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Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning - Test / Review

Als Remaster noch besser?

Test Video Benjamin Braun getestet auf Xbox One

Vor gut achteinhalb Jahren hoffte manch ein Rollenspieler bei "Kingdoms of Amalur: Reckoning" auf einen "The Elder Scrolls"-Killer. Ganz so geworden ist es das gleichsam action- und storylastige letztlich zwar nicht, konnte Genre-Fans unterm Strich aber überzeugen. Nun schickt der neue Publisher THQ Nordic eine Remastered-Version ins Rennen. Ob ihr euch die Neuauflage nicht entgehen lassen solltet oder sie getrost links liegen lassen könnt, erfahrt ihr im Test.

Erinnert ihr euch noch an den Februar 2012? Es war der Monat, in dem das bis dato wenig bekannte Entwicklerstudio Big Huge Games sein Debütwerk "Kingdoms of Amalur: Reckoning" für PC, PS3 und Xbox 360 veröffentlichte. Die Marke war damals gänzlich neu, erregte aber bereits bei ihrer Ankündigung ein knappes Jahr zuvor grosse Aufmerksamkeit. Immerhin waren am Rollenspielprojekt gleich drei Leute beteiligt, denen man ohne Weiteres einen spielerisch, erzählerisch und auch visuell überzeugenden Genrevertreter zutrauen konnte, nein musste. Denn hauptverantwortlich waren seinerzeit Ken Rolston, Chefdesigner von "The Elder Scrolls IV: Oblivion", R. A. Salvatore, der gerade Table-Top-Enthusiasten mit seinen Romanen zu den "Forgotton Realms" etliche spannende Stunden bescherte, und Todd McFarlane, der Schöpfer der "Spawn"-Comics. Nun erscheint das Rollenspiel als Remastered-Version für PC, PS4 und Xbox One inklusive aller später veröffentlichten DLC-Inhalte. Im Folgenden erfahrt ihr, ob die Neuauflage ein Angebot ist, das man nicht ablehnen kann, oder ob für euch die Kaufentscheidung nur unter bestimmten Voraussetzungen positiv ausfallen sollte.

Ein Schicksalsloser gegen das Schicksal

In "Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning", wie Publisher THQ Nordic ("Darksiders: Warmastered Edition", "SpongeBob: Battle for Bikini Bottom Rehydrated") die Remastered-Version kunstvoll getauft hat, ändert sich inhaltlich zunächst einmal wenig im Vergleich zum Original. Ihr erstellt also euren wahlweise männlichen oder weiblichen Helden, der zu Beginn des Abenteuers als vermeintliches Kriegsopfer auf einer Bahre in ein Massengrab abtransportiert wird. Ihr selbst befindet euch im sogenannten Seelenquell, in dem ein gnomischer Wissenschaftler daran arbeitet, die Toten wieder ins Land der Lebenden zurückzuholen. Bislang waren seine Experimente nicht erfolgreich, doch wie durch ein Wunder erhebt ihr euch aus eurer letzten Ruhestätte, ohne Erinnerungen daran, wer ihr seid und was in eurer Welt eigentlich genau passiert ist. Eines aber wird nach eurer erfolgreichen Flucht klar: Eure mysteriöse Wiederbelebung hat euch sozusagen von eurem vorherbestimmten Schicksal abgekoppelt, und nur ihr seid in der Lage, die Welt vor einer drohenden Katastrophe zu bewahren.

Screenshot

Besagte Katastrophe manifestiert sich in Gadflow, einem abtrünnigen Vertreter des Hauses des Winters. Dabei handelt es sich um eine der beiden grossen Feien-Fraktionen in der Dalentarth-Region der Welt Amalur, in der die Handlung spielt. Die Feien sind, auch wenn sie im Spiel anders heissen, nichts anderes als Elfen im Tolkienschen Sinne, also hochintelligente, spitzohrige und vor allem unsterbliche Wesen. Sie halten sich selbst zwar für etwas Besseres und missbrauchen die Menschen in ihrer Welt allenfalls als Handlanger für die Drecksarbeit, etwa als Söldner im Krieg. Anders als Gadflow und deren neue Feien-Fraktion Tuatha verfolgen sie jedoch eigentlich keine bösen Ziele. Vielmehr waren das Haus des Sommers und das Haus des Winters stets Garanten für ein Gleichgewicht der Mächte und damit für einen langanhaltenen Frieden in Dalentarth. Doch diese Zeiten sind vorbei, denn Gadflow will die alleinige Kontrolle, und der Fall der Hauptstadt von Dalentarth scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

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