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Mafia 3 - Vorschau

Mehr Punisher, weniger Gentleman-Gangster

Vorschau Benjamin Kratsch

Mafia 3-Protagonist Lincoln Clay ist die farbige Version von Jack Bauer: verbittert, aber zu allem bereit. Er ist eine Killermaschine, der eigentlich nur eine Familie suchte, doch dann für die Black Mafia den Krieg gegen die Cosa Nostra führt. Mafia 3 - die grosse Premiere.

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Abgewetzte Army-Jacke, statt feinstem italienischem Zwirn. Blut und abgestorbene Haut an den Händen, statt schwarzen Lederhandschuhen. Lincoln Clay sieht aus wie ein Mann, der einen Mafia-Mobster zum Frühstück verspeist. Der neue Protagonist von Mafia 3 ist so ziemlich das Gegenteil von Vito Scaletta, doch das ist so gewollt. Das hier ist ein harter Reboot, mit völlig anderer Geschichte und einem Held, der gerade erst aus Vietnam heimgekehrt ist. Der verbittert wirkt, aber auch unheimlich. Er ist kein Gentlemen-Gangster, der auch für den Kugelhagel nicht die Brioni-Schuhe auszieht, sondern eher der harte Hund. Er schnappt sich seinen Gegner aus der Deckung, greift ihn mit seiner mächtigen Pranke am Hals, schlägt ihn auf einen Tisch und rammt ihm mit der Geschwindigkeit einer Maschine sein Kampfmesser in den Bauch.

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Er tötet effizient wie Jack Bauer und verzieht dabei keine Miene. Es ist ein durchaus harter Bruch mit der Serie, denn Clay ist nicht gerade ein sympathischer Typ, vielleicht sogar eher ein Antagonist. Wie er sich mit seinem Opfer unterhält, während er zu den Sümpfen Louisianas fährt, das erinnert an The Punisher. Er erklärt seinem Opfer, was es heisst Familie zu verlieren und verfüttert ihn an einen Alligator. Es ist verdammt mutig, von 2k Games diesen unbequemen Weg zu wählen. Doch das hat seinen Grund, wie uns Creative Director Haden Blackman erklärt: „Das Jahr 1960 ist ein Terrain, was von kaum einem Studio betreten wurde, aber unglaublich spannend ist und mit New Orleans einen wirklich ikonischen Schauplatz bietet.“ Denn New Orleans war das Zentrum der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King, der ein Zeitalter der Rassendiskriminierung gerade auch durch die Polizei beendete oder zumindest einschränkte.

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