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Honor MagicBook Pro - Hardware-Test

Das 16-Zoll-Arbeitstier

Hardware: Test Video Steffen Haubner

Kann der chinesische Smartphone-Hersteller auch Notebooks? Wir haben's getestet.

Ist die Rede von Honor, kommt man nicht umhin, erst einmal kurz auf die Situation im von Donald Trump entfachten Handelsstreit zwischen China und den USA einzugehen. Wie die Wahl in den Vereinigten Staaten in wenigen Tagen auch ausgehen mag: An der fehlenden Android-Lizenz für Huawei- und damit auch Honor-Geräte dürfte sich bis zum Frühjahr 2021 nichts ändern. Konkret heisst das: Noch bis mindestens dahin kann man auf neueren Honor-Smartphones Android nur eingeschränkt nutzen.

Stattdessen setzen die Chinesen auf ihr eigenes, auf Open-Source-Android aufbauendes Betriebssystem EMUI, das Stück für Stück weiter ausgebaut wird. Das funktioniert im Prinzip einwandfrei, doch der erzwungene Verzicht unter anderem auf den Play Store, Gmail und Google Drive schmerzt eben doch. Dritthersteller-Apps kann man zwar meist auf dem einen oder anderen Weg installieren, doch erfordert das Geduld und etwas technisches Know-how.

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Äussere Werte: Ein Alu-Gehäuse und die ausgezeichnete Verarbeitung machen etwas her (Foto: Honor)

Für alle, denen die Google-Dominanz im Mobilbereich sowieso schon lange ein Dorn im Auge ist, dürfte die Absenz des Megakonzerns dagegen eher ein Kaufargument sein. Falls das bei euch der Fall ist: Go for it, denn Huawei wie auch Honor haben den aktuellen Problemen zum Trotz nie aufgehört, ausgezeichnete Smartphones zu produzieren, die derzeit auch noch zu Kampfpreisen zu haben sind! Doch um all das soll es hier eigentlich gar nicht gehen, denn Mutterfirma Huawei wie auch die Tochter Honor sind keineswegs in Schockstarre gefallen, sondern haben ihre Aktivitäten im Gegenteil auf andere Mobilbereiche ausgeweitet, unter anderem auf Notebooks. Das MagicBook Pro haben wir uns mal etwas genauer angeschaut.

Edles Alu, schmaler Rand

Beim Honor-Notebook drängt sich wegen des Namens und des 16-Zoll-Displays der Vergleich zum Apple MacBook Pro 16" auf - aber der hinkt natürlich. Das geht los mit dem Preis und endet mit der Feststellung, dass bei Honor Windows 10 Home an Bord ist. Der Microsoft-Konzern ist von dem Trump-Embargo zum Glück nicht betroffen. Vor uns steht ein ziemlicher Brocken von Notebook mit einem Gewicht von 1,7 kg. Dennoch bleibt es mit seinen 369 x 234 x 17 mm ziemlich kompakt und ist schmal genug, um in jeden Rucksack zu passen. Die Kompaktheit verdankt es unter anderem einem nur 7 mm schmalen Rand um das Display. Richtig gut gefallen uns das edle, mattgraue Aluminiumgehäuse und die Top-Verarbeitung aller Komponenten.

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Das MagicBook Pro zeichnet sich unter anderem durch einen hellen, fast randlosen Bildschirm aus (Foto: Honor)

Der ausgezeichnete erste Eindruck wird lediglich etwas getrübt durch das vergleichsweise nicht ganz so wertig wirkende Kunststoff-Touchpad und die recht auffällig platzierten Lautsprecher links und rechts der Tastatur. Aber bitte, wir sprechen hier von einem Notebook für rund 900 Euro, da sind solche Details natürlich Jammern auf hohem Niveau - zumal es sich um ein Multitouch-fähiges Pad handelt, das bis zu vier Berührungen gleichzeitig und Gesten über Windows Precision zuverlässig verarbeitet. Schwerer ins Gewicht fällt da schon das Display-Scharnier, das dafür sorgt, dass man zum Öffnen des MagicBook zwei Hände braucht. Am Boden sind zwei Streifen aus Gummi angebracht, die für Rutschfestigkeit und eine gute Luftzufuhr von unten sorgen. Auf unebenen Untergründen kann das schon mal zu einem leicht wackeligen Stand führen.

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