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Need for Speed Hot Pursuit Remastered - Test / Review

Minimalistische Neuauflage

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox One X

Einfache Freuden

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Wenn das Spiel allerdings erst einmal in die Gänge kommt, dann ist es nach wie vor einer der spassigsten "Need for Speed"-Teile überhaupt. Die Verfolgungsjagden sind nervenaufreibend und in späteren Rennen oft so schwer, dass das eigentliche Rennen in den Hintergrund gerät. Ihr müsst euch eure Gadgets einteilen, strategisch zum Rammen ansetzen und werdet dann damit belohnt, dass ihr in Zeitlupe den gegnerischen Wagen von der Strecke fliegen seht. Unterstützt wird der Spielspass von der minimalistischen Aufmachung. Ihr wählt die Events auf einer Landkarte aus, wobei die meisten Rennen in fünf Minuten oder weniger absolviert werden können. Dann wählt ihr einen Wagen und dessen Farbe - und los geht's. Hier gibt es kein Tuning, keine offene Welt, nichts zu sammeln. Hier geht es einfach nur darum, der Beste zu sein. Dieser Ansatz ist, im Vergleich zum aktuellen Trend in Rennspielen, extrem erfrischend und macht "Need for Speed: Hot Pursuit Remastered" zum vielleicht besten Rennspiel für kurze, knackige Partien.

Kontroverse Überarbeitung

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Vielleicht ist euch aufgefallen, dass bisher jegliche Erwähnung bezüglich des "Remastered"-Teils des Spieltitels fehlt. Das liegt daran, dass ausser den enthaltenen DLCs und der Option, frei Farben für Fahrzeuge zu wählen, spielerisch keine Anpassungen gemacht wurden. Stattdessen liegt der Kern des "Remastered" in der Optik. Je nach Plattform könnt ihr "Need for Speed: Hot Pursuit" somit zum ersten Mal in 4K-Auflösung bei 60 fps spielen. Das geht aber nur auf der PS4 Pro und der Xbox One X, auf älteren Modellen bleibt es bei 30 fps und 1080p. Besonders modern sieht das Werk aber auf keiner der Plattformen aus. Klar, es ist eine deutliche Verbesserung des Originals auf Xbox 360 und PS3, "Need for Speed: Hot Pursuit Remastered" kann aber keinesfalls mit den Rennspielen der gleichen Generation mithalten. Besonders knifflig wird es bei der PC-Version der "Remastered"-Fassung, denn diese ist mit blossem Auge kaum vom Original zu unterscheiden. Tatsächlich sieht die überarbeitete Variante sogar schlechter aus als das Original mit Fan-Patches. Warum würdet ihr also noch mal den satten Preis von 45 CHF auf den Tisch legen? Das hat sich wohl auch EA gefragt und kurzerhand die alte Version von allen Verkaufsplattformen entfernt, sodass ihr zwingend die teurere neue Version kaufen müsst. Das ist, man kann es nicht anders sagen, eine Frechheit, die "Need for Speed"-Fans der letzten Jahre leider bereits gewohnt sind. Als kleiner Lichtblick sticht immerhin der Soundtrack hervor, der mit seinem Metal- und Technofokus sicher nicht jeden Geschmack trifft, aber das Adrenalin durch die Adern pumpt und zu den halsbrecherischen Verfolgungsjagden passt wie die Faust aufs Auge.

Fazit

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"Need for Speed: Hot Pursuit" ist nach wie vor ein sehr gutes Rennspiel, das schnellen Spass bietet, ohne dass ihr euch um Dinge abseits der Rennstrecke Gedanken machen müsst. "Need for Speed: Hot Pursuit Remastered" macht allerdings so wenig anders und verbessert das Original so minimal, dass der relative hohe Preis schlichtweg nicht zu rechtfertigen ist. Wer verzweifelt nach einem klassischen Arcade-Rennspiel sucht, wird hier nicht enttäuscht, aber auf PC mit einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis bestraft. Auf Konsole sind die Verbesserungen etwas bedeutungsvoller, im Vergleich zu anderen Rennspielen ist die Optik jedoch trotzdem altbacken und das Fahrgefühl zu monoton. Potenziell könnte der plattformübergreifende Multiplayer-Modus den Kauf rechtfertigen, dieser war allerdings zum Zeitpunkt unseres Tests mangels ausreichend Spielern noch nicht verfügbar.

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