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Minecraft Dungeons: Hero Edition (NSW) - Test / Review

Diablo light im Klötzchen-Look

Test Video Beat Küttel getestet auf Nintendo Switch

"Minecraft Dungeons"? Gibt's das nicht bereits? Stimmt, der Titel erschien schon früher in diesem Jahr auf verschiedenen Plattformen und wurde bei uns bereits getestet. Doch erst jetzt ist eine physische Version des Titels erhältlich. Da es seither einige Updates inklusive zweier DLC-Erweiterungen gegeben hat und wir diesmal auch ein Augenmerk auf die Performance der hier getesteten Switch-Version legen wollen, haben wir uns zu einem erneuten Review entschieden. Dieses kommt aus der Perspektive eines absoluten "Minecraft"-Neulings. Wenn es euch ähnlich geht und ihr euch deshalb fragt, ob "Minecraft Dungeons" überhaupt für euch in Frage kommt, seid ihr hier genau richtig. Die uns vorliegende "Hero Edition" enthält alle bis heute erschienenen Inhalte, inklusive der angesprochenen Erweiterungen. Eine lohnenswerte Investition also? Wir verraten es euch.

Um gleich zu Beginn nach wie vor bestehende Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, was "Minecraft Dungeons" ist oder eben nicht ist: Das Spiel teilt sich die Klötzchen-Ästhetik mit "Minecraft", und Fans werden auch sonst viele Elemente wie Items oder Gegner wiedererkennen. Was hingegen nicht (!) Teil dieses Ablegers ist: Die Möglichkeit, wie im Millionenseller "Minecraft" etwas von Grund auf zu bauen. Und auch wenn das Wort im Titel vorkommt: Crafting fehlt ebenfalls. Stattdessen ist der Titel ein relativ konservativ gestalteter Dungeon-Crawler à la "Diablo", aber deutlich simpler und einsteigerfreundlich gehalten und mit einem gewissen "Minecraft"-Touch. Doch fangen wir ganz von vorn an.

Aller Anfang ist schwer? Nicht unbedingt!

Zu Beginn des Spiels wählt ihr euren vorgefertigten Charakter aus und werdet nach einer kurzen Introsequenz auch gleich ins isometrisch dargestellte Geschehen geworfen. Es gibt dabei keine Charakterklassen - wen ihr auswählt, hat also rein mit optischen Vorlieben zu tun. In Sachen Story sollte man ebenfalls nicht zu viel erwarten. Grundsätzlich geht es darum, den bösen Erz-Illager zur Strecke zu bringen, und zu diesem Zweck müsst ihr euch durch diverse Levels kämpfen. Die ersten Eindrücke sind also die eines vergleichsweise einfach gestrickten Spiels, aber das ist durchaus gewollt, denn man möchte mit "Minecraft Dungeons" auch viele junge "Minecraft"-Spieler für sich gewinnen, und diese dürften wohl zum grossen Teil noch gar keine Dungeon-Crawler-Erfahrung haben. Entsprechend ist das Spiel weniger komplex als etwa der Genreprimus "Diablo III", bietet jedoch trotzdem einige motivierende Gameplay-Mechaniken. Zunächst wäre da das grundlegendste Element eines Hack-&-Slay-Titels zu nennen: die Kämpfe.

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Neben einer Rüstung könnt ihr jeweils eine Nahkampfwaffe (etwa Schwert, Pickel oder zwei Messer) sowie eine Fernkampfwaffe (Bogen) ausrüsten. Beim Aufstufen erhaltet ihr jeweils einen Punkt, den ihr in für jede Ausrüstung spezifisch vorgegebene Buffs investieren könnt. Wenn ihr Gegner besiegt oder Schatztruhen öffnet, werdet ihr über die gesamte Spielzeit neue und bessere Ausrüstung finden, denn Loot ist natürlich auch ein sehr wichtiger Treiber eines unterhaltsamen Dungeon-Crawlers. Und tatsächlich macht es grossen Spass, immer besserer Ausrüstung nachzujagen und die Levels sukzessiv auf höherer Schwierigkeitsstufe (entsprechend aufgestuft und mit guter Ausrüstung) erneut zu spielen, um so nun verfügbare noch bessere Beute einzusacken. Glücklicherweise erhaltet ihr auch in Ausrüstung investierte Upgrade-Punkte zurück, wenn ihr bereit seid, euch von der alten Rüstung oder der alten Waffe zu trennen, sodass ihr diese Punkte wieder in neue Upgrades investieren könnt.

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Ebenfalls ausrüsten - aber nicht upgraden - könnt ihr drei Artefakte, die euch verschiedene Aktionen ermöglichen, die nach Nutzung eine Cooldown-Periode haben. So ist es etwa möglich, euren Pfeilen beim Aufprall Flächenschaden hinzuzufügen, einen Heilungskreis um euch erscheinen zu lassen oder eure Nahkampfgeschwindigkeit kurzzeitig drastisch zu erhöhen. Damit herumzuspielen macht Spass und hält die Kämpfe frisch, da man mit der Zeit Items mit höheren Stufen findet und so nicht zu lange an einem Ausrüstungsteil oder einem bestimmten Perk festhält. Das war es aber im Grossen und Ganzen auch schon mit Spieltiefe, denn wie bereits erwähnt könnt ihr nicht Materialien sammeln und daraus dann Gegenstände craften, wie man es aus vielen RPGs und vor allem natürlich aus "Minecraft" selber kennt. Auch Elemente wie Graben und Bauen fehlen. So bleibt ein recht gewöhnlicher Dungeon-Crawler mit "Minecraft"-Optik, dem aber sonst ein echtes spielerisches Alleinstellungsmerkmal fehlt.

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