Necromunda: Hired Gun - Test / Review

Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox Series X

Fans der "Warhammer 40k"-Tabletop-Spiele müssen sich, wenn's um Videospiele geht, oft mit sehr mässigen Titeln zufriedengeben. Das sehr interessante Setting, das Science-Fiction und Fantasy kombiniert, wurde zwar schon zahlreich umgesetzt, wird aber mangels eines passenden Budgets und erfahrener Entwickler oft mehr schlecht als recht umgesetzt. Selbst jene Spiele, die sich heute einer gewissen Beliebtheit erfreuen, etwa "Space Marine", "Space Hulk" und "Inquisitor: Martyr", waren zu Beginn mit haufenweise Bugs und halb garen Ideen kaum bis gar nicht spielbar. "Necromunda: Hired Gun" hat sich also sehr viel Verantwortung auf die Schultern geladen. Doch dank einer sehr transparenten Werbekampagne, bei der im wöchentlichen Intervall verschiedene Aspekte des Spiels vorgestellt wurden, sah die Zukunft hoffnungsvoll aus.

Wir haben uns "Hired Gun" in der vergangenen Woche ausführlich angeschaut, um herauszufinden, ob "Warhammer 40k" endlich das Spiel hervorbringt, das es verdient.

Könige der Unterwelt

Als Kopfgeldjäger in der fernen Zukunft hat man es nicht leicht. In den gewaltigen Schwarmstädten der Menschen liegt unter der glamourösen Oberfläche ein Gewirr an Tunneln und leeren Fabrikhallen, die allesamt von Gangstern und Mutanten vereinnahmt wurden. Jeder und alles will euch hier an den Kragen. Ihr bewaffnet euch also besser, bevor ihr einen Schritt vor die Tür setzt. Umso erstaunlicher, dass euer gewählter Protagonist zunächst nur mit einem Revolver loszieht, um ein Kopfgeld mit zwei weiteren Jägern einzutreiben. Das geht natürlich, trotz in der Mission gefundenen Sturmgewehrs, gehörig schief. Die beiden Kopfgeldjäger finden schnell ein unschönes Ende, und als ihr euer Auftragsziel stellt, bringt euch eine mysteriöse Gestalt mit Kapuze um. Ihr wacht einige Zeit später auf einem Operationstisch wieder auf - mit dem Grossteil eures Körpers durch kybernetische Implantate ersetzt. Der adlige Auftraggeber holte euch aus dem Jenseits zurück, damit ihr euren Auftrag zu Ende bringen könnt.

Screenshot

Von hier an ballert ihr euch mehr oder weniger ziellos durch die komplette Bevölkerung der Unterstadt, um herauszufinden, was es mit eurem mysteriösen Mörder auf sich hat. Die Handlung ist sehr dünn, und dank Ton- und Bildproblemen schaffen es auch die Zwischensequenzen nicht wirklich zu überzeugen. Die Missionen, in denen sich die Haupthandlung abspielt, hingegen sind sehr unterhaltsam und führen euch durch eine erstaunliche Vielfalt an Umgebungen, von einem gewaltigen Zug bis hin zu radioaktiv glühenden Tunneln voller Mutanten. Mehr als auf die Handvoll verschiedener Gegnertypen zu ballern, bis sie das Zeitliche segnen, macht ihr hier zwar nie, doch die brachiale, konstante Action tröstet über den Mangel einer adäquaten Handlung hinweg.

Kommentare