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Madden NFL 20 - Test / Review

Zurück ans College, Star!

Test Video Stefan Tschumi getestet auf Xbox One

Wenn das Thermometer bei uns in die Höhe schnellt, steigt auch der Puls der American-Football-Fans – weil die Trainingscamps starten, die neuen Teams für die Fantasy-Season formiert werden und EA Sports den neuesten Ableger aus dem Madden-Franchise serviert. Doch was bringt "Madden 20" konkret Neues und was konnte überhaupt noch verbessert werden? Wir haben die Antworten.

Mit "Madden 18" hielt bekanntlich der erste Storymodus Einzug ins Franchise und war damals eine der grössten Neuerungen. Letztes Jahr wurde die Longshot-Story dann weitererzählt, weshalb der neueste Teil auf eine andere Karte setzen muss. Die Jungs und Mädels von EA Sports sind immer mal wieder für Überraschungen gut und bringen nun das vor Jahren eingestellte College-Football zurück. Allerdings nicht so, wie ihr jetzt denkt.

Face of the Franchise: College-Football ist zurück

Das Herzstück von "Madden 20" ist "Face of the Franchise: QB1", wobei es sich um eine Art neuem Story- respektive Karrieremodus handelt. Hierbei kann der Spieler einen eigenen Quarterback erstellen. Die Karriere startet dann aber nicht, wie zu erwarten wäre, in der NFL, sondern in der College-Liga. Ja, richtig gelesen: Endlich kann man wieder mit College-Teams spielen, selbst wenn EA Sports weiterhin kein neues "NCAA Football" serviert. Im neuesten Madden-Ableger stehen zehn College-Mannschaften zur Auswahl, darunter die starken Teams aus Clemson und Oklahoma. Ebenso finden sich die Florida Gators, die Texas Longhorns und, was uns besonders freut, die Oregon Ducks. Zusätzlich stehen Florida State, USC, Texas Tech, Miami und LSU zur Auswahl. Stanford, Alabama, Georgia oder die Auburn Tigers sucht man leider vergebens. Wer weiss, vielleicht wird ja nächstes Jahr der Bestand an College-Teams aufgestockt. Oder es erscheint doch mal wieder ein "NCAA Football".

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Leider kann man aber nicht eine gesamte College-Saison spielen. Der Einstieg passiert direkt in den Play-offs. Somit erlebt man die wohl kürzeste College-Saison aller Zeiten. Wir wollen uns jedoch nicht beschweren, denn wir bekommen einen tollen neuen Modus serviert, in dem die Geschichte eine zentrale Rolle spielt. Mittels Dialogen beispielsweise wird der eigene Quarterback entwickelt. Bereits zu Beginn müsst ihr festlegen, welcher Typ von Quarterback ihr sein wollt. Steht ihr gern als "Field General" in der Pocket rum, wie es Tom Brady und Aaron Rodgers tun? Oder gehört ihr zur neuen QB-Generation, den Scramblern, und bewegt euch ähnlich wie Mahomes oder Wilson agil aus der Pocket heraus? Es ist eure Entscheidung. Dann gilt es nur noch, sich im College zu beweisen, um sich danach im "NFL Combine" durchzusetzen und den Weg in die Liga zu gehen.

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Schade ist, dass der Weg in die NFL im Eilzugstempo vollzogen wird. Wie bereits erwähnt, startet man in den College-Play-offs. Beim Combine schliesslich absolviert man eine Übung und gibt ein Interview. Das war es. Persönlich hätten wir uns ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Speziell die College-Zeit würde sich anbieten, eine vertiefte Geschichte des Quarterbacks zu erzählen. Wie sieht sein Alltag aus? Wie bringt er Schule und Sport unter einen Hut? Wie laufen die Gamedays ab? Solche Elemente wären spannend gewesen. Das Combine hätte man ruhig auch detaillierter gestalten dürfen. Mehr Übungen, mehr Interview-Sequenzen, mehr Football-Stimmung. Auch der Draft könnte noch mit mehr Tiefgang gestaltet werden, beispielsweise mit einem Blick hinter die Kulissen. Dieser Event ist für die Karriere schliesslich wichtig.

Was wir besonders spannend finden, ist das Spielprinzip. Während man im College noch das gesamte Football-Team steuern kann, ist damit nach dem Draft Schluss. Dann kann nur noch der Quarterback gesteuert werden. Dies zeigt deutlich, dass mit dem Eintritt in die NFL eine neue Zeitrechnung beginnt. Am Anfang ist dies gewöhnungsbedürftig, alles in allem aber sehr gelungen. Und wenn ihr euch genug Mühe in der Profiliga gebt, schafft ihr vielleicht sogar den Sprung in die Auswahl zum "Pro Bowl".

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