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Game & Watch: Super Mario Bros. - Test / Review

Kleines Gerät, grosse Klassiker

Hardware: Test Video Beat Küttel

35 Jahre ist es her, dass mit "Super Mario Bros." auf dem NES ein Spiel erschien, das die Gaming-Industrie für immer veränderte. Nintendo hat diesen Meilenstein dieses Jahr eingehend zelebriert, unter anderem mit der Veröffentlichung von "Super Mario 3D All-Stars" und des Nintendo-Online-Exklusivtitels "Super Mario Bros. 35". Doch 2020 markiert auch noch ein anderes Jubiläum. 1980, also vor 40 Jahren, erschien nämlich der allererste Game-&-Watch-Handheld - ebenfalls aus dem Hause Nintendo. Warum also nicht beide Jubiläen kombinieren? Genau das dachte man sich in Kyoto wohl auch, und das Ergebnis ist "Game & Watch: Super Mario Bros.". Zwei Mario-Klassiker, ein Game-&-Watch-Spiel, eine digitale Uhr und viele Easter-Eggs erwarten Nintendo-Fans. Ob das alles auf dem kleinen Screen auch Spass macht, oder ob dieses Hardware-Happening doch eher etwas für Sammler ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Nintendo-Nostalgiker werden bereits vor dem Auspacken ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben. Der Grund: Die Verpackung ist den alten Game-&-Watch-Schachteln nachempfunden. Man merkt also bereits hier, dass viel Wert auf Details gelegt wurde. Nach dem vorsichtigen Öffnen der Verpackung kommen uns neben Papierkram ein USB-C-Ladekabel (leider ohne Netzteil) und die eigentliche Handheld-Konsole entgegen. Zeit, uns alles genau anzusehen.

Ein (kleines) Stück Geschichte

Auch hier wird Nostalgie gross geschrieben. Wobei das zuerst eigentlich eher "klein" bedeutet, denn das Gerät hat ähnliche Oldschool-Dimensionen wie die Vorlage. Damals, als einige unserer Leser noch nicht geboren waren und etwa der Verfasser dieser Zeilen noch mit Kinderhänden zockte, schien das ganz normal. Aber heute mit Erwachsenenhänden und vielen Ergonomie-Fortschritten in den letzten Jahrzehnten ist das natürlich ein wenig anders. Das "Game & Watch Super Mario Bros." wirkt mit einem Gewicht von 68 g, 67 mm Breite, 112 mm Breite und einer Tiefe von 12,5 mm im ersten Moment geradezu winzig, genauso wie der in der Diagonalen 6 cm messende Screen - doch dazu später mehr. Die guten Neuigkeiten: Wir Gamer gewöhnen uns in Sachen Handhabung an fast alles, und so ist auch mit normal grossen Erwachsenenhänden das Zocken nach kurzer Zeit kein Problem. Doch wir waren eigentlich beim Thema Nostalgie: Die rotgoldene Farbgebung kommt hier entschieden retro daher, wobei vor allem das Rot der Randelemente ein deutlicher Throwback zum Famicom (dem japanischen NES) ist. Ebenfalls an die guten alten Tage erinnern die Bedienelemente, allen voran das D-Pad, das damals ein echter Gamechanger war. Und auch das hier verbaute D-Pad funktioniert tadellos. Wenn man beim Zocken nicht wirklich an die Steuerung denkt, dann ist das immer ein gutes Zeichen. Dazu tragen ebenso die beiden Actionbuttons rechts vom Screen bei. Diese sind nämlich ebenfalls dem Klassiker nachempfunden. Klein, konvex und mit einer Gummibeschichtung (statt der heute üblichen Knöpfe aus Plastik), merkt man auch hier erst mal einen Unterschied. Doch abermals gelingt die Umgewöhnung schnell, wenn man nicht gerade Riesenpranken hat. Weitere Buttons sind rechts oben angebracht und dienen der Auswahl zwischen den Spielen, der Uhr sowie dem Aktivieren der Pausenfunktion und den Einstellungen. Der einzige andere Button, den ihr finden werdet, ist an der rechten Kante des Handhelds angebracht und dafür gedacht, das Gerät ein- und auszuschalten. Der Spielstand bleibt dabei erhalten, ihr könnt also an der Stelle weiterspielen, an der ihr aufgehört habt. Auch das Wechseln zwischen den enthaltenen Titeln, ohne dabei den Fortschritt in den anderen Spielen zu verlieren, ist problemlos möglich. Last but not least ist unterhalb des Power-Knopfes ein USB-C-Anschluss angebracht, um das Gerät laden zu können.

Screenshot

Abgesehen von der Grösse ganz und gar nicht retro ist das Display. Mit 6 cm grosser Diagonale kann es natürlich nicht mit modernen Bildschirmen etwa von Smartphones oder der Switch mithalten. Doch im Vergleich zu den aus heutiger Sicht extrem primitiven, einfarbigen LC-Displays, die damals in den originalen Game-&-Watch-Geräten verbaut waren, ist das aktuelle Exemplar eine wahre Offenbarung. In kräftigen Farben und auf dem kleinen Bildschirm so scharf, dass alles gut erkennbar ist, erinnert hier nichts mehr an die 1980er-Jahre. Hilfreich dabei ist sicher auch der Umstand, dass NES-Spiele aus technischen Gründen mit relativ grobschlächtiger Grafik auskommen mussten, was natürlich für den Game-&-Watch-Klassiker "Ball" umso mehr gilt. Denn wäre die Grafik zu detailreich, würde das auf dem kleinen Display sicher der Übersicht schaden. Doch wenden wir uns den eigentlichen Inhalten zu.

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