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Games-Streaming-Dienste im Vergleich - Special

Wir stellen Google Stadia, PlayStation Now, Xbox Cloud Gaming und GeForce Now gegenüber

Artikel Sönke Siemens

Chronologisch betrachtet ist Games-Streaming ein alter Hut. Bereits im Frühjahr 2010 ging mit OnLive der erste kommerzielle Cloud-Gaming-Dienst ans Netz. Zwei Jahre später buhlte Gaikai um die Gunst der Kunden, und im Jahr 2013 stieg auch NVIDIA mit einem Service namens GRID in den damals vielversprechenden Zukunftsmarkt ein. Heute, knapp sieben Jahre später, hat die Cloud-Gaming-Szene eine langwierige Evolution hinter sich. Viele Kinderkrankheiten sind Geschichte, und immer mehr Big Player versuchen ein Stück vom Kuchen abzubekommen, allen voran Sony, Microsoft, Google und NVIDIA. Doch wie praxistauglich sind deren Dienste PlayStation Now, Project xCloud, Google Stadia und GeForce Now wirklich? Wer hat die beste Spieleauswahl? Und wer die interessantesten Features? Unser Special gibt Antworten.

PlayStation Now

Nachdem Sony sowohl OnLive als auch Gaikai aufgekauft hatte, starteten die Japaner vor knapp sechs Jahren mit PlayStation Now ihren eigenen Game-Streamingdienst - zunächst in den USA, dann im April 2015 auch in Europa. Grundvoraussetzung für die Nutzung sind eine Internetleitung mit mindestens 5 Mbit/s (besser 20 Mbit/s) und eine PS4, eine PS5 oder ein Windows-PC mit Windows 7, Windows 8.1. oder Windows 10.

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Smartphones oder Tablets werden leider noch nicht unterstützt. Im Gegenzug setzt Sony die Mindestanforderungen für die Installation der Windows-App sehr niedrig an. Ein Core-i3-Prozessor mit 2,0 GHz, 2 GB Arbeitsspeicher und 300 MB Festplattenspeicher genügen, um durchzustarten. Mit anderen Worten: Eine Installation ist auch auf älteren Notebooks problemlos möglich.

Dazu gesellt sich ein wirklich faires Preis-Leistungs-Verhältnis, speziell beim Jahresabo. Für derzeit knapp 70 CHF erhaltet ihr zwölf Monate lang Zugriff auf mehr als 700 Spiele aus drei PlayStation-Generationen. Aus der noch immer andauernden PS4-Ära etwa werfen die Japaner Publikumslieblinge wie "Bloodborne", "Horizon Zero Dawn", "F1 2020", "Fallout 4", "Injustice 2", "Metal Gear Solid V: The Phantom Pain", "Street Fighter V", "The Surge 2", "Until Dawn", die ersten beiden "Wolfenstein"-Teile von Machine Games sowie "XCOM 2" in die Waagschale.

Nimmt man das Line-up der integrierten PS3-Spiele genauer unter die Lupe, stehen ebenfalls einige wirklich wegweisende Titel zur Auswahl. Action-Abenteuer-Fans etwa toben sich mit den ersten drei "Uncharted"-Teilen und fünf "God of War"-Ablegern aus, Open-World-Enthusiasten gehen in "Red Dead Redemption" und "Fallout: New Vegas" auf die Pirsch, und grosse Namen wie "Ni no Kuni: Wrath of the White Witch", "The Last of Us" oder "Killzone 3" dürften den meisten von euch ebenfalls hinlänglich bekannt sein. Wer dagegen eher auf Retrokost steht, freut sich auf mehr als ein halbes Dutzend für die PS4 angepasster PS2-Classics wie etwa "Dark Chronicle", "Rogue Galaxy" und "Wild Arms 3".

So weit, so gut. Genau wie beim Xbox Game Pass gilt allerdings auch bei PlayStation Now: Vor allem neuere PS4-Hits sind nur einige Zeit lang Teil des Portfolios und werden nach mehreren Monaten durch andere Spiele ersetzt. "Days Gone" etwa verliess PlayStation Now am 4. Januar 2021. Das neue "God of War", "Infamous: Second Son" und "Uncharted 4: A Thief's End" hingegen sagten bereits im Januar 2019 Lebewohl.

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Technisch gesehen lief PlayStation Now im Test tadellos. Schade nur, dass Streams lediglich in 720p-Auflösung ausgegeben werden, nicht jedoch in Full HD, was sich vor allem bei zahlreichen PS4-Spielen in einer sichtbar reduzierten Bildschärfe bemerkbar macht. Mit etwas Glück stellt Sony jedoch in diesem Jahr auf Full-HD-Streams um. Wünschenswert wäre es, denn diesbezüglich ist die Konkurrenz schon deutlich weiter.

Wiederum super: Über PS Now erspielte Trophäen werden mit eurem Account synchronisiert und gehen nicht verloren, wenn euer Abonnement mal ausgelaufen ist. Darüber hinaus können PS-Now-Nutzer mit PS-Plus-Abo in der Cloud abgelegte Spielstände auch beim Streamen nutzen, sprich unterwegs dort anknüpfen, wo sie aufgehört haben. Last but not least: Mehrere hundert PS4-Titel können einfach auf die PS4 bzw. PS5 heruntergeladen und dort dann offline gespielt werden. Für PS3-Spiele steht diese Option leider nicht zur Verfügung.

Hardware-Voraussetzungen

  • PS4, PS5 oder Windows-PC
  • Internetverbindung mit mindestens 5 Mbit/s, besser sind jedoch 20 Mbit/s

Kosten

Vorteile

  • PS Now hat den bis dato grössten Spielekatalog aller Streamingdienste.
  • Viele Spiele lassen sich auf Wunsch auch herunterladen und offline nutzen.
  • Retro-Fans kommen dank zahlreicher PS3- und PS2-Spiele ebenfalls auf ihre Kosten.
  • Trophäen-Synchronisierung.
  • Fairer Preis, vor allem für das Jahresabo.
  • Einwöchige Testphase für alle, die es mal ausprobieren wollen.

Nachteile

  • Derzeit nur für PS4, PS5 und Windows-PCs, nicht als App für Smartphones und Tablets.
  • Streamt Spiele aktuell lediglich in 720p. Wer 1080p wünscht, muss kompatible PS4-Titel auf die PS4 bzw. PS5 herunterladen.
  • PS3-Spiele nicht offline nutzbar.
  • Offline-Nutzung von Spielen nur auf PS4 und PS5 gestattet, nicht jedoch auf dem PC.
  • Eventuell gekaufte Add-ons sind nicht mit gestreamten Spielen kompatibel.

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