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Moto MXGP3 und Gravel - Vorschau

Motocross und Off-Road aus Italien

Vorschau Video Ulrich Wimmeroth

Motocross-Liebhaber dürfen sich auf ein optisch und spielerisch rund erneuertes MXGP freuen, Arcade-Fans auf einen nagelneuen Fun-Racer. Die italienische Rennspielschmiede "Milestone" holt zum motorsportiven Doppelschlag aus und liefert in diesem Jahr gleich zwei actionreiche Games für PC und Konsole. Wir haben die beiden grundverschiedenen Spiele schon mal angezockt und verraten, ob ihr euch auf die virtuelle Rennsaison freuen könnt.

Das sieht schon schick aus: Der dritte Teil des offiziellen Motocross Videospiels, so der Untertitel von "Moto MXGP3", hat endlich das dringend benötigte optische Update bekommen und wird mittels modifizierter Unreal Engine 4 umgesetzt. Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen, die Zweiräder sind authentisch dargestellt, die Optik der Fahrer, die mit Laserscan-Technologie den Weg auf den Bildschirm finden, gelungen, die Strecken angenehm detailliert und das Wetter wechselt dynamisch zwischen freundlichem Sonnenschein und Dauerregen. Und einen dringenden Wunsch aus der Renn-Community haben die Entwickler aus Mailand auch erfüllt: Erstmals in der Serie können angehende Crosser auch mit zehn verschiedenen 2-Stroke Bikes, 2-Takt-Maschinen der 125cc und 250cc-Klasse, an der Start gehen.

Unser Anspieltermin führt uns auf die MXGP-Piste von Pietramurata am Gardasee. Einen individuellen Fahrer konnten wir uns noch nicht erstellen, aber aus dem offiziellen Kader der 2016er Saison standen uns namhafte Motorsportler mit ihren Orginal-Bikes, wie beispielsweise Maximilian Nagel auf Husqvarna FC 450, Tim Gajser auf Honda Gariboldi oder Clément Desalle auf Kawasaki KX450F-SR zur Verfügung. Schön: Die Auswahl des Fahrers und seinem Team macht tatsächlich einen Unterschied in der Performance und ist nicht nur einfach ein andersfarbiges Männchen auf einer andersfarbigen Maschine. Durchzugskraft, Beschleunigung und Handling einer KTM 450SX Schulz Racing sind tatsächlich von Yamaha YZ450FM zu unterscheiden. Im Spiel werden dann alle 18 Strecken der FIM Motocross World Championship und alle MX2- und MXGP-Fahrer der letzten Saison auswählbar sein.

Eine richtige Dreckschleuder

Die ersten Fahrversuche auf dem italienischen Motocross-Parcours machen Laune, das Knattern und Röhren der Motoren, aufgezeichnet von den echten Maschinen, unterstreichen die auf den ersten Blick gelungene Rennatmosphäre. Was uns aufgefallen ist, das Terrain wird nicht nur fotorealistisch wieder gegeben, sondern reagiert auch dynamisch auf die Nutzung. Dreck schleudert an unsere ehemals so schön glänzenden Maschinen und nach einigen Runden haben sich genau an den Stellen schlammige, ausgefahrene Furchen gebildet, an denen das Gros der Teilnehmer den Idealweg gesucht haben. Auch das keine Kosmetik, sondern eine echte Herausforderung an die eigene Fahrkunst, das Bike auch in der dritten Runde noch heil um die Kurven zu bekommen, besonders wenn es auch noch anfängt in Strömen zu regnen. Obschon die Hardcore-Motocrosssimulation, wie "Moto MXGP3" von den Entwicklern bezeichnet wird, bereits Mitte Mai erhältlich sein soll, gab es allerdings noch einige unschöne KI-Aussetzer, Kameraprobleme und unverständliche Unfälle, bei denen unser virtueller Crosser in einer friedlich angefahrenen Kurve urplötzlich einen spektakulären Abflug über den Lenker macht. Gut, ist ja durchaus noch Zeit für Nachbesserungen. Insgesamt verabschieden wir uns vom Probezock aber mit einem sehr guten Gefühl, dass hier ein ordentliches Rennspiel für Zweiradfanatiker auf uns zukommt.

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