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NieR Replicant ver.1.22474487139... - Test / Review

Remastertes Remake eines modernen Klassikers

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Bereits vor mehr als zehn Jahren begeisterte das Original auf Xbox 360 und PS3 Fans atmosphärisch starker Action-Adventures mit japanischem Einschlag. Nachdem die "NieR"-Reihe mit "Automata" zum Höhenflug ansetzte, bringt Square Enix den Vorgänger nun in einer modernisierten und inhaltlich erweiterten Version neu für PS4, Xbox One und erstmals PC. Ob sich die Neuauflage lohnt, haben wir auf der PlayStation 5 herausgefunden.

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Als wir vor ein paar Wochen erstmals selbst Hand an "NieR Replicant ver.1.22474487139..." legen konnten, war schnell klar, warum Publisher Square Enix Bezeichnungen wie Remaster oder Remake konsequent umschifft. Die Neuauflage wäre nämlich mit keinem dieser Begriffe gänzlich treffend beschrieben. Mit einem Mittelding aus beiden hingegen schon! Denn Square und das Entwicklerteam von Toylogic werten einerseits die Technik massiv auf, fügen aber gleichzeitig auch neue Quests ein und modernisieren das Kampfsystem. Wie sich das im Detail bemerkbar macht und ob Fans und Serienneulinge gleichermassen auf ihre Kosten kommen, erfahrt ihr im Folgenden.

Unendliche Bruderliebe

Das Original von "NieR Replicant ver.1.22474487139..." (fortan "NieR Replicant" genannt) erschien bereits im Jahr 2010 weltweit für Xbox 360 und PlayStation 3. Die neue Fassung nimmt jedoch die damals ausschliesslich in Japan veröffentlichte Version als Grundlage. Auch im Westen spielt ihr nun also keinen älteren Familienvater mehr, sondern schlüpft in die Rolle eines jugendlichen Helden, der seine Schwester Yonah von einer rätselhaften Seuche namens Runenpest heilen will. Für die meisten Spieler dürfte das atmosphärisch keinen gravierenden Unterschied machen. Immerhin ist man in beiden Fällen ein liebendes Familienmitglied, wodurch sich die Motivation des Protagonisten durchweg spürbar auf uns überträgt. Ein bisschen schade ist es dennoch, dass man die Neuauflage nicht gleich dazu genutzt hat, beide Heldenversionen zur Wahl anzubieten. Denn manchen Spielern fällt die Identifikation mit der Hauptfigur vielleicht doch schwerer, wenn sie in die Rolle eines milchgesichtigen Jünglings schlüpfen sollen.

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Die Atmosphäre trübt das allerdings schlimmstenfalls minimal. Vielmehr weckt das Szenario von Beginn an Interesse mit seiner aussergewöhnlichen Fantasy-Welt, die moderne, teils futuristische Elemente genauso aufgreift wie solche, die man eher in einem mittelalterlichen Setting erwarten würde. Ihr bekommt es hier gleichsam mit den mysteriösen, Monster-ähnlichen Schattenwesen zu tun wie mit autonomen Maschinenwesen, die sich euch auf dem Weg zum grossen Ziel in den Weg stellen. Einen bedeutenden Teil der intensiven Stimmung verdankt "NieR Replicant" aber nicht nur seinem visuell und thematisch abwechslungsreichen Design, sondern dem famosen Soundtrack. Der wurde komplett neu arrangiert und sorgt insbesondere mit den immer wieder eingebundenen Vocals für Abenteuer- und Gänsehautstimmung. Da zudem die dynamischen Übergänge von normaler Hintergrunduntermalung zu dramatischer Kampfmusik umfassend verbessert wurden, kann die Akustik ihre Stärken noch besser ausspielen.

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