenfalls geschafft haben, ein jüngeres Publikum für das Weltraummärchen zu erwärmen - was ja auch schon mal nicht wenig ist. "Star Wars"-Erfinder George Lucas selbst hat seinerseits in den vergangenen Jahren kaum etwas unversucht gelassen, um die hingebungsvolle Fangemeinde vor den Kopf zu stossen. Der grösste Affront war ausgerechnet der Verkauf seines Babys an den Disney-Konzern. Immerhin konnte der Meister fortan nicht mehr selbst am alten Material herumdoktern, und andere mussten sich die Köpfe darüber zerbrechen, wie man der in die Jahre gekommenen und zigfach kopierten Geschichte neues Leben einhauchen konnte.

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An den Ergebnissen, wen sollte das überraschen, scheiden sich abermals die Geister. "Episode VII: Das Erwachen der Macht" fühlte sich insgesamt noch etwas unentschlossen an und verlor sich ein wenig in Zitaten, führte aber andererseits neue Charaktere ein, die imstande waren, das Interesse am ewigen Konflikt zwischen Jedi und Sith erneut zu wecken. Das änderte sich mit dem darauffolgenden Teil, "Episode VIII: Die letzten Jedi", bei dem der Newcomer Rian Johnson das Ruder übernahm. Für viele liess er gerade die vielversprechendsten neuen Ansätze wieder fallen, schlug ein paar kaum nachvollziehbare Haken und machte all das wieder zunichte, was Abrams so mühsam aufgebaut hatte. Die "Augsburger Allgemeine" sah darin ein Hin und Her "zwischen ballistischen Gefechten, Undercover-Einsätzen, Selbstfindungsprozessen und spirituellen Kämpfen", das "die Figuren mit Shakespeare'scher Wucht in die eigenen Widersprüche" treibe. Das kann man durchaus auch positiv sehen, denn Episode VIII schlug nun einen merklich dunkleren, fast schon existenzialistischen Ton an.

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