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Die GAMES.CH Kolumne #04-2019: Alien-Saga

Alien ist 40 Jahre alt und ein Videospiel hat gezeigt, wie die Saga weiterleben sollte

Kolumne Video Michael

Das „Alien“-Universum feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag. Denn genau so lange ist der Kinostart von Ridley Scotts „Alien“ nun schon her. Aber die letzten Einträge in der Filmreihe waren nicht gerade berauschend. Dabei hat das Videospiel „Alien: Isolation“ gezeigt, wie es weitergehen könnte.

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Wer mich auch nur ein bisschen kennt, der weiss, dass ich ein grosser Fan der „Alien“-Saga bin. Ich schaue „Alien“ und „Aliens“ jedes einzige Mal, wenn ich krank im Bett liege – aber auch, wenn ich gerade keine passende Serie auf Netflix finde. Beide Streifen rangieren bei mir unter den besten Filmen, die je gedreht wurden. Ich habe sie mehrere Dutzend Male gesehen. An lauen Sommerabenden schaue ich auch gerne mal das unglückliche „Alien 3“. Und wenn genug Bier im Kühlschrank steht, ertrage ich im Jahresabstand sogar „Alien: Die Wiedergeburt“ und die „Alien versus Predator“-Filme. Ja, ich hatte mich auch mal richtig tief in die Historie der „Alien“-Filme eingegraben, die obskuren Ideen überflogen, die verworfen wurden und die Drehbücher gelesen, die nie in die Produktion gingen. Ich hatte mit Stuart Hazeldines „Alien: Earthbound“ sogar das Konzept für einen „Alien“-Film entdeckt, den bis dato kaum einer kannte und mit Vincent Ward über die berühmte wie berüchtigte „Holzplanet“-Fassung von „Alien 3“ gesprochen, die ich liebend gerne auf der Leinwand gesehen hätte.

Aus diesen Gründen blickte ich dieses Jahr dem 26. April mit sehr gemischten Gefühlen entgegen, dem offiziellen „Alien Day“. Einerseits ist das ein Tag, an dem gerne viele neue Infos und Rückblicke rund um die Filme ausgegebenen werden. Andererseits gab es so einige Gerüchte, dass eventuell eine „Alien“-Serie oder sogar ein neuer Film hätten angekündigt werden können: Beides ist nicht geschehen. Und irgendwie war ich darüber sogar erleichtert. Denn zu oft war ich schon enttäuscht und ernüchtert worden. Ridley Scott hat mit „Prometheus“ (den ich eigentlich mag) und „Alien: Covenant“ zwanghaft versuchte, die „Alien“-Saga in einer allzu religiösen Metapher zu ersticken. Mit Neill Blomkamps vielversprechender Idee für einen neuen dritten Teil zu „Alien“ wurde Hoffnung für ein Revival geschürt – das dann eiskalt abgewürgt wurde. Und auch die hinführend auf den „Alien Day“ veröffentlichten Kurzfilme von begabten Jungregisseuren waren mehrheitlich nur okay. Denn sie kochten nur allzu bekannte Szenen und Momente aus den Filmen neu auf.

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